Andacht

Verloren - Gesucht - Gefunden

Von der Freude, nicht mehr verloren zu sein.

Wir kamen von einem Einkauf zurück. Daheim angekommen, freuten wir uns über die Erwerbung. Wir wollten etwas verschnaufen nach den Anstrengungen der letzten Stunden. Da entdeckte ich: Mein Haustürschlüssel ist weg. Eine fieberhafte Suche begann. Jacken- und Hosentaschen wurden durchsucht. Vergeblich. Der Fußboden wurde abgesucht. Einer ging zurück zum Auto. „Nicht  da!“ „Hoffentlich hat den Schlüssel keiner gefunden, der weiß, wo wir wohnen“, sagte meine Tochter. „Lieber Gott, hilf mir doch beim Suchen“, betete ich. Kurze Zeit später ging ich noch einmal zum Auto und öffnete auch den Gepäckraum. Da lag er! Dort zu suchen, war vorher versäumt worden. War das eine Freude! Wir waren erleichtert und dankbar.

Ähnliches wird schon mancher erlebt haben. Wer schon einmal so gesucht hat, versteht die Freude der Frau, die eine verlorene Münze suchte und fand. Es ging um einen Denar (übersetzt mit Groschen), ein Betrag, der etwas über dem lag, was ein Arbeiter am Tag verdiente.

Ob nun ein verlorener Schlüssel oder  ein vermisstes Geldstück gefunden wird – die Freude ist groß! Statt Münze müssen wir lesen: Mensch.  Es geht um Menschen, um uns. Wenn die von Gott gefunden werden, ist die Freude in Gottes Welt, im Himmel,  so groß, dass sich auch die Engel freuen. Um sich das vorzustellen, reicht unsere Vorstellungskraft nicht.

Deutlich wird durch das Gleichnis: Die verlorene Münze ist der Frau so wichtig, dass sie intensiv sucht, das ganze Haus wird auf den Kopf gestellt. Jesus macht seinen Zuhörern (und uns heute) deutlich , dass er der Suchende ist. Er will Menschen finden, die verloren gegangen sind,  Menschen,  die von ihm getrennt sind, im Dunkeln leben, vielleicht in irgendeinem Winkel dieser Welt. Eine Münze meldet sich nicht mit Worten, sie lebt nicht. Der Mensch schon. Irgendwann fängt er an unter der Trennung zu leiden. Er will heraus aus der Dunkelheit, aus der Verlorenheit. Er denkt und sagt: „So kann ich nicht weiterleben.“ – „Wozu lebe ich überhaupt? Was ist der Sinn meines Lebens?  Gibt es denn keinen Menschen, der mir hilft?“

Wenn ich mein Leben überdenke, muss ich zugeben, dass ich mir eines Tages vorkam wie ein „Groschen im Dunkeln “. Mir wurde bewusst: so geht das nicht weiter, ich brauche Hilfe, Anleitung, selbstlose Beratung. „Ich habe mich verlaufen“, habe ich in dieser Stunde der Besinnung bekannt, „wenn es dich, Herr Jesus Christus,  den Suchenden, wirklich gibt, dann hol’ mich aus dieser Sinnlosigkeit  heraus. Ich will nicht länger von dir getrennt sein,  Zeige mir wie ich aus der Dunkelheit herauskomme.“

Ein solches Gebet ist gleichsam der Moment, wo mich Jesus (der sich ja  mit der suchenden Frau vergleicht) findet. Er freut sich mit mir und über mich. Und die himmlische Welt freut sich mit. Nun ist einem mehr der Himmel sicher.

Himmlische Freude – wie soll man sich das nur vorstellen? Freude bereits über einen, der gefunden wird. Wie viel Freude dann erst, wenn sich viele finden lassen! Gott gibt uns Anteil an dieser Freude.

Ich stelle mir vor, dass die Freude, von der hier die Rede ist,  viel, viel schöner ist als das herrlichste Fest, das so begeistert, dass man sich wünscht, es nähme kein Ende. Doch solche Vergleiche hinken. Es ist unvorstellbar!

Wir brauchen übrigens nicht erst zu warten bis wir zu einem von Gott geschenkten Zeitpunkt den Himmel sehen. Wir sollen und können uns schon jetzt bei Lebzeiten darauf freuen. Durch den Glauben macht Gott uns zu seinen Hausgenossen (Epheser 2,19). Darum sagte Jesus auch bei anderer Gelegenheit: „Freut euch (jetzt schon), dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!“ (Lukas,10,20). Sich von Jesus finden zu  lassen, schenkt unvergängliche Freude!

 

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