Andacht zum Monatsspruch August

Hurra, Letzter!

Warum sich Letzter-Sein lohnen kann.

Ich bin nicht gern Letzter. Der Letzte bei der Teamsitzung hält alle anderen auf. Der Letzte am Salatbuffet bekommt nur noch die Reste. Und der Letzte am Flughafen-Gepäckband wandert noch im Kreis, wenn alle anderen schon längst im Auto sitzen. Es gibt jedoch eine Situation, da kommt mir das Letzter-Sein zugute: An langen Supermarktkassen. Da werden die Letzten nämlich manchmal zu den Ersten, weil die Nachbarkasse öffnet und man am Schnellsten drüben ist.

Wer bekommt den Ehrenplatz?

Schon Jesus hat in der Bibel von diesem Phänomen berichtet: „Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.“ Vielleicht hat Jesus im Geist die Supermarktkassen des 21. Jahrhunderts vor sich gesehen. Ich vermute aber eher, dass sich Jesus auf das Himmelreich bezieht.

Jesus macht deutlich, dass an diesem Ort unsere weltlichen Maßstäbe keine Rolle mehr spielen. Sondern Gott allein entscheidet, wer dort welchen Platz einnehmen darf. Womöglich steckt er den fleißigen Firmengründer in die letzte Reihe und weist dem gescheiterten Schulabbrecher einen Ehrenplatz zu.

Gottes VIPs

Ganz schön ungerecht. Wäre es also besser, sich möglichst nicht mehr anzustrengen und alles schleifen zu lassen, um im Himmel etwas wert zu sein? Ich denke nicht. Gott hat nichts dagegen, wenn ich im Leben etwas erreiche. Aber ausschlaggebend ist etwas anderes für ihn: „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an“ (1. Samuel 16,7).

Mit welcher Herzenshaltung gehe ich durchs Leben? Versuche ich mich mit aller Gewalt zu profilieren oder ist es mir wichtiger, dass Gottes Liebe durch mich sichtbar wird? Und wie gehe ich mit Menschen um, die nach menschlichen Maßstäben wenig zählen? Vielleicht sind genau das Gottes VIPs. Dann sollte ich sie auch entsprechend behandeln.

Was am Ende zählt

Dass ich überhaupt in den Himmel komme, ist allein Gottes Gnade zu verdanken. Aber welchen Platz er mir dann zuweist - nun, darauf habe ich offensichtlich einen gewissen Einfluss. Und dafür zählt nicht meine Medaillensammlung, sondern ob ich Gott mit meinem Leben Ehre gemacht habe.

Wenn Sie sich wieder über eine lange Schlange an der Kasse ärgern, denken Sie an den Monatsspruch. Und wer weiß: Vielleicht zählen Sie auf einmal unverhofft zu den Ersten.

 


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.