Andacht

Einsatz für andere ist gelebter Glaube

Wer bei der Not anderer nicht weg schaut, wird beschenkt.

„Weil sie wegen der Menge keinen Zugang fanden, ihn hineinzubringen, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn durch die Ziegel hinunter mit dem Bett mitten unter sie vor Jesus. Und als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben.“ Lukas 5,19-20

Im 5. Kapitel des Lukasevangeliums wird in wenigen Versen eine sehr interessante Begebenheit berichtet. Da erdreisten sich ein paar Männer, mitten in eine Veranstaltung zu platzen, um einen Kranken vor Jesus zu bringen. Sie scheuen offenbar keine Mühe, das zu tun, denn schließlich müssen sie dafür einen Gelähmten auf ein Dach bugsieren um ihn dann – möglichst ohne ihn noch schwerer zu verletzen – von dort aus vor die Füße Jesu schweben zu lassen. Ganz schön kreativ, was sie sich da einfallen lassen.

Die Geschichte auf den ersten Blick

Es geht darum, dass Jesus dem Kranken hilft, klar. Dass die Vergebung der Sünden an erster Stelle steht, dass Jesus darüber hinaus auch körperliche Schäden heilen kann und es auch tut, wird hier ganz deutlich. Ebenso, dass viele Leute sich von Jesus angezogen fühlen – dass sie zumindest kommen, um sich anzuhören, was er zu sagen hat. Und zwar in Scharen. Und dass er kritisch beäugt wird, weil man – in diesem Fall die Schriftgelehrten und Pharisäer – ihm nicht traut. Doch Jesus erweist sich als mächtiger und klüger als seine Kritiker, die am Ende nur staunen können.

Was steckt noch in dieser Geschichte – die „Hintergrundmusik“

Doch die innere und äußere Heilung hat eine Vorgeschichte. Der Kranke wurde zu Jesus gebracht. Von Menschen, die vor seiner Not nicht davongelaufen waren, die nicht weggesehen hatten, sondern die beherzt zupackten. Und ihn vor Jesus brachten. Das sieht Jesus. Den Glauben derer, die den Kranken zu ihm bringen – und sei es auf ungewöhnlichen Wegen.

Was kann das für uns heißen?

Andere Menschen vor Jesus bringen – das kann auch auf unspektakuläre Weise geschehen. In der Fürbitte, im persönlichen Gespräch mit dem Herrn, der retten, heilen und helfen kann. Eine vergleichsweise bequeme und angenehme Art, für andere einzutreten. Man muss nicht erst waghalsige Klettertouren unternehmen oder Teile eines Daches abdecken, um sich Zugang zu ihm zu verschaffen. Der Weg ist frei. Reden wir mit ihm – vielleicht werden auch wir staunen, was er tun kann.


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