Andacht

Was macht mich satt?

Gottes Wort ist wie Brot. Doch nur wer ehrlich sucht, wird satt. Eine Andacht.

Kennen Sie das? Richtig Hunger zu haben? Weil meine Frau und ich abends warm essen, komme ich oft so richtig hungrig von der Arbeit. Ich ertappe mich dann gerne dabei, im Kühlschrank nach Essbarem zu suchen, obwohl in einer Viertelstunde warmes Essen auf dem Tisch stehen wird. Klar, das ist nicht unbedingt ein schöner Zug, aber was tut man nicht alles, wenn man so richtig Kohldampf hat!

Wer stillt den Hunger nach Gott?

Von einem ganz anderen Hunger prophezeit Amos im Alten Testament. Er sagt: „Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der Herr, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, es zu hören; dass sie hin und her von einem Meer zum andern, von Norden nach Osten laufen und des Herrn Wort suchen und doch nicht finden werden. (Amos 8,11–12)

Zur Zeit des Alten Testaments sprechen Propheten Gottes Botschaft hinein in die Gesellschaft beziehungsweise in das Leben einzelner Menschen. Ihre Botschaften sind in der Regel ärgerlich. Propheten haben die Angewohnheit, das aufzudecken, was Gott nicht gefällt.

So ist es auch jetzt. Amos hat eine unbequeme Botschaft: Es wird die Zeit kommen, sagt er im Namen Gottes, da wird ein Hunger nach dem „Wort des Herrn“ entstehen und keiner weiß, wie er diesen Hunger stillen soll. Gott wird einfach schweigen. Es wird dann zu spät sein.

Kein frommes Getue

Zur Zeit von Amos war man sehr religiös. Man spulte das ganze fromme Programm ab, aber niemand fragte wirklich danach, wer Gott ist und was er von seinem Volk erwartet. Und das hat Konsequenzen: Gott schweigt. Er überlässt die Menschen einfach ihrem Schicksal. Die Folgen sind schlimm. Ganz schlimm.  

Ich nehme mir die Warnung von Amos zu Herzen: Kein so tun, als ob. Nein, ich will nach Gottes Willen fragen und mir das zu Herzen nehmen, was ich in meiner Bibellese lerne. Und das werde ich auch konsequent umsetzen. 


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