Andacht

Alter vor Schönheit

Warum Respekt vor Älteren sich lohnt. Eine Andacht zum Monatsspruch für März.

In letzter Minute vor Abfahrt des Zuges kann ich gerade noch einsteigen. Kein freier Sitzplatz. Viele Fahrgäste stehen. Ich auch. Da steht eine junge Frau auf: „Bitte, setzen Sie sich doch!“ Wie dankbar war ich!

Selbstverständlich ist solch ein Verhalten heute leider nicht mehr. Vielleicht früher auch nicht? Warum sonst wurde vor 3000 Jahren der Rat erteilt: „Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren.“ (3. Mose 19,32) In afrikanischen und orientalischen Kulturen ist die Verehrung der Alten noch immer unumstößliche Tradition. Man schätzt Weisheit und Erfahrung der Alten. Ihr Wissen wird genutzt. Zu allen Zeiten haben die Nachgewachsenen aber auch Probleme mit den Alten gehabt.

Mit Respekt vor Älteren ehrt man Gott

In unserer Gesellschaft zeigt sich das auch. Mehrere Generationen, die früher unter einem Dach wohnten, leben heute oft weit voneinander entfernt. Gegenseitiges Verstehen wird dadurch nicht leichter. Interessen und Ansichten gehen oft auseinander. Darum ist es gut, den weisen Rat aus alter Zeit auch heute zu beachten: „Begegnet alten Menschen mit Achtung und Respekt und ehrt den Herrn, euren Gott“ (3. Mose 19,32 HFA).

Bedenkenswert ist, dass mit der Würdigung der alt gewordenen Menschen Gott geehrt wird. Wer weiß schon, dass er mit dem Respekt, den er älteren Menschen entgegenbringt, Gott geehrt wird? Gott ist der Schöpfer und Erhalter des Lebens. geboren werden, wachsen, reifen, altern − alles ist in seiner Hand.

Gott schenkt die Kraft, dem Altwerden zu begegnen

Altern ist Gnade. In den letzten 100 Jahren ist das durchschnittliche Lebensalter angestiegen. In den nächsten 30 Jahren wird der Anteil der über 60-Jährigen von jetzt einem Viertel auf weit über ein Drittel steigen. In gleichem Maß werden Krebs- und Demenzkrankheiten zunehmen. Das wird viele Jüngeren vor schwer zu bewältigende Probleme stellen. Wie damit fertig werden? 

Nachfolger von Jesus Christus müssen sich nicht abmühen Lösungen aus eigener Kraft zu finden. Sie können seine Hilfe erbitten. „Wir wollen dich ehren. Gib uns die richtige Einstellung zu alten Menschen.“ Gottes Antwort ist das Geschenk von Kraft , Weisheit und Liebe für den Umgang mit Eltern, Großeltern und anderen alten Menschen, denen wir begegnen. Vielleicht hilft dabei auch der Gedanke: Diese Alten waren einmal, was wir noch sind. Wir Jungen werden einmal sein, was die Alten jetzt sind.

Sollten Jüngere Sorge haben, wie sie einmal mit dem Alter fertig werden, mögen sie getrost sein durch die Zusage Gottes: „Ja, ich will euch tragen bis zum Alter hin. Und ihr sollt einst sagen, dass ich gnädig bin“ (Liedtext von Jochen Klepper).


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