Monatsandacht

Der perfekte Gast

Was gilt es zu beachten, wenn ich bei Fremden zu Besuch bin? Eine Andacht zum Monatsspruch Februar.

Wie werde ich ein willkommener Gast? Hier sind sechs hilfreiche Tipps, wie dies garantiert gelingt:

1. Beobachten Sie den Gastgeber und passen Sie sich, wo dies möglich ist, an die Sitten und Gewohnheiten des Hauses an.
2. Bringen Sie ein kleines Gastgeschenk mit. Die nette Geste zählt!
3. Äußern Sie nach Möglichkeit keine Spezialwünsche. Und wenn Ihnen etwas nicht passt, lehnen Sie dankend ab ohne viel Aufhebens darum zu machen.
4. Bieten Sie Ihre Hilfe an – zum Beispiel beim Tischabräumen, wenn Sie merken, dass der Gastgeber in Stress gerät.
5. Lassen Sie den Hausherrn zu Wort kommen. Zeigen Sie ehrliches Interesse.
6. Bedanken Sie sich beim Abschied und am besten nochmals am Tag danach, zum Beispiel per E-Mail oder Kurznachricht.

Der biblische Ratschlag

Ich selbst besuche gerne alte Freunde oder neue Bekannte. Die Einladung in ein Zuhause bedeutet immer, dass der Hausbesitzer nicht nur seine Wohnungstür öffnet, sondern auch seine Herzenstür – zumindest einen Spalt breit. Ich bekomme Einblick in die Privatsphäre des Gastgebers. Mein Besuch bietet mir die Gelegenheit, mein Gegenüber noch besser kennenzulernen.

In der Bibel ist auch von „Hausbesuchen“ die Rede. Im Lukasevangelium wird berichtet, wie Jesus Freunde und Mitarbeiter, nämlich 72 Jünger, auf die Reise schickt. Jesus sendet seine Leute an verschiedene Orte. Dort sollen sie Jesus bekannt machen und sein eigenes späteres Eintreffen ankündigen. Für Besuche weist Jesus seine Jünger an: „Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!“ (Lukas 10,5)

Frieden für Kannibalen und andere Freunde

Bei diesem Tipp von Jesus kommt mir ein Buch in den Sinn, das ich gerade lese. Es ist die Biographie „Dschungelkind“ von Sabine Kuegler, die bei dem damals kannibalistischen Volk der Fayu in West Papua aufgewachsen ist. Eine der bewegendsten Passagen des Buches ist die Stelle, als Sabines Vater einem gefährlichen eingeborenen Kriegsführer klarmacht, dass er dem Volksstamm eine Botschaft von Liebe und Frieden bringen will. „Bitte komm wieder!“ antwortet der Urwaldbewohner dem Missionar, denn der Kämpfer möchte keinen Krieg mehr führen und keine Menschen mehr umbringen. Bereits der erste Besuch des christlichen Sprachforschers hat bei dem Krieger diesen Wunsch ausgelöst, dem dann ein längerer Prozess folgt.

Jesus fordert seine Jünger auf, Frieden in Häuser, Familien und Gemeinschaften zu tragen. Ich habe schon erlebt, wie Freunde mir genau diesen Frieden mitgebracht haben. Am Ende ihres Besuchs in meinem Haus haben sie mit meinem Mann und mir für unsere Familie gebetet. Ich fühlte mich dabei reich gesegnet. Früher habe ich mich das nicht immer getraut: Jemandem Gebet anzubieten, Segen zu wünschen oder über meinen Glauben zu sprechen – besonders wenn ich mir nicht sicher war, wie der andere darüber denkt. Aber als ich mehrmals erlebt habe, wie gut es allen Beteiligten tut, bin ich mutiger geworden. Selbst unsere muslimischen Freunde, afghanische Flüchtlinge, freuen sich jedes Mal, wenn wir ihnen anbieten für Gottes Schutz in ihrer ungewissen Zukunft zu beten.

Das größte Gastgeschenk ist Gottes Segen

Wenn wir allerdings merken, dass unser Gegenüber Jesus nicht an sich heranlassen will, können wir ihn nicht zwingen. Mit Ablehnung müssen wir rechnen. Darum geht es in den darauffolgenden Versen nach der Aufforderung einem Haus Frieden zu wünschen (Lukas 10,6-16).

Bei meinem nächsten Besuch, möchte ich die Chance ganz bewusst nutzen, um gezielt tiefgehende Themen und den Glauben anzusprechen und nicht nur beim Smalltalk zu bleiben. Als Dank für die Einladung überreiche ich natürlich auch weiterhin gerne ein Mitbringsel. Aber das größte Gastgeschenk, das ich jemandem geben kann, bleibt der Segen und der Friede unseres Gottes, der alles Begreifen übersteigt, wie es in Philipper 4,7 steht. 


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.