Andacht

Gebet versetzt Berge

Wie viel trauen wir dem Gebet zu? Eine Andacht.

Vor einiger Zeit habe ich eine Andacht darüber geschrieben, wie wir damit umgehen können, wenn Gott Gebete nicht erhört. Doch ob Gebete erhört werden, hat auch etwas damit zu tun, wie wir beten. Als Pastorentochter wurde in unserer Familie bei jeder Gelegenheit gebetet: vor dem Essen, vor einer wichtigen Klausur oder bei Krankheit. Als Kind glaubte ich fest an die Kraft dieser Gebete. Es machte einen Unterschied, ob Mama mit mir betete, wenn ich krank war. Irgendwann aber setzte ich mein Vertrauen mehr in mich selbst oder andere Menschen. Wenn ich eine Klausur schrieb, betete ich zwar noch davor, aber ich war trotzdem überzeugt: Mein Erfolg hängt vor allem von mir selbst ab und davon, wie viel ich für die Prüfung gelernt hatte.

Nun rät schon eine alte Kirchenweisheit: „Bete und arbeite“. Aber ab und zu war das Gebet für mich nur etwas, was man eben so macht. Ich holte mir damit noch schnell Gottes Segen für das Gelingen meines Lebens ab. Ansonsten hatte ich alles selbst unter Kontrolle. Doch wenn ich mit der Haltung bete: „Eigentlich habe ich alles unter Kontrolle, Gott, aber gib bitte auch deinen Segen dazu“, sollte ich vielleicht besser schweigen. Und mich erst recht nicht wundern, wenn Gott Gebete nicht erhört.

Gebetserhörung – kein Blankoscheck, sondern herausfordernd

Genauso wenig aber muss ich vor Gott um meine Sorgen herumreden. Natürlich können wir Gott nicht zwingen, unsere Gebete zu erhören. Aber manches Mal, wenn ich gebetet habe: „Wenn es dein Wille ist“, habe ich das nur getan, weil ich Gottes Absage sozusagen schon im Vorhinein miteinberechnet habe. Ich glaubte schlichtweg nicht daran, dass Gott eingreifen würde. Deswegen schränkte ich mein Gebet mit dieser Floskel ein. Aber ist das die Art, wie man als Christ beten sollte?

In der Bibel lese ich nichts davon. Vielmehr sagt Jesus seinen Jüngern: „Ich versichere euch: Wenn ihr Vertrauen zu Gott habt und nicht zweifelt, könnt ihr nicht nur tun, was ich mit diesem Feigenbaum getan habe. Ihr könnt dann sogar zu diesem Berg sagen: ‚Auf, stürze dich ins Meer!‘, und es wird geschehen. Wenn ihr nur Vertrauen habt, werdet ihr alles bekommen, worum ihr Gott bittet.“ (Matthäus 21,21-22)

Diese Zusage ist so unfassbar groß, dass ich sie kaum glauben kann. Was aber will Gott mir damit sagen? Dass ich alles bekomme, was ich haben will, auch das Pony und das Häuschen auf dem Land, das ich mir immer gewünscht habe? Ich denke nein. Diese Worte sind kein Blankoscheck, sondern eine Herausforderung. Gott fordert uns heraus, ihm ganz und gar zu vertrauen. Das bedeutet auch: Gebete zu sprechen, bei denen ich nicht beeinflussen kann, ob sie erhört werden. Und das im festen Vertrauen darauf, dass Gott sie erhört.

Wenn wir Gott bedingungslos vertrauen, geschehen auch Wunder

Letztes Jahr habe ich das mal ausprobiert. Eine Freundin von mir hatte ein Problem. Spontan bot ich an: „Lass mich für dich beten!“ Ich wusste schon in diesem Moment: „Das kann ganz schön nach hinten losgehen.“ Denn meine Freundin ist keine Christin und steht dem Glauben eher kritisch gegenüber. Ich hatte also mächtig Bammel beim Beten. Denn was, wenn ich mich zu weit aus dem Fenster lehnte und Gott nicht handelte?

Doch innerhalb eines Tages änderte sich die Situation grundlegend. Als ich das hörte, war ich so begeistert von Gott wie lange nicht mehr. Ich hätte am liebsten laut Halleluja geschrien. Diese Erfahrung hat mich ermutigt, auch für scheinbare Wunder zu beten. Denn schließlich ist es Gott selbst, der uns dazu auffordert, herausfordernd und mit bedingungslosem Glauben zu beten. Wofür sollten Sie noch einmal mit ganz neuer Haltung beten? Denken Sie mal drüber nach!

 

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Kommentare

Von megi H. am .

meine gebete wurden längst nicht alle erhört! trotzdem kann ich meinem himmlischen vater danken.. nur danken für all sein durchtragen, bewahren und stärken..neuen mut und neue hoffnung schenken! ich weiss dass er immer da ist und durchträgt bis ans ende.. ich sehe ihn nicht.. aber er ist da. manchmal spüre ich es ganz deutlich, hin und wieder erst im nachhinein.. manchmal kommt es mir vor, als sei er weit fern von mir. ABER das sind nur gefühle, empfindungen. dann bete ich: ich danke dir vater mehr

Von Gerli am .

...ohne MICH könnt ihr nichts tun Joh. 15
das ist eine der unzähligen Worte, die zeigen, daß ohne ständige (Gebets-) Verbindung zu JESUS kein Glaubensleben denkbar ist. Phil. 4,6 u.a.m. zeigt auch, dass Dankbarkeit, das Danken durchzubuchstabieren, auch zum Gebet gehört und auch die Beziehung zu JESUS belebt und pflegt.
Danke, dass Ihr bei ERF-Pop und Plus - da ermutigend mit Beispielen vorangeht.

Von Julia am .

Toller Beitrag, vielen Dank dafür!


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