Andacht

Ein Wintergarten im Jenseits

Wie ich mir den Himmel vorstelle. Eine Andacht.

„Ein Wintergarten im Jenseits“ − diese Überschrift stand neulich in meiner Tageszeitung über einem Portrait meiner Person. Anlässlich des 150. Geburtstag stellt die Zeitung 150 Bürgerinnen und Bürger vor, Menschen wie du und ich. Im ersten Moment fand ich die Überschrift „Ein Wintergarten im Jenseits“ schrecklich, aber unbestritten stolpern die Leser darüber und werden neugierig.

Wie kam die Redakteurin zu dieser Titelzeile, wo ich zwar das Wort „Himmel“, aber das Wort „Jenseits“ gar nicht verwendet hatte? Vielleicht, weil das Wort „Himmel“ für den aufgeklärten, säkularisierten Leser politisch inkorrekt ist? Darüber hatten wir im Interview gesprochen: Wie stelle ich mir den Himmel vor, in den ich nach meinem Tod komme? Ist solch eine menschliche Frage zu einem himmlischen Ort erlaubt? Ja, das ist sie!

So stelle ich mir den Himmel vor: Eine schöne, helle Wohnung mit einem lichtdurchfluteten Wintergarten, in dem neben einer großen Zimmerpflanze und einem Teetisch mit Sesseln unbedingt ein großer schwarzer Flügel steht. Nun werden Sie vielleicht meine Vorstellung als die eines Träumers abtun. Und ich muss gestehen, dass meine Vorstellung nur zum Teil durch die Texte der Bibel abgedeckt ist. Was ist denn dazu in der Bibel zu lesen – und was nicht?

Im Himmel wartet eine Wohnung!

Angeregt durch zwei Impulse stelle ich mir den Himmel bei Gott sehr konkret vor. Der erste Impuls ist ein biblischer und kommt aus dem Johannesevangelium: „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn‘s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?“ (Johannes 14, 2)

So steht für Menschen, die Jesus vertrauen und ihm nachfolgen, fest: Dort, wo Gott zuhause ist, warten Wohnungen auf sie. Gottes Gegenwart wird ihre Heimat. Und es stehen genügend Wohnungen zur Verfügung, vorbereitet von Jesus. Vollmöbliert, denn ein Mensch kann nichts aus diesem Leben mitnehmen. Ich lebe gerne auf dieser Erde, aber freue mich gleichzeitig auf dieses Domizil in Gottes Wohnanlage.

Hat meine Wohnung im Himmel einen Wintergarten?

Den zweiten Impuls für meine Vorstellung vom Himmel bekam ich vor vielen Jahren bei den Massai, einem Nomadenvolk im Süden Kenias. Wir feierten mit ihnen einen Gottesdienst und mir fiel ein Bild auf, das sie gemalt hatten. Das Bild zeigte, wie sie sich den Himmel vorstellten. Zu sehen war ein festes Haus, eine grüne Wiese und ein Bach mit klarem Wasser. Sie kannten die biblische Zusage aus dem Johannesevangelium − und legten in ihr gemaltesBild all das hinein, was sie in ihrem harten Nomadenleben schmerzhaft vermissten: ein festes Haus, eine grüne Wiese, ein Bach mit klarem Wasser.

Ich habe ein festes Haus und eine grüne Wiese. Aber mir fehlt noch solch ein Platz für Ruhe, Muße, Musik und Gespräche – mein persönlicher Wintergarten eben. Wie sieht ihr Himmel aus?

Natürlich ist das Bild der Massai genau wie meines und Ihres Spekulation. Vielleicht wird es ganz anders. Aber fest steht: Gott hält eine Wohnung bereit. Das hat er versprochen. Und dessen bin ich mir auch sicher: Dass das Zusammensein mit Jesus und der Lobgesang vor dem Thron Gottes nicht zu kurz kommen!


Kommentare

Von Torsten S. am .

Kann es sein, dass diese Andacht nicht vollständig ist? Hr. von Ende (falls er hier von sich spricht..) ist best. noch keine 150 Jahre alt!
Auch der Schluss dieser Andacht paßt irgendwie nicht dazu...
Sind da vielleicht Textzeilen verloren gegangen?

Von Felix M am .

Mein Himmelshaus ist aus Lehm oder ähnlichen natürlichen Materialien gebaut. Es ist nicht so perfekt, aber schön erdnah und hat nicht ganz so eckige Ecken und rechte Winkel, ist groß und mit vielen Räumen, Fenstern und Türen. Man lebt gerne dort und das himmlische Klima kann dem Haus nichts anhaben. Vielleicht träume ich dies, weil wir uns hier soweit von Natur und Einfachheit entfernt haben. Hügelige , saftig-grüne Landschaften mit klarem Bach, Wäldern und großen Weiten etc. gehören auch dazu. Vielleicht auch natürliche ,anstrengungslose aber freudvolle Landwirtschaft...


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