Serviceartikel

Ja, nein, vielleicht?

3 Tipps für weise Entscheidungen.

Jeden Tag warten sie auf uns. Hinter jeder Ecke lauern sie und wollen von uns in Angriff genommen werden: Entscheidungen. Freunde bitten Sie um einen Gefallen, Ihre Eltern benötigen Hilfe und der Pastor fragt, ob sie jemanden vertreten würden. Man würde gerne zu allem „ja“ sagen, weiß aber gleichzeitig, dass es den Terminkalender sprengen würde. Woher weiß man, wann ein „Ja“ und wann ein „Nein“ dran ist?

 

Diese Frage hat sich auch Lysa Terkeurst gestellt. Sie leitet die christliche Organisation „Proverbs 31 Ministries“, hat fünf Kinder und jeden Tag zahlreiche Entscheidungen zu treffen. Früher hatte sie bei jedem „Nein“ ein schlechtes Gewissen, weshalb sie bei allem immer zusagte. Das führte dazu, dass sie sich regelmäßig übernahm und Aufgabe um Aufgabe abarbeitete, bis sie ganz ausgelaugt war. Schließlich hat sie gelernt, sich zu hinterfragen: „Für welche Aufgabe bin ich die Richtige?“ In ihrem Buch „Nein ist manchmal das bessere Ja. Weise Entscheidungen treffen“ zeigt sie drei Schritte auf, die helfen, diese Frage für sich immer wieder neu zu beantworten.  

1. Herausfinden, wann ein „Ja“, dran ist

Bei jeder Entscheidung sollte die Motivation eine zentrale Rolle spielen. Aus welchem Grund würde man einer Aufgabe zusagen? Weil man sich nicht traut, „Nein“ zu sagen, weil man gerade Zeit hat oder weil es einem auf dem Herzen liegt, sich in diesem Bereich einzusetzen? Wenn es sich bei der Motivation nicht um Liebe handelt, sollte man in Erwägung ziehen, sie abzusagen. Denn: Ohne Liebe hat der Einsatz keinen Wert. Es geht also nicht darum, wie oft man „ja“ sagt, sondern aus welchem Beweggrund man es tut.

Es gibt Aufgaben, die man mit Hingabe und Liebe erledigt: Projekte, Aufgaben und Gefallen, die einem am Herzen liegen. Darum lohnt es sich, herauszufinden, wofür das eigene Herz schlägt und sich dafür bewusst Zeit einzuplanen. Insgesamt sollte der Kalender aber nie so voll sein, dass man von Termin zu Termin hetzt. Denn sonst können die kleinen Aufträge, die spontan dazu kommen können, in der Hektik untergehen. Als Lysa Terkeurst zum Beispiel an einem Vormittag unterwegs war, ist ihr eine  Frau auffallen, die gestresst an ihr vorbeigelaufen ist. Und sie hat sofort einen kleinen Impuls in ihrem Inneren wahrgenommen: „Sprich diese Frau an!“ Diese innere Stimme kann man allerdings nur hören, wenn man mental nicht schon beim nächsten Termin ist. Und man geht dem Impuls nur nach, wenn man sein Leben nicht von dem Sekundenzeiger seiner Armbanduhr diktieren lässt.

2. Entscheidungen auf einer guten Basis treffen

Welche Maßstäbe legt man an, wenn man in seinem Alltag zwischen zwei Optionen wählen muss? Geht man am Sonntagnachmittag zum Beispiel zum Fußballspiel des Sohnes oder besucht man die kranke Mutter?  Lysa Terkeurst ist Gottes Sichtweise auf Menschen, Beziehungen und Umstände sehr wichtig. Deswegen stellt sich unabhängig von der Situation zunächst diese Fragen: „Habe ich in letzter Zeit in der Bibel gelesen und darüber gebetet? Habe ich das, was ich gelesen habe, in letzter Zeit in meiner Rolle und Aufgabe (zum Beispiel als Mutter oder Tochter) umgesetzt? Habe ich weise Menschen um Rat gefragt, die Genaueres über meine Situation wissen?“

Wer die Fragen drei Mal mit „Ja“ beantwortet, hat in Lysa Terkeursts Augen eine solide Basis für Entscheidungen. Dann ist man nämlich besonders sensibel für Impulse von Gott und kann den eigenen Willen zurückstellen, wenn etwas anderes gerade dran ist. Man merkt, wie man Frieden über eine der Optionen erhält – selbst wenn es die ist, auf die man weniger Lust hat. Manchmal steht man aber auch vor Entscheidungen, in denen beide Optionen gleich gut sind. Verbringt man einen Abend mit dem Partner oder mit einem guten Freund? Da lohnt es sich zu fragen, in welche Beziehung man wieder investieren sollte.

3. In schwierigen Situationen nicht allein entscheiden

Es gibt Situationen, die emotional belasten: Eine verhauene Prüfung, ein Konflikt mit der besten Freundin oder am Arbeitsplatz. Was ist, wenn man auf einer Gefühlsachterbahn eine Entscheidung treffen muss? Lysa Terkeurst war als Referentin für eine große Veranstaltung gebucht. Zwei Tage vor dem Event erfährt sie etwas über ihre Tochter, das sie absolut schockiert hat. Was es ist, verrät sie nicht, aber es scheint sie in jeder Faser ihres Körpers getroffen zu haben. Tränenüberströmt, enttäuscht und ratlos kam ihr sofort der Gedanke: „Ich muss die Veranstaltung absagen.“ Sie ist allerdings nicht dem ersten Impuls nachgegangen, sondern hat eine Mentorin um Rat gefragt.

Lysa Terkeurst hat sich entschieden, eine andere Rednerin anzurufen. Sie hatte eine ähnliche Situation erlebt und konnte sich gut in die Lage hineinversetzen. Die andere Rednerin hat ihr nicht empfohlen, einfach Zuhause zu bleiben – obwohl Lysa Terkeurst das vermutlich gerne gehört hätte. Stattdessen hat sie Lysa dazu ermutigt, ihrer Berufung nachzugehen. Im Rückblick ist Lysa Terkeurst dankbar für diesen Rat. Deswegen empfiehlt sie: Man soll sich einen Mentor suchen, der eine gewisse emotionale Distanz zu einem selbst hat. Der eigene Vater rät einem vermutlich viel öfter, einfach Zuhause zu bleiben, wenn einem danach ist.  

Entscheidungen sind Gesamtpakete

Diese drei Schritte helfen dabei, weise Entscheidungen in seinem Alltag zu treffen. Doch sollte man sich dabei nicht zu viel Druck machen, denn Entscheidungen sind immer Gesamtpakete. Eine Entscheidung hat selten ausschließlich positive Auswirkungen. Wenn man sich zum Beispiel am Sonntagnachmittag für den Besuch bei der kranken Mutter entschieden hat, war man nicht auf dem Fußballplatz. Das ist auch völlig in Ordnung. Deswegen gilt: Aus den getroffenen Entscheidungen das Beste machen. Vielleicht bedeutet das dann, den kommenden Sonntag beim Fußball anzufeuern.

Die ÜberLebensHelferin zum Thema Entscheidungen treffen

 

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