Andacht Lesezeit: ~ 3 min

Wie unser Herz Ruhe findet

Ob gesund oder nicht: Die Sorge um die eigene Gesundheit kann rastlos machen. Drei Schritte dagegen.

Es gibt ein Zitat von Kirchenvater Augustinus, das mich schon immer bewegt hat: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht, O Gott, in Dir.“ Viele kennen vermutlich das Gefühl, unruhig oder getrieben zu sein. Es scheint da eine Sehnsucht in uns zu geben, die uns rastlos umherirren lässt. Vieles davon hatte für mich mit dem Sinn des Lebens zu tun. Aber auch im Hier und Jetzt, bei aktuellen Fragen und Sorgen, wird mein Herz unruhig, mache ich mir Sorgen. Beruflich stehe ich vor einer neuen Herausforderung, die mir hier und da aufs Gemüt drückt. In solchen Fällen wünsche ich mir Ruhe und Zuversicht.

Jesus kennt dieses Bedürfnis: „Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken.“ sagt er zu seinen Zuhörern in Matthäus 11,28. Doch wie kann man diese Ruhe finden? Gibt uns die Bibel vielleicht ein paar Hinweise darauf, wie man diese Ruhe für sein Herz und seine Seele bei oder in Gott finden kann? In einer Predigt habe ich von einem interessanten „Dreisatz“ gehört, der mich seither beschäftigt.

Den ersten Schritt finden wir in Römer 10,17: „Und doch kommt der Glaube durch das Hören dieser Botschaft, die Botschaft aber kommt von Christus.“ Wenn mein Herz Ruhe finden soll, muss ich das Evangelium – die Gute Nachricht – gehört und verstanden haben. Ich muss von Jesus und dem hören, was er für mich getan hat. Da Jesus das Wort Gottes ist, muss ich also Jesus kennenlernen, wenn ich Ruhe finden will.

Das Wort Gottes + Glaube + Gehorsam = Ruhe Gottes

Doch das Hören allein reicht nicht. Ich muss die Zusagen und Versprechen Gottes auch glauben – quasi für mich in Anspruch nehmen. Das ist eine Frage des Vertrauens und wird mit der Zeit mehr und mehr auch eine Sache der Erfahrung. Vertraue ich darauf, dass Gott mit mir und durch mich Gutes tun will? Glaube ich, dass er meine Gebete erhört? Um Frieden im Herzen zu spüren, muss ich darauf vertrauen, dass die Verheißungen Gottes auch mir gelten. Im vierten Kapitel des Hebräerbriefs wird das deutlich. „Denn diese gute Botschaft wurde uns genauso verkündet wie ihnen. Aber sie nützte ihnen nichts, weil sie nicht glaubten, was Gott ihnen sagte“. Das „ihnen“ bezieht sich auf die Israeliten, die das Gelobte Land nicht betreten durften. Der Grund: Sie haben nicht geglaubt. Es zeigt sich: Glaube und Vertrauen sind notwendig, um die Ruhe Gottes zu finden.

Aber auch das ist noch nicht der letzte Schritt. Neben der Kenntnis und dem Glauben ist auch Gehorsam notwendig. Hebräer 3,18 macht das deutlich: „Und zu wem sprach Gott, als er schwor, dass sie seine Ruhe niemals finden sollten? Er sprach zu denen, die ihm ungehorsam gewesen waren.“ Im Grunde ist das logisch. Wenn Gott sagt: „Tu dies, wenn Dein Herz Ruhe finden soll“, muss ich tun, worum er mich bittet. Ansonsten verfehle ich das Ziel. Wichtig sind mir an diesem Punkt zwei Dinge: Erstens ist Gott gnädig. Er weiß, dass wir es nicht immer hinbekommen. Wer also mal ungehorsam ist, hat nicht für alle Zeit diese Ruhe verwirkt. Zweitens sind die Gebote Gottes keine Strafe, sondern eine Anleitung zum Glücklichsein. Insofern tun wir uns selbst einen Gefallen, wenn wir Gott gehorchen.

Der Dreiklang aus „Hören, Glauben und Gehorchen“

Dieses „Rezept“ klingt fast zu einfach, um wahr zu sein. Im täglichen Leben merke ich, dass es aber weitaus schwerer ist. Dennoch ermutigt und motiviert mich dieser Dreiklang. In meinem aktuellen Fall helfen mir folgende Gedanken: Ich weiß, dass Gott bei mir ist (Mt 28,20). Gott verspricht mir, das gute Werk, das er in mir begonnen hat, zu vollenden (Philipper 1,6). Ich sehe mich berufen und darf darauf vertrauen, dass Gott mir helfen wird.

Wichtig ist, dass ich die Gaben, die Gott mir gegeben hat, einsetze. Ich will kein Knecht sein, der seine Talente aus Angst vor seinem Herrn im Boden vergräbt. Ich will gehorsam das einsetzen, womit Gott mich begabt hat (Matthäus 25, 14-30). Dieser Dreiklang aus „Hören, Glauben und Gehorchen“ gibt mir für die konkreten beruflichen Herausforderungen Frieden und Ruhe. Vermutlich haben Sie keine beruflichen Probleme. Aber ich vermute, dass auch Sie Bereiche haben, in denen Sie rastlos sind. Probieren Sie die drei Schritte aus, vielleicht finden auch Sie Ruhe.
 

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Kommentare

Von Sigrid k. am .

Danke für diese Andacht ! Siespricht mich direkt an!
Jesus möge mir helfen das gelesene umzu setzen.
Gott befohlen

Von Daniel V. am .

Auch ich möchte eine neue berufliche Herausforderung annehmen. Fühle mich aber gerade etwas unter Druck. Ich frage mich, ist es die richtige Entscheidung? Überfordere ich mich? Oder traue ich zu wenig auf Gottes Zusagen.
Die Einnahme des Gelobten Landes durch die Israeliten steht mir dabei auch vor Augen und motiviert mich etwas zu riskieren bzw. mit Gott eine Mauer zu überspringen.
Die Andacht ermutigt mich in meiner Situation. Vielen Dank.

Von Lynn A. am .

Wie schon häufiger auf meinem Weg zu und mit Gott, irritiert mich die Forderung nach dem "Gehorchen". Mein Umgang mit ihm empfinde ich als entspannter und die besagte Formulierung führt meines Erachtens häufiger zu einem instinktiven, aber nicht gottgewollten Widerstand bei Suchenden und Findenden.
Das Wort Gehorsam wird häufig zusammen mit dem Adjektiv "blind" verwendet und dies verdeutlicht vielleicht, was ich zum Ausdruck bringen möchte. Ich möchte mit seiner Hilfe sehen lernen und nicht mehr

Von Margot D. am .

Diese Andacht kommt genau zur rechten zeit! Auch mein Herz ist unruhig und irgendwie bin ich wie gehetzt und weiß, dass ich so , wie besche rieben nur zur Ruhe kommen kann! Aber ich frage mich: Warum weiche ich dieser Ruhe aus? mein Herz sehnt sich doch nach Ruhe in Gott? Manchmal bin ich mir selber ein Rätsel. Danke, für die Andacht!


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