Andacht zum Monatsspruch Dezember 2014

Ich, die Wüste

Gott wird Veränderung schenken. Warum ich mir dessen sicher bin.

Ich bin ein Mensch, der Abwechslung liebt. Ich liebe es, in einer Klimazone zu leben, in der es Jahreszeiten gibt. Ich darf alle drei Monate die Veränderungen in der Natur beobachten. Ich liebe meinen Beruf, in dem ich mich mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen beschäftigen darf. Und während andere ihren Urlaub jedes Jahr an der Nordsee verbringen, liebe ich es, immer wieder neue Länder und Kulturen zu entdecken.

Man könnte aufgrund dieser Beschreibung meinen, dass mein Leben floriert und ich viel Positives bewirken kann. Aber nein. Während ich versuche, viel Abwechslung um mich herum zu haben, bleibe ich selbst auf der Stelle stehen.

Und die Bettina war wüst und leer

Warum ich das so denke? Es gibt Grenzen in mir, an die ich immer wieder stoße. Seit Jahren hadere ich beispielsweise damit, frei und ohne Angst vor Verurteilung in Gruppen zu reden. Trotz meiner Bemühungen und Gebete scheint sich in diesem Bereich nicht viel zu ändern.

Wenn das aber doch nur der einzige Punkt wäre, an dem ich scheinbar nicht weiterkomme. Wie gerne würde ich Freunden, die einen Rat brauchen, gut und weise antworten. Oder Familienmitgliedern, die Hilfe benötigen, unter die Arme greifen. Aber aus mir heraus kommt: Nichts. Gähnende Leere.

Am Ende ward alles sehr gut

In solchen Momenten komme ich mir vor wie die Wüste höchstpersönlich. Auch wenn es komisch klingen mag, fühle ich mich daher von folgendem Vers aus Jesaja 35,1 persönlich angesprochen: „Die Wüste und Einöde wird frohlocken, und die Steppe wird jubeln und wird blühen wie die Lilien.“

Es ist der erste Vers nach den Gerichtsankündigungen Jesajas, der dem Volk Israel Wiederherstellung und Errettung verspricht. Wie berührend muss diese Aussage für die Zuhörer damals gewesen sein? Orte, an denen man keine Zuflucht finden konnte, werden mit Freude erfüllt sein. Dort, wo es vorher karg und trostlos war, wird wieder Leben zu finden sein.

Neues Leben und Veränderung entsteht, wenn Gott in unser Leben hineinspricht. Wenn er uns anspricht und wir uns ihm zuwenden. Das möchte ich auch auf meine Situation heute übertragen. Auch wenn es für mich in manchen Lebensbereichen bereits seit mehreren Jahren keine spürbare Veränderung gibt, so möchte ich doch darauf vertrauen, dass Gott sich dessen annimmt.

Ihm ist es möglich, meine Leere zu füllen, Beziehungen zu erneuern und meine Ängste wegzunehmen. Auch wenn ich es selbst nicht mehr für möglich halte. Ich freue mich darauf!


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