Gedanken zum Monatsspruch im Juli Lesezeit: ~ 2 min

Neid bringt’s nicht!

Wieso wir nicht auf das Glück anderer schielen brauchen. Andacht zum Monatsspruch.

Bei anderen läuft alles besser. Kennen Sie solche Gedanken? Sie schauen auf andere und haben den Eindruck: Familie, Karriere, Freunde – alles läuft blendend. Andere haben scheinbar mehr Glück im Leben. Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich so denke. Besonders dann, wenn die Dinge nicht rund laufen, wenn ich abgespannt und müde oder auch einfach gerade etwas empfindlicher bin als sonst.

In Psalm 73 wird von einem Mann berichtet, dem es ähnlich geht. Er heißt Asaph und ist Berufsmusiker im Tempel von Jerusalem. Das ist sicher kein schlechter Job. Man könnte also meinen, dass Asaph keinen Grund zur Klage hat. Das ist aber nicht so.

Wo bleibt der Segen Gottes?

Asaph leidet und hadert mit seinem Schicksal. Dabei schaut er neidisch auf andere ‒ genauer gesagt, auf Menschen, die von Gott nichts wissen wollen. Bei denen läuft scheinbar alles nach Plan. Sie sind angesehen und erfolgreich, reden angeberisch daher und fragen nicht nach Gott. Und dabei geht es ihnen prächtig. Asaph versteht die Welt nicht mehr. Zermürbt und niedergeschlagen lädt er seinen Frust bei Gott ab.

Ich kann Asaphs Ärger gut verstehen. Sollte der Segen Gottes nicht irgendwie auch sichtbar sein im Leben der Menschen, die mit Gott unterwegs sind? Viele meinen das zumindest. Was passiert aber, wenn es anders kommt? Wenn der Erfolg ausbleibt, die Gesundheit nicht mitspielt oder das Geld knapp wird. Wenn die Kinder quertreiben oder die Beziehung am Ende ist. Da scheint der Segen Gottes doch irgendwie an einem vorbeigelaufen zu sein. Da macht es offensichtlich keinen Unterschied, ob ich mit Gott unterwegs bin oder nicht.

Gott sieht weiter

Als Asaph in einer solchen Stimmung ist, geht er in den Tempel. Dort begegnet er Gott und plötzlich sieht er die Dinge anders. Asaph erkennt, dass das Glück der Gottlosen nicht lange anhält. Die, die nichts von Gott wissen wollen, werden auch nicht in seiner Nähe sein. Sie werden umkommen. Asaph ist erschüttert. Dieser Einblick rüttelt ihn wach und verändert seine Sichtweise.

Nach allem, was für Asaph schwer und schmerzvoll ist, kann er sich mit einem Male doch wieder darüber freuen, dass er mit Gott unterwegs sein darf. Und nach allem Klagen sprudelt plötzlich ein zuversichtliches Lob aus ihm heraus: „Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.“ (Psalm 73,23-24)

Diese Verse aus Psalm 73 begleiten mich schon eine Weile. Vers 23 wurde mir zu meiner Konfirmation mit auf den Weg gegeben. Als Jugendliche konnte ich nur wenig damit anfangen. Mittlerweile gefällt mir der ganze Psalm aber richtig gut, weil er so lebensnah ist.

Immer wieder kommt es vor, dass ich kurzsichtig und mit eingeschränktem Blick auf das schaue, was um mich herum passiert. Manchmal bin ich enttäuscht, mutlos oder unzufrieden und versinke wie Asaph in Selbstmitleid. Schon oft ist mir genau in so einem Moment dann mein Konfirmationsspruch wieder in den Sinn gekommen. So rüttelt Gott mich immer wieder wach und erinnert mich daran, dass er doch den besseren Überblick hat. Er sieht weiter als ich. Gott geht mit mir und hält mich bei meiner rechten Hand. Ist das nicht eine großartige Zusage von Gott?


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