Andacht

Schuldig!

Was der Fall Hoeneß mich lehrt. Eine Andacht.

Der Fall Uli Hoeneß sorgte in letzter Zeit für großes Aufsehen: Der Präsident des FC Bayern München musste sich wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Zuerst ging es „nur“ um 5,5 Millionen Euro, doch von Tag zu Tag zog sich die Schlinge um Hoeneß enger zu: Am Ende steht eine dreieinhalbjährige Haftstrafe und ein ramponiertes Image.

Mein Urteil: schuldig

Mit der steigenden Summe der Anschuldigungen vermehrte sich die Häme in der Berichterstattung und die Empörung der Bevölkerung. Liveticker präsentierten im  Minutentakt das Ausmaß von Hoeneß‘ Schuld. Proportional dazu wuchs die Zahl der Befürworter einer Gefängnisstrafe. Denn: Schuld muss gesühnt werden. Das ist unser gedankliches System. Je mehr Schuldöffentlich wird, desto höher muss das Strafmaß sein.

Im Gegensatz zu Menschen weiß Gott alles was wir denken, sagen und tun. Würde er einen Liveticker für unsere bösartigen Gedanken, gemeinen Taten oder lieblosen Worte verfolgen, gäbe es wohl im Sekundentakt neue Meldungen. Allein das Fehlverhalten eines Tages würde ausreichen, um uns den Prozess zu machen und das Urteil „schuldig“ zu fällen.

Endlich Reinen Tisch machen

Aber Gott denkt in einem anderen System als wir. Er sagt: „Ich bin Gott und nicht ein Mensch; ich, der heilige Gott, komme, um dir zu helfen, und nicht, um dich zu vernichten.“ (Hosea 11,9) In dem Prozess um unser Fehlverhalten ist Gott der Richter. Doch zugleich stellt er uns den Verteidiger: seinen Sohn Jesus. Jesus hält nicht nur ein gutes Plädoyer für uns, sondern er benennt auch im Prozess klar unsere Vergehen. Gleichzeitig bietet er uns an, das gerechte Strafmaß selbst  auf sich zu nehmen. Doch bin ich bereit dafür? Nehme ich den Verteidiger und sein Angebot in Anspruch?

Oft fällt es mir schwer: Ähnlich wie im Fall Hoeneß rücke ich vor Gott oft nur Stück für Stück mit der Wahrheit heraus und versuche, noch irgendwie mein Image zu retten. Doch das ist ein sinnloses Verhalten, das nur mir selbst schadet und den Prozess unnötig verlängert. Denn sowohl der Richter als auch der Verteidiger sind ja über die Sachlage bestens informiert. Je schneller und ehrlicher ich mein gesamtes Fehlverhalten bekenne, desto eher fühl ich mich von meiner Last befreit. Das nenne ich einen guten Start in die Woche: Mich nicht mehr mit einem schlechten Gewissen quälen, sondern mit Gottes Hilfe reinen Tisch machen und mit einem erleichtern Herzen in den Alltag starten.


Kommentare

Von Margot D. am .

Dieser Andacht stimme ich voll in meinem herzen zu.
Meine Mutter hat immer gesagt: "Wenn du vor Gott und Menschen schuldig geworden bist, lauf schnell zu Jesus und bekenne es Ihm, bevor der Teufel zu Ihm kommt und dich verklagt!" Das ist meine Devise.

Von Eckhard B. am .

Im Hinblick auf das Verhältnis der Menschen untereinander würde ich gerne ergänzen, was Jesus den sich völlig im Recht wähnenden Anklägern sagt (Joh. 8): Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!

Von W.H. am .

Ein sehr aktuelles -aus dem Leben gegriffenes -Beispiel,welches sich in unser persönliches Leben gut übertragen läßt;auch wenn die Schuld anders gelagert ist.
Eine Ermutigung zum Neustart nich nur in eine neue Woche. Vielen Dank für diese Starthilfe.
Wolfgang

Von Markus am .

Gute Andacht! Sehr zum nachdenken zu empfehlen. Eins jedoch würde ich anders schreiben. Ich würde von einem guten Start in die ARBEITSwoche schreiben! Denn, bei Gott fängt laut Bibel die Woche nicht Montags sondern bereits Sonntags an! Ansonsten wirklich sehr gut geschrieben und empfehlenswert! :-)

Von reinhard h. am .

Diese Andacht finde ich absolut gut!
Nicht nur für Bayern Fans oder Bayern Gegner.

Von Wolfgang am .

Gut geschrieben von Ihnen.
Ein kleiner Zusatz von mir.
Schnell und ehrlich bekennen führt zum
Gefühl der Lastbefreiung, für den Moment.
Wenn in Ehrlichkeit nicht auch Einsicht
enthalten ist, dann fühle ich nur momentan,
bin aber nicht auf Dauer von der Last befreit.
Ein Unterschied, der eben bei fehlender
Selbsterkenntnis und Einsicht schnell zur
Wiederholung führt und die Last ist wieder da.
So handelt Gott,
bemühen um tägliche Selbsterkenntnis und Einsicht meiner Taten nimmt erst
täglich die Herz-Seelen-Last.
Sonst nur 1 Moment-Tag...:=)
Gruß
Wolfgang

Von Margita am .

Hört sich fast so an als stünde uns nicht zu, daß rechtswidriges Verhalten nicht bestaft werden soll, weil wir alle ja irgendwie Sünder sind!!

Von Hans-Dieter F. am .

Eine sehr gute Andacht zu diesem Thema..............würden Sie so freundlich sein und mir diese Andacht als PDF senden.
Gott segne Sie für diese weisen Worte....Ihr Hans - Dieter F.


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.