Einsamkeit - Am bitteren Ende allein

Fast drei Jahre war Jesus mit seinen 12 Jüngern unterwegs gewesen. In letzter Zeit hatte er ihnen immer häufiger zu erklären versucht, dass sein Tod für die Sünden der Welt bevorstand. Ein Tod, geprägt von Einsamkeit.

Fast drei Jahre war Jesus mit seinen zwölf Jüngern unterwegs gewesen. In letzter Zeit hatte er ihnen immer häufiger zu erklären versucht, dass sein Tod für die Sünden der Welt bevorstand.

Jetzt war die Nacht da, in der er verhaftet würde. Aus seinem letzten Gespräch mit den Jüngern hört man deutlich durch den Schmerz über ihre Verständnislosigkeit die unendliche, innige Liebe heraus, die er auch jetzt noch für sie empfand.

„Meine Seele ist betrübt bis in den Tod.“

„Wachet und betet mit mir.“

Er ging ein Stück weiter und betete allein - betete und rang mit dem Tod, denn er wusste ja, was ihm bevorstand. „Vater, ist es möglich, so lass diesen Kelch vorübergehen – aber es soll so kommen, wie Du es willst.“

Jesus brauchte nicht zu sterben, denn er hatte niemals Schuld auf sich geladen. Er hatte die freie Wahl: die Sündenlast einer ganzen Welt musste in den Tod getragen werden, damit die Menschheit wieder die Möglichkeit hatte, zu Gott, ihrem Schöpfer und eigentlichen Herrn, zurückzukommen. Er allein konnte das tun. Wenn nicht, war es um die Welt geschehen und sie würde auf ewig von Gott getrennt sein.

Aber Jesus war Mensch genug, um diese Entscheidung menschlich zu sehen. Er hatte Angst und wusste dennoch, dass von ihm alles abhing. Liebe gab den Ausschlag, den Weg zu gehen. Als er in jener Nacht zurückkam, schliefen alle. Was mag Jesus in diesem Moment empfunden haben?

Einen Bruchteil davon erlebst Du, wenn allein gelassen bist in einer Situation, in der Du die Mutter, den Freund, den Partner am meisten brauchst. Du findest ihn „schlafend“ - desinteressiert an der Not, die Dir zu schaffen macht.

Dann wurde Jesus verraten
von einem seiner Jünger
durch einen Kuss
- doch auch jetzt versiegt die Liebe nicht.

Er heilte den Soldaten, dem der eifrige Petrus ein Ohr abgeschlagen hatte. Derselbe Petrus, der ihm versprochen hatte: „Ich lasse Dich niemals allein!“ war derselbe Petrus, der kurz darauf dreimal beteuerte: „ich kenne diesen Jesus nicht!“.

Dann ging Jesus ans Kreuz, auf sich die Sündenlast der ganzen Menschheit; in diesem Moment wandte auch Gott sich von ihm ab, denn er konnte diesen Anblick von Sünde nicht ertragen. Jesus starb, ohne Freunde, ohne Gott, mit durchbohrten Händen und Füßen, starb den Verbrechertod für uns, damit Gott uns wieder ansehen kann, weil unsere Schuld tot ist.

Auf Golgatha wurde die Hölle zu Eden.

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