Glaube im Alltag

Kurzurlaub mit Gott

Warum ich das immer wieder machen würde. Meine Erfahrung.

"Ich wünsche mir einen Kurzurlaub mit Gott“, war mein Gedanke, als ich, noch erschöpft von einer großen Welle mit vielen Prüfungen und einer noch größeren Welle mit Hochzeitsvorbereitungen für meine Schwester, wieder nach Luft schnappte. Das Schwimmen inmitten von Wellen war recht anstrengend und so hatte ich kaum Kraft und Freude für andere Dinge. Doch endlich ebneten sich die Wellen. Die Pflichten nahmen ab. Der Alltag hielt Einkehr und damit wieder mehr Zeit für Freunde. Mit Dorothee Kaffee trinken – mit Anita spazieren gehen – mit Charlotta brunchen. Ich liebe meine Freundinnen. Daher nahm ich mir endlich wieder mehr Zeit für sie.

Doch eine Beziehung blieb weiterhin unter Wasser: Meine Beziehung zu Gott. Sie war überspült worden mit vielen wichtigen und unwichtigen kleinen Wellen. Für viele Menschen hatte ich Zeit. Doch was war mit meinem besten Freund Jesus? Er kam zu kurz. Ich nahm mir kaum Zeit für ihn. Außer, wenn ich ihm ab und zu im Vorbeigehen ein bis zwei Bittanliegen an den Kopf warf, um mich daraufhin weiter mit mir und meiner Welt zu beschäftigen. Es kam – zwar schleichend – aber sicher, wie es kommen musste: Das Gefühl der inneren Leere.

Was war nur los?

Was war nur los mit mir? Ich konnte es nicht wirklich einordnen. Die Tage waren doch so abwechslungsreich und gefüllt mit tollen Erlebnissen. Warum war ich nicht richtig glücklich? Es dauerte. Aber endlich merkte ich es: Jesus fehlte mir. Er schien sehr weit weg zu sein. Irgendwie war es still um ihn geworden. Er redete kaum mit mir. Aber wie denn auch, wenn ich ihm kaum Gelegenheiten dazu gab? Wenn ich ihn gar nicht suchte? Wenn ich doch gar nicht in seine Nähe kam?

So durfte es nicht bleiben. Die Situation musste ich ändern. So buchte ich kurzerhand ein Zimmer in St. Goar, einer Stadt am Rhein im Tal der Loreley. Für einen Kurzurlaub mit Gott. Gespannt auf die Zeit zu zweit packte ich meine Sachen und fuhr gut gelaunt los. Die Fahrt führte mich durch herrliche Landschaften mit sonnenbefluteten Abhängen, saftigen grünen dichtbewachsenen Hügeln mit einem strahlend blauen Himmel. Ich fuhr durch idyllische Ortschaften, an Seen und Flüssen vorbei, bis ich in St. Goar eintraf. Das Haus lag direkt neben der Burg Rheinfels in einem malerischen süßen Städtchen. Lustigerweise waren in meinem Zimmer zwei Betten. Ob die Dame an der Anmeldung bereits ahnte, dass ich keinen Urlaub alleine machte?

Zeit mit meinem besten Freund

Sehr freundlich wurde ich willkommen geheißen und nahm das Zimmer in Beschlag. Es war recht klein, jedoch hatte ich bei dem herrlichen Wetter ohnehin die Absicht, viel Zeit draußen zu verbringen. Beim traumhaften Anblick der großen Burg und dem ruhig vor sich dahinplätschernden Fluss im Tal, umgeben von wunderbarer Natur, bei klarem blauen Himmel, fiel es mir gar nicht schwer zu genießen: Das Leben. Die Natur. Und vor allem: Die Zeit mit meinem besten Freund – Jesus.

Mit freundlicher Genehmigung von  Joyce veröffentlichen wir diesen Artikel aus der Joyce 01/2013. Joyce ist die christliche Zeitschrift für Frauen und wird vom Bundesverlag herausgegeben.

Ich hatte ihm so viel zu erzählen, da wir uns schon so lange nicht mehr wirklich getroffen hatten. Ich erzählte ihm, was mich bewegte und was ganz tief in meinem Herzen war. Ich erzählte ihm, was mir Sorge bereitete und was mich glücklich machte. Währenddessen hörte er mir liebevoll zu und streichelte mit den warmen Sonnenstrahlen über meine Arme. Ich seufzte. Es tat so gut, endlich wieder viel Zeit mit ihm zu verbringen. Wie hatte ich es vermisst! Wie konnte ich es aushalten, so lange auf diese Geborgenheit zu verzichten? Dann gingen wir weiter. Hoch zur Burg, wo es ebenfalls einen so herrlichen Ausblick gab. Wir blieben stehen, um ein wenig zu plaudern und gemeinsam zu genießen. Anschließend setzten wir uns an einen Abhang, von wo aus wir ins Tal blicken konnten.

Der Himmel entfaltete sich in seiner ganzen Schönheit. Klarblau, betupft mit vielen kleinen und großen Wolken, durchbrochen von hellen Sonnenstrahlen bot er gemäldeartig ein kunstvolles Bild dar. Vom weltbesten Künstler erträumt und gemalt. Und mit ihm konnte ich direkt sprechen. Weil er mit dabei war. In meinem Urlaub. Der Augenblick war perfekt. Er war einer von vielen unvergesslichen Augenblicken unseres schönen Urlaubes zu zweit. Niemals werde ich diesen Urlaub vergessen. „Danke für die schöne Zeit“, flüsterte ich ihm zu. Ich freue mich schon auf das nächste Mal, wenn es heißt: "Kurzurlaub mit Gott.“


Tipps für einen Kurzurlaub mit Gott

  • Einen schönen Ort aussuchen: Es kann ein Kloster sein, eine Jugendherberge in einer schönen Umgebung oder ein christliches  Freizeitheim. Bei einem längeren Urlaub gibt es natürlich noch viele andere wundervolle Urlaubsziele.
  • Ein hübsches Notizbuch und den Lieblingskugelschreiber mitnehmen.
  • Wer gerne fotografiert: Kamera nicht vergessen.
  • Das Handy zuhause lassen, um ungestört sein zu können.
  • Gemütliche Kleidung und Schuhe einpacken, um viel spazieren zu gehen. Hm, vielleicht auch etwas Schickes zum Ausgehen?
  • Und zuletzt: Sicher werden einige Freunde die Idee „Urlaub mit Gott“ belächeln und es komisch finden. War bei mir auch so. Aber macht nichts – die Sache ist es wert.

Kommentare

Von Renate am .

Ja danke für den Bericht.
es ist so der Alltag nimmt dich gefangen, mit vielen Dingen und Terminen. Dabei bleibt die Stille, das empfangen auf der Strecke. Dazu diese Empfehlung, Kurzurlaub mit Gott, ist doch sehr gut.
Will ich beherzigen.
Danke!

Von Friedemann H. am .

Ich habe so eine Lebensfreude in mir. Diese wünsche ich von Herzen uns allen. Ich habe bei ihm alles gefunden. Diese Ruhe, diesen Frieden nimmt mir keiner mehr. Jesus begleitet mich wunderbar jeden Tag, läßt mich seine Liebe spüren. In ihm erkenne ich deutlich den Vater. Für diese Lebensfreude lohnt es sich, auch auf andere vergänglichen Freuden einmal zu verzichten. Ich wünschte mir, daß die Pfarrer und Pfarrerinnen einmal über die wahren Werte des Lebens predigen. Aber Gottes Wille geschehe. Alles Gute und Gottes reichen Segen wünscht allen FriedemannH..

Von Christine am .

Urlaub mit Jesus.Ihm alles erzählen, was bewegt sich ihm öffnen.In der Stille begegnen wir ihm.Daher ist Urlaub mit Jesus ein wunderbare Möglichkeit ihm neu zu begegnen.Das kann man auch zu Hause.lg Christine

Von NicoleS. am .

Danke!Ein wundervoller Bericht,der mir Mut macht,mal ganz aus dem Alltag zu treten und SEINE ausreichende Versorgung täglich in Empfang zu nehmen.

Von ramona z. am .

Danke für diesen Bericht! Ein Danke auch an den "Facebook-Einsteller"!
Jetzt ist klar wozu es höchste Zeit ist!

Von Ute H. am .

Danke für diesen Artikel.Wie gut,dass wir "als Christen"erkennen,die Prioritäten neu zu setzen!! Und JESUS wohnt in uns,ER ist immer da und hat immer Sprechstunde.
Ich freue mich auf meinen Kurzurlaub mit meinem"HERRN" im Kloster Triefenstein zu stillen Tagen.Das 1. Mal bin ich unterwegs und freue mich riesig und bin gespannt,was ich mit meinem HERRN erlebe.
In Jesu Liebe verbunden
Ute H.

Von Henrike am .

Aus eigener Erfahrung kann ich ebenfalls sagen: Das ist es wert! Eine Auszeit mit Jesus ist wegweisend und tut einfach nur gut. Gerade in einer Zeit, wo alles um uns herum so laut ist, haben wir es verlernt, auf Jesus zu hören, Ihm zuzuhören.
Allerdings hört sich das bei Nelli an wie ein Wellness-Urlaub. Zeit mit Jesus zu verbringen, auf Ihn zu hören, mit Ihm zu reden und Ihm zuzuhören tut sehr gut, ist zuweilen sehr heilsam und Balsam für die Seele. Dennoch ist es nicht nur toll und schön, mehr


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