Andacht

Jesus ist dann mal weg.

Aber wohin geht die Reise? Eine Andacht zu Himmelfahrt.

Die Jünger konnten es einfach nicht verstehen. Sie hatten drei aufregende Jahre mit Jesus erlebt. Er hatte unglaubliche Wunder getan. Er heilte schreckliche Krankheiten. Er legte sich mit dem jüdischen Establishment an. Er hatte einige dicke Freunde gewonnen und sich noch mehr Feinde gemacht. Er war gestorben. Und er war von den Toten auferstanden. Was sollte als Nächstes kommen?

Wäre ich damals mit Jesus unterwegs gewesen, hätte ich nach der Auferstehung mit allem gerechnet – nur nicht damit, dass Jesus jetzt geht und alles stehen und liegen lässt. Ich hätte gedacht, dass die Jünger mit ihm jetzt richtig durchstarten, die Welt verändern, das Reich Gottes errichten. Aber Jesus ging. Er war schon geheimnisvoll auf diese Welt gekommen und verließ sie nicht weniger imposant: schwebend auf einer Wolke.

„Nur noch kurz die Welt retten“

Was hatte Jesus über seine Abreise zu sagen? „Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? Doch weil ich das zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe…“ (Johannes 16,5-7a).

Die Jünger sind geschockt vom Abschied. Alle denken an sich: Was wird jetzt aus mir? Keiner denkt an Jesus: Wohin geht seine Reise überhaupt? Die Antwort: Jesus geht zum Vater, weil er dort hingehört. Dort hat er seinen Platz, denn auf der Erde war er nur zu Besuch. Er hatte hier etwas zu erledigen. Seine Mission ist erfüllt. Aber er lässt seine Nachfolger nicht mit der Situation allein, sondern hat einen Plan. Pfingsten erfuhren die Jünger, wie Jesus sich das alles vorgestellt hat.

Keine alltägliche Reise

Man darf nicht vergessen: Jesus war nicht nur Mensch, er war auch Gott. Und als solcher musste er auf kurz oder lang zurück zum Vater, zurück in sein Element. Himmelfahrt erinnert uns daran, dass Jesus kam und auch wieder ging. Irgendwann kommt er wieder, nur wissen wir nicht wann. Solange ist Jesus bei seinem Vater. Dorthin hat er mir den Weg vor- und freigemacht. Denn meine persönliche Himmelfahrt steht noch aus. Eines Tages werde ich es meinem großen Vorbild gleichtun und das ewige Reich Gottes betreten.

Daher ist es gut, dass Jesus nicht als Mensch auf der Erde geblieben ist. Denn wenn er nicht vorgegangen wäre, könnte ich nicht hinterhergehen. Seine Himmelfahrt gibt mir eine himmlische Perspektive. Und Jesus geht nicht nur in den Himmel voran. Auch im Alltag merke ich: Wenn Jesus mir nicht die guten Wege zeigt, bin ich aus mir selbst heraus nicht fähig, darauf zu wandeln. Genau wie bei der Himmelfahrt muss ich von seinem Leben lernen und dem nacheifern, was ich bei ihm sehe. So erlebe ich jeden Tag ein Stück der Reise in den Himmel: Jesus geht voran und ich folge dicht hinter ihm.


Kommentare

Von Uschi D. am .

Ich kann mich meinem Vorkomentator nur anschliessen. Sehr gute Gedanken, prägnante Sätze, besser kann mans nicht erkären. Für mich sind es Gedanken, die das ganze Jahr über wichtig sind und nicht nur zu Christi Himmelfahrt. Einfach wunderbar!

Von Heinrich W. am .

Sehr gute Gedanken zu Christi Himmelfahrt. Die kurzen, knackigen Sätze gefallen mir - kein Bandwurm-Deutsch. Jesus ist unser Vorbild, und das kommt hier wunderbar rüber. DANKE!


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