Enttäuscht - und doch getröstet!

Schon wieder ein großer Umschlag im Briefkasten. Schon wieder lange Stunden der liebevollen Formulierung, das gewissenhafte Zusammenstellen der Unterlagen - wieder einmal alles umsonst?

Schon wieder ein großer Umschlag im Briefkasten. Schon wieder lange Stunden der liebevollen Formulierung, der endlose Kampf mit dem altersschwachen Drucker, der scheinbar nur auf nette, streichelnde Worte zu reagieren scheint, das gewissenhafte Zusammenstellen der Unterlagen- wieder einmal alles umsonst?

Als ich den Umschlag öffne und die Absage lese, werde ich noch trauriger: es ist ein schlichter Ankreuzbogen, ein Kreuzchen bei „Können Ihre Unterlagen leider nicht berücksichtigen“, lieblos und unleserlich unterzeichnet von der Sekretärin.

Es ist leider nicht die erste Absage, die mich erreicht; mittlerweile kann ich einen ganzen Ordner damit füllen. Und doch schießen mir mit dieser weiteren Absage in der Hand plötzlich die Tränen in die Augen. Gerade auf diese Stelle hatte ich so sehr gehofft! Tagträumerisch darüber nachsinniert, wie es wohl wäre, dort zu arbeiten. Es klang alles so prima! Und nun das! Wütend schmeiße ich den Umschlag auf meinen Tisch. Ist das gerecht? Noch nicht einmal die Chance eines Gespräches habe ich bekommen!

Ob ich es einfach nicht wert bin? Trotz meiner Qualifikationen? Da fällt mein Blick auf einen kleinen Spruchkalender, auf dem steht:

Fürchte dich nicht vor dem langsamen Vorwärtsgehen, fürchte dich nur vor dem Stehen bleiben (Chinesische Weisheit).

Wow… wie wahr! Ja, wirklich schnell bin ich nicht vorangekommen. Dazu war einfach zu viel los hier. Doch auch langsam kommt man zum Ziel. Ein wenig zuversichtlicher blättere ich in einer alten christlichen Zeitschrift, wo mir dann auch noch dieses Zitat ins Auge fällt:

„Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der Herr allein lenkt seinen Schritt.“
(Sprüche 16,9)

Nun lächele ich. Und mir ist, als ob Gott mir gerade jetzt genau diese Worte liebevoll zugeflüstert hat.

Okay Herr, ich werde mich von Dir lenken lassen. Du hast Dir da sicher etwas ganz Besonderes für mich ausgedacht.


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