Gedanken zur Jahreslosung 2013

Wir bleiben nicht

Mit dem Tod ist es nicht vorbei. Es gibt ein Leben danach. Gedanken zur Jahreslosung 2013 von Jürgen Werth.

Wir haben hier keine bleibende Stadt … In keinem Moment wird das so augenfällig wie bei der Beerdigung eines lieben Menschen. Wir bleiben nicht. Niemand bleibt. Was die Alten deutlicher und klarer vor Augen hatten als wir. Auf einem Schweizer Bauernhaus fand ich den Satz:

„Zur Herberg hier für kurze Zeit. Die Heimat ist die Ewigkeit.“

Herberge und Heimat. Zuweilen verwechseln wir das. Halten unsere Herbergen auf der Erde schon für unsere Heimat. Bis wir uns verbschieden müssen. Wir haben hier keine bleibende Stadt. Keine bleibende Herberge. Und sei sie noch so komfortabel ausgestattet.

Zum Glück aber geht der Vers, der über dem Jahr 2013 steht weiter. „Wir haben hier keine bleibende Stadt – sondern die zukünftige suchen wir.“ Die zukünftige. Die kommende. Die Stadt der Zukunft. Die Heimat in Ewigkeit.

Suchen wir sie? Nein, Hand auf’s Herz – wir suchen sie nicht. Haben uns längst häuslich niedergelassen in diesem Leben, in dieser Welt. Möchten den Himmel auf die Erde holen. Möchten alles hier haben. Alles hier auskosten. Haben uns so sehr in der Zeit verloren, dass wir darüber die Ewigkeit aus den Augen und aus den Gedanken verloren haben.

Bis – eben, bis wir am Grab eines lieben Menschen stehen. Bis wir selbst die letzte Reise anzutreten haben. Dann wissen wir wieder, dass diese zeitliche Herberge nicht halten konnte, was wir uns von ihr versprochen haben.

„Zur Herberg hier für kurze Zeit. Die Heimat ist die Ewigkeit.“

Ich will das neu lernen. Ich will das neu leben. Will mein Herz nicht länger an das hängen, was ich verlassen muss. Will stattdessen immer wieder über das hinaus blicken, was mich umgibt. Was mich bannt und was mich bange macht. Will nach dem Himmel Ausschau halten. Nach der Welt Gottes. Der ewigen Welt. Der ewigen Heimat.

Was mich nicht davon abhalten wird, die zeitliche Herberge zu hegen und zu pflegen. Weltverachtung und Leibfeindlichkeit sind nicht der Christen Ding. Christen engagieren sich, setzen sich ein. Aber sie tun es mit der Gelassenheit des Himmels. Diese Welt ist nur Herberge, nicht Heimat. Dieser Leib ist nicht nicht die letzte Behausung.

Beim Sterben eines lieben Menschen ist mir das folgende Lied eingefallen. Ein Trauerlied. Aber noch viel mehr ein Trostlied. Ein Über-den-Tag-hinaus-Blick-Lied. Ein Himmelslied. Es soll mich auf der Erde begleiten. Und Sie vielleicht auch:

Und dein Herz nimmt Flügel,

und es schwingt sich hoch über Tränen und Tod.

Berge werden Hügel,

und du atmest auf, weil dich nichts mehr bedroht.

Und du fliegst ins Leben,

in ein Licht, das keine Schatten kennt.

Niemand muss dich heben,

fühlst dich federleicht, wie ein Traum, wie der Wind.

 

Und du siehst ihn wirklich, und er sagt:

Komm her, du, ich freu mich auf dich.

Und du spürst, er mag dich. Und du weißt,

er hat schon gewartet auf dich.

Er berührt dich zärtlich.

Und du siehst das Mal in seiner Hand.

Und du weißt, was Glück ist.

Und ich geb dich frei, das ist ab heute dein Land.

 

Und egal, wer dich geehrt hat:

Ob man bald noch von dir spricht, ist nun ganz einerlei.

Und egal, wer dich gebeugt hat:

Von den Herren dieser Welt bist du endlich ganz frei.

Und egal, ob sie gefüllt war, deine Zeit, oder leer:

Was nun auf dich wartet, ist auf jeden Fall mehr.

Du bist endlich am Ziel, da, wo ich auch hin will.


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Kommentare

Von Carsten am .

Gänsehauttext!!!

Von margit am .

Welch ein schöner Satz - in meiner täglichen Beschäftigung darf ich es hin und wieder erleben, dass Gott mir eine himmlische Gelassenheit schenkt. VIELEN HERZLICHEN DANK für diese Auslegung und Ihnen lieber Herr Werth wünsche ich weiterhin die segnende starke Hand Gottes über Ihrem Leben und dem Leben Ihrer Familie.

Von Ingrid G. am .

Gibt es zu diesem Lied auch eine MELODIE? Wo? Denn der Text ist wunderschön und ich möchte dieses LIed können.

Anmerkung der Redaktion:

Das Lied ist auf der Doppel-CD "Du" und kann über die Homepage von Jürgen Werth www.juergen-werth.de bezogen werden.

Von Anna am .

Ein sehr schöner Beitrag, danke dafür!
Ich möchte diesen Lied-Text gerne verwenden und daraus zitieren - ist der Autor ident mit dem Verfasser des Beitrages?
Liebe Grüße!
Anna.

Anmerkung der Redaktion:

Genau, Jürgen Werth hat den Text und die Melodie des Liedes geschrieben. Das Lied ist auf der Doppel-CD "Du" drauf und ist auf seiner Homepage www.juergen-werth.de erhältlich.

Von Hans-Jurgen am .

Danke fur den Trost der in den Worten steckt.
Es ist so schoen zu wissen dass unser Heiland eine Wohnung fuer uns hat.
Gott segne Sie, lieber Jurgen Werth.

Von Gertrud-Linde am .

Danke***
Es ist wichtig, das zu beherzigen...

Von Hannelore B. am .

Vielen Dank, lieber Jürgen Werth. Mit diesen tröstlichen Gedanken haben Sie manches wieder ins Bewusstsein gerufen, was zu vergessen werden drohte.
Der Apostel Paulus rät uns, zu "haben, als hätten wir nicht." Wir dürfen alles dankbar genießen, was Gott uns auf dieser Erde schenkt, aber immer mit der Bereitschaft, alles, wenn erforderlich, loszulassen. -
Ein gesegnetes Jahr 2013 unter dem Schutz und der Anleitung Gottes wünscht euch herzlich Hannelore.

Von Angela W. am .

Das ist ein sehr sehr schönes Lied. Und so treffend. Gibt es dazu auch eine Melodie?
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir diese mitteilen könnten.

Anmerkung der Redaktion:

Es gibt eine Melodie zu dem Liedtext. Jürgen Werth hat die Melodie und den Text geschrieben. Es ist auf der Doppel-CD "Du" und kann über seine Homepage www.juergen-werth.de bestellt werden.

Von Rainer J. am .

Herberge und Heimat ist ein guter Vergleich! Als ich vor etlichen Jahren alles verlor wurde mir bewusst, dass man nicht Schätze auf Erden sammeln soll (eh nur eine „Herbergen-Zeit“) sondern für den Himmel (für die „wahre Heimat“ eines Gotteskindes). Mir war der Verlust damals zum Segen – und ich sehe die Herbergenzeit daher mit anderen Augen und investiere meine mögliche Kraft und Zeit (neben dem nötigen Beruf und der Familie) daher in Gottes Reich (Internet-Arbeit-Leitung). Besser kann man mehr

Von Michael Drossel am .

Ja, morgen, wenn ich wieder zur Arbeit fahre, will ich daran denken:
"Christen engagieren sich, setzen sich ein. Aber sie tun es mit der Gelassenheit des Himmels“.
Michael Drossel

Von Angela Failing am .

Vielen Dank dafür. Die Jahreslosung 2013 lebendig, aktuell und von Seiner Liebe erfüllt auf den Punkt gebracht. Wie oft sehe ich nur das hier und jetzt und fühle die Sehnsucht. Den link dazu werde ich meinen Freunden senden.

Von Isabella B. am .

Kann man dieses Lied denn irgendwo online anhören oder downloaden? Habe über Google leider nichts gefunden...

Anmerkung der Redaktion:

Der Text und die Melodie sind von Jürgen Werth. Das Lied ist auf der Doppel-CD "Du" und kann über die Homepage von Jürgen Werth bestellt werden. www.jürgen-werth.de

Von Friedlinde Bollmann am .

Danke, das sind gute Worte. Aber eins bleibt bei allem Vergehen, Verändern, nach unserer Lebensreise: Gottes Güte bleibt! Das ist mir wichtig um der Kinder und Enkel willen und aller die, die noch ein gut Stück des Weges vor sich haben!
Das Lied ist einfach fein und tröstlich! Danke nochmal!

Von Johann Priss am .

Danke, für die guten Gedanken zum Neuen Jahr.

Von Dorena am .

Ich lese diese Verse mit gemischten Gefühlen.Der Text bestätigt meine Erfahrung,dass man sich hier so häuslich einrichtet,als wäre es die Heimat,obwohl:hab seelisch einiges durchgemacht,das waren keine schönen Erfahrungen. Scheint kein Ende abzusehen. Dennoch leb ich gern hier,möchte sehen,wie alles weitergeht und ob die Menschen sich nicht doch bewusst werden,dass es mit dem gierigen Haben- wollen nicht so weitergehen kann. Aber ich spüre auch meine Schwäche,die mir manchmal angst macht,obwohl mehr

Von Hildegard wäfler am .

danke für die Werth-vollen Gedanken-Ich freue mich,dass ich im Himmel eine Wohnung bekomme.Ich wünsche ihnen Gottes Segen für das neue Jahr. Herzliche Grüsse Hildegard Wäfler CH-Thun


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