Mein Leben als Mobbingopfer

Ich saß in meinem Büro und zitterte am ganzen Körper. Die Tränen liefen mir wie Sturzbäche aus den Augen. Mobbing durch meine Kollegen und den Chef hatten mich, eine selbstbewusste, energische Frau, in ein unsicheres, ängstliches, nervöses Menschlein verwandelt, das beim geringsten Anlass aus der Bahn geworfen wurde.

Ich saß in meinem Büro und zitterte am ganzen Körper. Die Tränen liefen mir wie Sturzbäche aus den Augen. Mobbing durch meine Kollegen und den Chef hatten mich, eine selbstbewusste, energische Frau, in ein unsicheres, ängstliches, nervöses Menschlein verwandelt, das beim geringsten Anlass aus der Bahn geworfen wurde.

Viel mehr Menschen als jemals zuvor leiden unter Mobbing am Arbeitsplatz. Sie werden von Kollegen oder Vorgesetzten ausgegrenzt, schikaniert, mit kränkenden Arbeitsaufgaben bedacht. Manchmal kommt es sogar zu Gewalt oder sexuellen Übergriffen. In jedem Fall werden der gemobbten Person Wertschätzung, Würde und menschlicher Kontakt geraubt.

to mob = „anpöbeln“, „schikanieren“
Alle Infos über Mobbing vom
Institut für neues Lernen, Schweiz
und von der Homepage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)
So auch in meinem Fall. Dabei hatte ich mich so auf meinen neuen Job gefreut. Denn mit ihm gelang mir der Sprung von einem mittelständischen Unternehmen mit familiären Strukturen in die Mannschaft eines internationalen Großkonzerns. Gleichzeitig hatte ich einen Karriereschritt gemacht. Ich freute mich auf meine neue Arbeit und wollte mein Bestes geben.

Schon als mein Chef mich durch die Abteilung führte, wunderte ich mich darüber, wie er mich vorstellte. Er sagte: „Dies ist Frau X, die jetzt für den Bereich Y zuständig ist.“ Mit keinem Wort erwähnte er, dass ich neben meinen inhaltlichen Aufgaben auch die anderen Kollegen auf der gleichen Ebene fachlich koordinieren sollte. Im Einstellungsgespräch hatte er dies noch ausdrücklich betont.

Meine Kollegen begegneten mir von Anbeginn an reserviert. Einer fragte: „Sind Sie sicher, dass dies der richtige Job für eine Frau ist?“ Auch meine Einarbeitung wurde kritisiert. Ich bekam zu hören, dass man sich bei ihnen, den Kollegen, nicht so viel Mühe gegeben hätte.

Das größte Problem jedoch entwickelte sich, als ich meine Teamleiter-Kollegen koordinieren sollte. Sie wussten nämlich nichts davon. Deshalb weigerten sie sich vehement gegen meine Einmischungsversuche. Später verstand ich, dass mein Chef Autoritätsprobleme hatte und so versuchte, die Sache zu seinen Gunsten zu lenken.

Schließlich kam es, wie es kommen musste. Mein Chef solidarisierte sich mit den Kollegen und hackte auch auf mir herum. In Besprechungen wurde ich vorgeführt, meine Vorschläge wurden niedergemacht. Die Sekretärin sträubte sich, für mich zu arbeiten. Meine Projekte waren zum Scheitern verurteilt, weil ich keine Unterstützung erhielt. Von privaten Unternehmungen war ich grundsätzlich ausgeschlossen, bei Feiern saß ich allein.

Die Situationen, in denen es zu Mobbing kommt, ähneln sich frappierend. Einer wird das Bauernopfer, weil es ein Machtvakuum oder einen Machtkampf gibt. Auch unklare Tätigkeitsbeschreibungen, die zu Konkurrenz-Situationen führen, sind ein beliebter Auslöser. Dazu kommen unbesetzte Stellen und hoher Arbeitsdruck – ein alltägliches Szenario in den meisten Unternehmen oder sozialen Einrichtungen.

Schließlich verkommen Respekt, Solidarität und Sympathie in unserer Welt langsam zu Fremdworten. Stattdessen regieren Eigennutz und Neid. Kein Wunder, dass oft kompetente, ehrgeizige Menschen Mobbingopfer werden. Allerdings nicht immer.

Wenn die Frustration der Menschen durch mangelnde Anerkennung im Job oder die bedrückende Angst vor Jobverlust den Siedepunkt erreicht, entlädt sie sich meist im Mobbing sozial Schwächerer wie allein erziehenden Müttern, Menschen anderer Nationalitäten oder Behinderten.

In diesen Situationen denke ich immer daran, wie ein Unternehmen aussehen würde, in dem Jesus Christus führt.

Zuerst einmal gibt es dort keinen Leistungsdruck mehr. Alles wird wieder auf ein menschliches Maß zurück geführt. Jeder ist an seinem Platz. Es hat sich ein für allemal ausgemobbt. Die zentrale Rolle spielt Freundlichkeit.

Idee, beschrieben von John Ortberg in seinem Buch „Jeder ist normal, bis du ihn kennen lernst“
In »Jesus Enterprises« werden wir Mitarbeiter hinter den Kulissen alles dafür tun, dass unsere Kollegen anerkannt, geschätzt und gefördert werden. Wir setzen uns dafür ein, dass ihr Gehalt erhöht wird. Wir übernehmen heimlich einen Teil der Arbeit für die älteren Kollegen, wenn wir merken, es geht nicht mehr so gut. Wir machen Überstunden, damit wir die jüngeren Kollegen gut einarbeiten können.

Wir verzichten darauf, unser neuestes Auto aus der luxuriöseren Klasse zu wählen, damit wir den Kollegen, die arbeitslos sind, etwas abgeben können. Wir fahren nicht in Urlaub und spenden heimlich, damit die Kinder vom Hausmeister auch studieren können. Und wir haben es nicht mehr nötig, ständig nur auf uns hinzuweisen, wie toll wir sind und was wir alles können. Wir machen einfach unsere Arbeit gut und wir weisen auf die anderen hin. Und auf unseren Chef, Jesus.

Für mich eine wunderbare Vorstellung.

Die Grundlage unseres Umgangs miteinander und mit Gott ist die Bergpredigt, eine der ersten öffentlichen Lehrgespräche, die Jesus hielt. Dort findest Du all die Verhaltensweisen, die er von seinen Jüngern erwartet: Sanftmut, Demut, Liebe, Hingabe und viele weitere. Und dass sie sich nicht beteiligen an Klatsch, Tratsch, Abwertung und Verletzung anderer Menschen.

Und weil das ein Mensch aus sich selbst heraus nicht schaffen kann (siehe Zustand der Welt), kommt Jesus selbst und verwandelt „unser totes Herz“ in „ein lebendiges Herz“. Denn nur ein lebendiges Herz kann lieben. Die Kennzeichen eines toten Herzens sind Lieblosigkeit, Egoismus, Kälte (siehe Zustand der Menschheit).

Und wenn Du selbst Mobbingopfer bist und Hilfe brauchst, so wende Dich vertrauensvoll an eine Mobbing-Kontaktstelle. Dort wird dir weitergeholfen: menschlich, persönlich und rechtlich.

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