Andacht zum Monatsspruch aus Jeremia 23,23

Die Glücksversprecher

Auf gute Nachrichten hören wir lieber, als auf schlechte. Warum das verhängnisvoll sein kann, erklärt der Monatsspruch für September.

Unglaublich! Gibt’s das? Auf meinem Bildschirm flimmert der Hinweis auf das neue iPad für nur 30 EUR. Wow! Mehrere hundert Euro unter dem Marktpreis. Kann das sein? Ich bin auf einer seriösen Webseite, kein Virenalarm, keine aggressive Werbung. „Alles in Ordnung“, sage ich mir und klicke erst mal weiter.

„Alles in Ordnung“ - so hallt es auch zu Zeiten des Propheten Jeremia durch das ganze Land Juda. Jeremias Kollegen verbreiten ihre Wunschträume, statt die vorherrschende soziale Ungerechtigkeit, Götzendienst und Machtmissbrauch beim Namen zu nennen und die Menschen zur Umkehr zu Gott aufzurufen. Die selbst ernannten Propheten reden sich und anderen die Wirklichkeit schön. Und genau wie heute, sind auch damals die Menschen empfänglich für die Verheißungen einer schöneren und besseren Zukunft. Andere Zeit, anderes Thema, aber immer gleiches Problem: Die Glücksversprecher verbreiten ihre Botschaften und Menschen fallen darauf rein.

Zugriff verweigert: Begegnung mit dem souveränen Gott

Einer tut das damals nicht: Jeremia. Im Auftrag Gottes sagt er den Glücksversprechern den Kampf an und enttarnt sie als falsche Propheten. Mit drastischen und für unsere Ohren auch sperrigen Worten lässt Gott durch Jeremia seinem Volk ausrichten:

Ich, der Herr, sage: Ich bin nicht nur der Gott in eurer Nähe, sondern auch der ferne Gott, über den ihr nicht verfügt. (Jeremia 23,23)

Gott macht den Judäern durch Jeremia klar: Niemand verfügt über mich. Glaubt nicht den Glücksversprechern. Sie erschaffen eine Traumwelt. Sie lügen, betrügen und verführen. Ich, der allmächtige Gott, lasse mich jedoch von niemandem instrumentalisieren. Ich bin und bleibe souverän. Ich entscheide, wann ich nahe bin und wann ich fern bin. Meine Pläne sind nicht die Pläne dieser angeblichen Propheten.

Darf`s auch unbequem sein?

Die Träume der falschen Propheten sind geplatzt, spätestens als Jerusalem zerstört wurde. Mein Traum vom schönen, günstigen iPad leider auch. Das attraktive Angebot entpuppte sich nach etwas Recherche als Lockruf einer Abzockerseite. Mein Geldbeutel hat glücklicherweise keinen Schaden genommen. Für mein geistliches Leben habe ich den gleichen Anspruch.

Ein wirksames Mittel gegen Glücksversprechen hilft in beiden Fällen: Prüfen! Für mein geistliches Leben bedeutet das zum Beispiel geistliche Literatur und Redner anhand der Bibel zu prüfen und nicht andersherum. Oder damit zu rechnen, dass Gottes Wort an mich auch unbequem sein kann.

Glücksversprecher haben immer geredet, Gott auch. Auf wen höre ich?
 


Kommentare

Von Katharina am .

Es gibt nichts , was nicht propagiert werden könnte. Aber Gott kann mit gutem Gewissen empfehlen für Jedermann/Frau !

Von Jaques LeMouche am .

Es sollte darauf hingewiesen werden, dass von den sogenannten Qualtitätsmedien bewertet wird, was als gute und was als schlechte Nachrichten gemeldet wird. Für mich dienen diese Qualitätsmedien als Kontra-Indikaktor. Gute Nachrichten in Sachen Euro-/Bankenrettung heißt in Wahrheit Enteignung des Bürgers durch Inflation. Schlechte Nachrichten etwa in Sachen Stromtrassenausbau im Zuge des als Energiewende ausgerufenen modernen Turmbau von Babel, würde ich für mich persönlich positiv bewerten, da mehr

Von Hilde am .

Das war ein kurzes, klares und deutliches Wort! Danke!

Von Renate am .

Danke für diese gute Auslegung! Es gibt viele falsche Propheten. Gerade deshalb ist es so wichtig, sorgfältig zu prüfen. Allein Gottes Wort kann und soll Richtschnur unseres Lebens sein, denn ER als unser Schöpfer weiß, was gut und heilsam für uns ist und hat Gedanken des Friedens (Jer. 29,11) mit uns. Wenn wir das doch nur immer klar vor Augen hätten!


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