Monatsspruch April 2012

Wie sag ich’s bloß?

Es ist ein Evangelium, eine Botschaft, und doch kann man sie auf viele Weisen weitersagen - nur wie? Gedanken zum Monatsspruch.

„Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.“ Markus 16,15

Ein großer Zug  mit zwei Motoren bahnt sich seinen Weg durch Amerika. Als er die westlichen Gebirgsregionen durchquert, fällt der erste Motor aus. „Kein Problem“, denkt der Lokführer, „wir schaffen es bis nach Denver und bekommen dort einen Austauschmotor.“ Er setzt die Fahrt mit halber Kraft fort. Nach einigen weiteren Kilometern - man kann es sich denken - fällt auch der zweite Motor aus. Der Zug bleibt mitten in einer trostlosen Einöde stehen.

Nun ist es an der Zeit, die Zuggäste über den Grund des Haltens zu informieren. Der Zugführer denkt positiv und gibt den Zuggästen folgende Information: „Meine Damen und Herren, ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie. Die schlechte Nachricht ist, dass beide Motoren ausgefallen sind und wir deshalb hier einige Zeit festhängen, bis die neuen Motoren da sind und ausgetauscht werden können. Die gute Nachricht ist die: Seien Sie froh, dass Ihnen dies nicht in einem Flugzeug passiert ist.“

Eine Botschaft – zwei Sichtweisen

Die Geschichte macht deutlich: Man kann wichtige Botschaften immer auf verschiedene Weisen weitersagen. Je nachdem, welchen Schwerpunkt man wählt. Man kann die positiven Dinge verstärken oder die negativen herausstellen.

Jesus Christus hat während seiner „Dienstzeit“ neben seiner Verkündigung immer wieder Kranke geheilt, Besessene befreit, Lahme gehend gemacht und Tote wieder auferweckt. Damit unterstrich er seine Autorität und Botschaft. Es ist die beste Botschaft, die ein Mensch überhaupt hören kann: dass aus seinen Schwächen, Verfehlungen, verkorksten Lebenswegen, falschen Entscheidungen oder seiner schweren Kindheit etwas Wertvolles und Sinnvolles werden kann zur Ehre Gottes. Diese Botschaft richtet sich an Kranke, die einen Arzt benötigen, um gesund zu werden (Lukas 5,31.32).

Welche Reaktionen wollte Jesus bei den Hörern dieser Botschaft grundsätzlich auslösen? Ich denke, es sollte die unaussprechliche Freude zum Ausdruck kommen, über einen jeden Menschen, der zu Gott zurückkehrt. Dies wird auch an den Reaktionen der Menschen deutlich, die Jesus heilte: Sie fallen vor Ehrfurcht nieder, danken Gott und preisen ihn laut vor den anderen Menschen (z.B. Lukas 17,15.16; Matthäus 9,8; Markus 2,12).

Jesus beauftragt seine Jünger mit dem heutigen Vers, diese Botschaft weiterzusagen. Dies sollte grundsätzlich positiv sein, wie beim Lokführer in der obigen Geschichte auch.

Gelegentlich muss man sicher auch die anderen Aspekte deutlich machen, damit das Bild unserer Botschaft vollständig bleibt. Etwa, dass wir immer noch sündigen, (noch) nicht vollkommen sind und Gottes gnädige Hilfe im Alltag dringend nötig haben. Aber die Botschaft an sich ist das Beste, Unbegreiflichste, Genialste, was wir Menschen hören und weitersagen dürfen.

Das sollten wir immer vor Augen haben, auch wenn wir Menschen begegnen, die diesen Schatz nicht teilen. Die Botschaft hilft uns auch mit schwierigen Situationen fertig zu werden, sie zu ertragen und Hoffnung zu bekommen. Sie ist der Anker unserer Gewissheit, dass wir von Gott geliebt und angenommen sind.

Tipp: Wenn Sie das Thema vertiefen möchten, lesen Sie Lukas 15, 11-32.


Kommentare

Von Brigitte R am .

Hallo, also in erster Linie hat JESUS mal in Gleichnissen und auch wieder direkt gesprochen. Vielleicht machen wir uns zu viel Sorgen, was man von uns denken könnte, wenn wir das Evangelium verbreiten, nicht verschämt, sondern direkt und klar. Das hat nichts mit Lieblosigkeit zu tun. Seht die Apostelgeschichte an, als Petrus sagte: TUT BUSSE. Und ich glaube es ist ein Fehler, wenn man versucht, das Evangelium so weiterzugeben, dass sich keiner auf den Schlips getreten fühlt. Das machen oft die philosophisch geprägten modernen Predigten aus

Von Siegfried S am .

Viele sind bestimmt,aber nur wenige sind berufen,meine Lebensgefährtin ist ein Pflegefall seit 12 Jahren und ich denke Gott hat mich eher für etwas anderes vorgesehen ich bin als gläubiger Mensch voll damit einverstanden ! Gottes Segen mit euch!!!


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.