Interview

Dein Wunsch an Gott – per Internet

Vor ProChrist 2013 läuft eine große Vorkampagne im Internet. Wie die funktioniert und wie Sie dabei sein können: Fragen an N. Kronenwett.

ERF Online:  Herr Kronenwett, ProChrist hatte in den letzten Jahren vielbeachtete Vorkampagnen, beispielsweise "Die kleinste Kirche der Welt" und die "Container der Hoffnung". Für ProChrist 2013 planen Sie eine Vorkampagne im Internet. Was kann ich mir darunter vorstellen?

Norman Kronenwett: Mit den bisherigen Vorkampagnen haben wir versucht, so viele Menschen wie möglich auf ProChrist aufmerksam zu machen. Als wir überlegt haben, welche Art von Vorkampagne wir für ProChrist 2013 machen, haben wir gemerkt, wie viele Menschen wir bisher nicht erreicht haben.

Da sind uns die Menschen im Internet besonders wichtig geworden. Wenn man gewissen Studien Glauben schenken möchte, bewegen sich heutzutage in Deutschland 70 Prozent aller Menschen über 14 Jahre im Internet. Viele von ihnen haben noch nie etwas von Gott oder vom Glauben an ihn gehört.

ERF Online:  Heißt das, Sie haben sich für "online" entschieden, weil Sie damit möglicherweise noch mehr Menschen erreichen?

Norman Kronenwett: Ja, und ganz andere Zielgruppen. Natürlich schließen wir damit auch einige Leute aus. Aber das haben wir mit den bisherigen Vorkampagnen auch gemacht.

Zudem haben wir aus den letzten Vorkampagnen gelernt, dass Menschen gerne ein persönliches Gegenüber haben, also einen Freund oder jemanden, mit dem sie reden können. In dieser Beziehung wollen Menschen wertgeschätzt werden. Außerdem lassen Menschen wohl gerne für ihre persönlichen Wünsche beten - egal ob sie gläubig sind oder nicht.

ERF Online: Und wie werden Sie das im Internet realisieren, das oft sehr anonym ist?

Norman Kronenwett: Wir wollen Menschen im Internet die Möglichkeit anbieten, ihren Wunsch bei Gott zu hinterlassen. Auch hier werden sie ein persönliches Gegenüber haben: Einen Beter, der sich mit Bild und einem kurzen Statement zum Thema Gebet vorstellt. Sie werden erfahren, dass da wirklich eine Person antwortet und nicht bloß eine automatische Webseite. Die Menschen bekommen eine persönliche Antwort vom Beter und können erwarten, dass dieser Beter bei Gott vortritt und diesen Wunsch an ihn richtet.

ERF Online:  Das Internet ist aber ganz schön groß. Wo kann ich diesen Wunsch loswerden?

Norman Kronenwett: Wir haben Unterstützung von einem großen E-Mail-Dienstleister bekommen. Auf dessen Plattformen werden Banner oder andere Werbeformen an sehr prominenter Stelle auftauchen mit der Frage: "Was wäre dein Wunsch an Gott?" Hier können Menschen direkt ihren Wunsch hinterlassen.

ERF Online:  Mal angenommen, ich trag dann ein: "Lieber Gott, kümmre dich um meine Oma, die jetzt krank ist" - ist dann schon Schluss?

Norman Kronenwett: Nachdem man seinen Wunsch eingetragen hat, kann man optional seinen Vornamen eintragen und – das ist das Besondere – einen Beter aus seiner Umgebung auswählen. Man bekommt also eine Auswahl von mehreren Betern angezeigt.

Wenn man den Wunsch abgeschickt hat, kommt man auf eine Seite mit weiteren Informationen zu Gebet, aber auch zu den nächsten ProChrist-Veranstaltungen. Zudem sind wir gerade dabei, Prominente zu gewinnen, die selber beten und davon in kurzen Videos berichten.

ERF Online: Wenn die Beter nach Region ausgesucht werden: Ist also ein weiterer persönlicher Kontakt zwischen denen, die einen Wunsch abgeben und den Betern gewollt?

Norman Kronenwett: Wir wollen die Möglichkeit schaffen, dass Menschen für sich beten lassen und die Beter einmal antworten. Das ist unser Hauptanliegen. Darüber hinaus soll die ganze Sache weitgehend anonym bleiben - sowohl für denjenigen, der seinen Wunsch abgibt als auch für den Beter. Wir möchten auch nicht die Beter mit langen Emailkontakten überfordern. Es soll eine einmalige Sache sein.

ProChrist schaltet Banner an prominenter Stelle (Bild: Pro Christ)

ERF Online: ProChrist ist auf der Suche nach Menschen, die sich als Beter bei der Aktion engagieren. Welche Voraussetzungen muss ich als Beter mitbringen?

Norman Kronenwett: Man braucht auf jeden Fall eine E-Mail-Adresse und sollte sich frei in seinem Browser und E-Mail-Programm bewegen können. Vor allem aber sollte man selbst schon Erfahrungen im Gebet gemacht haben und ein Herz haben für die Bedürfnisse der Menschen, die ihre Wünsche abgeben.

Die Aktion selbst beginnt am 1. Dezember 2012 und geht bis zum 10. März 2013. In dieser Zeit sollte man Zeit für das Gebet einplanen. Wie viel das ist, kann man selbst entscheiden. Man kann als Beter also vor dem Start der Aktion angeben, wie viele Gebete man pro Tag erhalten möchte und sich das dann so flexibel einteilen, wie man möchte.

ERF Online: Trotzdem könnte ich ja schnell mit einem sehr schweren Gebetsanliegen konfrontiert werden. Schließlich wenden sich Menschen gerade in persönlichem Leid an Gott. Werde ich auf so etwas vorbereitet?

Norman Kronenwett: Uns ist es sehr wichtig, dass jeder Beter an einer Onlineschulung oder einer anderen Schulung vor Ort teilnimmt, die wir anbieten. Da wird es zunächst um die technischen Inhalte gehen, wie das ganze Verfahren läuft, damit man sich sicher fühlt. Darüber hinaus haben wir aber einige Vertrauenspersonen, so haben wir sie genannt. Das sind Menschen, an die man sich als Beter wenden kann, falls solche herausfordernde Gebete oder Wünsche auftreten. Ein Beter kann sich also persönlich einbringen, soweit das geht. Aber es gibt natürlich auch Grenzen – und dann stehen Leute bereit, die einen als Beter auffangen können.

ERF Online:  Mit wie vielen Kontakten rechnen Sie während der Vorkampagne?

Norman Kronenwett: Wir hoffen, dass wir 155 Millionen Menschen im Internet erreichen.

ERF Online:  Was genau heißt das: Dass so viele Menschen den Banner sehen oder Sie für so viele Gebetsanliegen beten?

Norman Kronenwett: Nein, das wären zu viele Gebete. Wir rechnen, dass 155 Millionen Menschen diese Banner sehen. Da es eine solche Aktion noch nicht gegeben hat, wissen wir aber nicht, wie viele Gebete uns erreichen werden. Leute, die sich auskennen, rechnen mit 100.000 eingehenden Gebeten. Das ist unser Ziel: 100.000 Gebete, die von Menschen aus dem Internet kommen, für die wir zusammen mit den Betern vor Gott persönlich beten.

Bannerbeispiel: Was wäre mein größter Wunsch an Gott? (Bild: ProChrist)

ERF Online:  Also ordentlich Arbeit für die Beter!

Norman Kronenwett: Ja, aber wie gesagt kann sich das jeder Beter sehr flexibel einteilen. Wir sehen darin eine große Chance. So viele Gebete für Menschen, die vorher noch nie etwas mit Gott zu tun haben! Wir hoffen, dass Gott in unserem Land wirkt und etwas mit den Menschen passiert.

ERF Online:  Wann würden Sie als Projektleiter dieser Kampagne sagen, die Aktion hat sich gelohnt?

Norman Kronenwett: Wir bekommen schon jetzt viel Zuspruch, von Gemeinden und überall, wo wir unterwegs sind. Die Menschen nehmen wahr, was das alles an Arbeit bedeutet. Aber auch, wo Gott wirken kann bei den Menschen. Ich sehe die großen Chancen und denke schon jetzt: Diese Aktion lohnt sich auf jeden Fall.

ERF Online:  Aber von konkreten Ergebnissen lassen Sie sich positiv überraschen?

Norman Kronenwett: Ich tue mir schwer, in Zahlen zu sprechen, gerade beim Thema Evangelisation. Ich denke, Zahlen sind nicht so wichtig. Man muss den Einzelnen im Blick haben. Natürlich schauen wir, dass die Aktion sich lohnt, aber ich denke, das wird sie auf jeden Fall. Da sind wir sehr zuversichtlich.

ERF Online: Herzlichen Dank für das Gespräch!

 

Weitere Informationen und Anmeldung als Beter

ProChrist.org


Kommentare

Von LaVendel am .

Ich bitte für meine Familie um Licht , Liebe und Kraft und Heilung. Ich bitte um Gottes Schutz und Hilfe durch die Engel. Amen und Danke. La Vendel

Von Michaela am .

Wir leben in Trennung. Ich bitte die Muttergottes und den Himmel um Stärkung und Heilung und die Gnade das Ehesakrament aufrecht zu halten und in Liebe und Zuneigung wieder zu entzünden.

Von Anonym am .

Möge der Herr dem nahen Osten Frieden bringen, und den Völkern die Weisheit ihn zu wahren. Möge der Herr die Politiker von ihrer Kriegslogik abbringen und ihnen ein offenes Ohr und Herz schenken.
Möge der Herr den Menschen den Wert von Nächstenliebe klar werden lassen.
Möge die Welt erkennen das Geld für Waffen und Öl ein schlechtes Geschäft sind wenn es um die Wahrung von Menschenrechten und Menschenwürde geht.

Von Anonym. am .

Heiliger Vater ich bitte dich schenke meiner familie und unsern tieren und unsern freunden glück und gesundheit. Himmlischer Vater gib mir die kraft manuel zu erobern, ich liebe ihn über alles. Amen

Von Silke W. am .

Himmlischer Vater
Im Namen Deines Sohnes Jesus
beten wir zu Dir mit der Bitte um
Weisheit für alle
Entscheidungsträger
in und für die Ukraine.
Das sie nach Deinem Willen handeln
Und nüchtern und achtsam aufeinander zugehen.
Zum Wohle aller Menschen und dem Frieden der Welt.
AMEN
Je mehr es beten umso besser. DANKE

Von Gieni D. am .

Lieber Herr Parzany, ach wenn sie doch auch bitte einmal einfliessen lassen könnten, dass die Christen die Tiere nicht vergessen. In unserem eigenen Land herrscht soviel Leid und Schrecken für die Tiere, insbesondere in der Massentierhaltung aber auch in den Tierversuchslaboren mit den Affen und Hunden! und Katzen, die da nur eingesperrt sind und keinerlei Bedürfnisse befriedigt bekommen wie Laufen, Spielen oder ein soziales Leben und wenn sie dann treu gedient haben und alles entbehrt haben, mehr

Von Dorothea I am .

Diese Vorkamagne von ProChrist ist auf jeden Fall eine gute Idee.Es zählt nicht unbedingt die Menge,sondern der einzelne Mensch.Man muss ja bedenken,wie es in der Gesellschaft aussieht: der einzelne Mensch isnt häufig genug nur eine Nummer oder ein kleines Rädchen im Getriebe.Insofern wird es sich wirklich lohnen,im Internet "Menschen zu fischen".Ganz bestimmt !
Gott segne alle,die da mitmachen.
Gruss Dorena

Von Norman Kronenwett am .

Hallo Holger,
das hört sich sehr gut an!
Ihr könnt euch sehr einfach als Beter registrieren. Melde dich am besten noch heute an. http://gebetsaktion.prochrist.org
Liebe Grüße,
Norman

Von Holger am .

Tolle Idee, Gott ist gut und geht immer wieder neue Wege! Wir würden gerne teilnehmen. Wir sind GIK, Gottesdienst im Kino. Ich bin der Verantwortliche für diese Aktion. Wir sind 21 Christen aus verschiedenen Gemeinden, die sich gemeindeunabhängig zusammengetan haben und einmal monatlich in unserer Stadt im Kino einen Gottesdienst abhalten. Wir haben bereits 5 Veranstaltungen durchgeführt und sind auf große Resonanz gestoßen. Liebe Grüße Holger (GIK-Verantwortlicher)


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