Lichterkette Lesezeit: ~ 2 min

Blumenkinder Gottes

Nein, Blumensträuße schmücken nicht nur die Kanzel. Sie sind auch ein hervorragendes Bild für Gemeinde, findet Angela T.

In einem der letzten Gottesdienste hatte unser Pastor die Gemeinde gebeten, am kommenden Sonntag je eine Schnittblume mitzubringen. Und tatsächlich: An dem besagten Sonntag brachten tatsächlich fast alle Gemeindemitglieder eine Blume mit. Es waren alle Arten dabei, von Rosen über Nelken bis hin zu Narzissen. Große, kleine in allen erdenklichen Farben.

Ich hatte eine tolle, große, apfelsinenfarbene Gerbera mitgebracht. Eigentlich hatte ich eine eine Papageienblume im Sinn, weil die so schön ausgefallen und selten ist. Auf dem Markt hatte ich aber keine gefunden. Daraufhin fand ich im nächstgelegenen Blumengeschäft diese Gerbera! Sie war so schön, ich war mächtig stolz auf sie. Neben mir saß eine Frau mit einer kleinen, gelben Gerbera, die neben meiner völlig verblasste. Nach der Predigt stellen wir alle unsere Blumen vorne in einen großen Kübel.

Ich bin ein Teil des großen Ganzen
Als alle Blumen in dem Kübel Platz gefunden hatten, war die Schönheit des Straußes nicht zu beschreiben. So bunt, so vielfältig und so einzigartig!

Meine Gerbera war an die Seite gerutscht und kam in ihrer Schönheit gar nicht so zum Tragen, wie ich es gehofft hatte. Aber ich merkte: Sie war den meisten anderen zwar an Größe überlegen, trug aber nicht mehr und nicht weniger zum Gesamtbild bei als jede andere Blume in diesem Kübel auch.

Genau das war auch die Idee unseres Pastors: Der Blumenstrauß sollte zeigen, dass jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit zu der Schönheit beiträgt, die das Gesamtbild von Gottes Gemeinde letztlich ausmacht. Der Strauß sähe anders aus, würden nur große, scheinbar herausragende Blumen den Strauß zieren. Die Vielfalt, die Details und Farbenpracht wären dahin.

Noch ein Bild für Gemeinde
Und wenn meine Gerbera meint, sich in den Vordergrund drängen zu müssen, so kann Gott sie ganz leicht an die Seite schieben. Kein Mensch ist mit seiner individuellen Art und seinen einzigartigen Gaben besser oder schlechter als ein anderer. Ich lernte: Auch meine Gerbera, also mich, hat Gott in der Hand. Ich bin von ihm geschaffen und von Ihm abhängig, er kann mich dort einsetzen, wo er es für richtig hält. Und genau hier darf ich meinen Teil zu seinem bunten Strauß, der sich Gemeinde nennt, beitragen.

Der Blumenstrauß hat übrigens nicht den Rest der Woche in einem leeren Gemeindesaal verbracht, sondern wurde nach dem Gottesdienst an das benachbarte Wohnheim für behinderte Menschen verschenkt. So hat er noch einigen anderen Menschen Freude bringen können. Und das nicht nur am Sonntag. Ich finde, das ist ein weiteres sehr schönes Bild für Gemeinde.

 

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Kommentare

Von Gertrud am .

Aus dem Herzen gesprochen: Auch ich habe mich insbesondere bei Blumensträußen oft gewundert, dass es keine falsche Zusammenstellung gibt (außer eine Blume würde durch die Nachbarschaft einer für sie giftigen Pflanze zugrunde gehen). Die Anschaulichkeit für gelungene Vielfalt ist wirklich gleichnishaft. Und so funktioniert auch unsere Gesellschaft - unser Arbeitsleben unser Familienleben - mit gelebter wertgeschäfter dankbarer Vielfalt. Wo das Unfrieden stiftende Vergleichen aufhört, gibt es mehr

Von Dagmar G. am .

Liebe Angela, das meine ich auch!
WIR SIND EIN TEIL DES GANZEN.
Danke für den Beitrag!
Dir liebe Grüße!

Von Margot F. am .

Danke für die schöne Geschichte.
Habe gestern im Korintherbrief gelesen.
Wir sind doch ein Leib und Jesus ist das Haupt..... was für ein schönes Bild.<>< <>< Margot


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