Monatsspruch Februar

Alles ist dir erlaubt, aber...

Christen sind zur Freiheit berufen. Dennoch fragen sich viele: Was ist vor Gott richtig, was falsch? Der Monatsspruch gibt eine Antwort.

„Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf. Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient.“ 1.Korinther 10,23-24

Sollte Gott gesagt haben, man darf nicht...?

Das Problem der menschlichen Unsicherheit ist so alt wie Methusalem und taucht zu allererst bei Adam und Eva auf. Satan in der Gestalt einer Schlange verführt Eva mit  dieser Frage, um Gottes Gebot bewusst in Zweifel zu ziehen. Seit dem Versagen der ersten Menschen steht jeder Christ immer wieder vor dieser Frage: Was ist richtig, was ist falsch?

Paulus benutzt im obigen Vers das Wort „erlaubt“, das normalerweise zur Klärung rechtlicher Zusammenhänge benutzt wird. Etwas ist erlaubt zu tun, oder aber verboten und man sollte es lassen, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. An anderer Stelle weist er allerdings darauf hin, dass Christen unter der Gnade Gottes stehen, also Freiheit haben und nicht mehr an das Gesetz Gottes mit seinem sturen Befolgen von Vorschriften gebunden sind (Römer 6,14-15).

Zwei Seiten einer Medaille

Wie soll ich aber meine Freiheit leben, ohne mich selbst und andere zu ruinieren mit verschiedenen selbstsüchtigen und hemmungslosen Verhaltensweisen? Es sieht so aus, als gäbe es zwei Seiten der gleichen Medaille.

Auf der einen Seite geht es um unsere ewige Beziehung zu Jesus Christus, Vergebung der Schuld,  ewiges Leben und Gemeinschaft mit Gott. All das kann uns das Gesetz nicht geben, nicht ermöglichen und uns auch nicht wegnehmen. Gottes Zusagen sind an den Glauben an seinen Sohn gebunden, nicht an die Einhaltung des mosaischen Gesetzes (Johannes 3, 14-21).

Auf der anderen Seite dieser Medaille ist das, was Paulus uns mit dem heutigen Vers deutlich machen möchte. Er schreibt „aber nicht alles baut auf“, weil er mich damit wachsam machen will, jegliche Art von Verhalten zu vermeiden, das nicht liebevoll, nicht hilfreich und unverträglich mit der Freiheit ist, die ich in Christus besitze. Wo bekomme ich nun diese geistliche Freiheit her, die weitaus hilfreicher ist, als zu versuchen, das moralische Gesetz zu erfüllen?  Und wie sieht diese Freiheit aus?

Was wirklich frei macht: die Früchte des Heiligen Geistes

Paulus gibt die Antwort im Galaterbrief, wo er die Freiheit vom Gesetz beschreibt als „Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit“ (Galater 5,22-23). Alle diese Eigenschaften sind nach Paulus Früchte des Heiligen Geistes. Christen bekommen sie zur Verfügung gestellt und dürfen von Ihnen regen Gebrauch machen. Gegen sie richtet sich das Gesetz nicht. Diese Eigenschaften entwickeln sich, es wäre zumindest erstrebenswert, indem ich eine enge Beziehung zu Jesus Christus pflege.

Der Monatsspruch macht deutlich: Ich erfahre etwas noch viel Besseres als bloße moralische Pflichterfüllung, wenn ich mich auf eine tägliche und lebenslange Beziehung mit Jesus Christus einlasse. Dann wird der Heilige Geist mein Leben verändern und mir immer mehr Freiheit ermöglichen.

Frage zum Nachdenken: Es ist mein Recht, alles zu tun, aber ist es richtig, alles zu tun?


Kommentare

Von Johan H. am .

Sehr schön- ich habe nur eben den Beitrag gelesen, weil mich das Thema sehr interessiert. Und gerne stelle ich fest: ich bin beeindruckt von der Einfachheit und Kürze und doch hervorragenden Prägnanz, mit welcher der Verfasser den Kern von Paulus' Aussage und ihren Geist getroffen hat. Man kann ja Bücher zu der Thematik füllen- aber wer den Geist Gottes wirken lässt und dessen Frucht hervorbringt, wird die richtige Balance zwischen "alles erlaubt" und "erbauend und liebevoll anderen gegenüber" finden.
Johan

Von Micha am .

1. Einen absolut freien Willen gibt es nicht. Entweder ich tue was Satan will, oder Gott. Hier fällt meine freie Entscheidung, wem ich dienen will.
2. Ich bin auch für Liebe, Frieden, Barmherzigkeit, Geduld usw. Es gibt aber durchaus Situationen, wo im Christen- und Gemeindeleben "Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme" nicht mehr ausreichen. Da muß gehandelt werden, um die geistliche Gesundheit der Einzelnen und der gesamten Gemeinde nicht zu gefährden. Egal in welchen Situationen wir uns mehr

Von Konrad B. am .

"Alles ist mir erlaubt (ohne Ausnahme!), aber nicht alles ist von Nutzen!"
Ich als Christ bin ein (völlig) freier Mensch! Ich brauche mir keine Gewissensbisse zu machen.
Nicht das Gefühl entscheidet, sondern GOTT-es Führung.
Siehe! auch Petrus, dem eine Erscheinung gegeben wurde, unreine Tiere zu essen. Er weigerte sich, aber GOTT sagte:
"Was ICH rein gemacht habe, das brauchst Du nicht für unrein halten."
Nicht alles, was wir essen, sondern, was wir sagen, erweist, ob wir zu CHRISTUS mehr

Von Wolfgang am .

Die Antwort auf die Frage von Elfi vom 31.1. 2012, 9:11 würde auch mich sehr interessieren.
Vielleicht geht es ja auf diesem Weg?

Von Micha am .

Liebe Elvi,
wenn Gott sagt, daß Homosexualität ihm ein Greul ist, dann brauchen wir darüber nicht zu diskutieren. Daran hat sich auch bis heute nichts geändert.
Somit kann und will ich auch einer Segnung gleichgeschlechtlicher Paare nicht zu stimmen.
Ich will ihnen mein Gesetz in ihr Herz schreiben, und, wer mich liebt, wird meine Gebote halten. Je enger - intimer die Beziehung zum Herrn ist, um so mehr bin ich darauf bedacht, ihn nicht zu enttäuschen und seine Gebote zu halten - nämlich aus mehr

Von Heike am .

Oft wird das bei vielen Menschen gedeutet:Super kein Gesetz ich kann aales tun.Betrügen,alles was mir vorteile bringt und Ehebrechen usw.ich verstehe das ganz anderst ich muss die Gesetze nicht tun,aber Jesus möchte das wir lieben und liebe braucht kein Gesetz...

Von Elfi am .

Vielen Dank für die Andacht. Zur Freiheit hat uns Gott berufen, auch zur Freiheit vom Gesetz!?
Zur Zeit habe ich als Mitglied im Kirchenvorstand unserer ev. Kirchengemeinde eine Diskussion über die öffentliche Segnung gleichgeschlechtlicher Paare im Gottesdienst. Alle, einschließlich unserer Pfarrer waren dafür, eine solche Segnung vorzunehmen, wenn sie gewünscht wird, nur ich konnte dem nicht zustimmen, da ja in 3. Mose 18 + 20 und in Römer 1 diese Art zu leben von Gott ausdrücklich verboten mehr

Von thomas am .

Mir ist etwas zu dem obigen Bild eingefallen. Wie wäre es mit dem Eisbaden, wenn das Eis zu dünn ist? Bei einem dünnen Eis könnte man leicht ein Loch im Eis durchschlagen und baden. Das ist sehr gesund und fördert den Kreislauf, vorausgesetzt, man hält sich an gewisse Regeln: Nur kurz ins Wasser, jeden Tag und sofort warm anziehen!


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