Andacht zum Epiphaniasfest Lesezeit: ~ 1 min

Nur ein Babykönig?

Die Geschichte der Weisen aus dem Morgenland klingt so beschaulich, dass wir oft vergessen, was wir von diesen Männern lernen können.

Als sie den Stern sahen, waren sie überglücklich. Sie gingen in das Haus und fanden dort das Kind und seine Mutter Maria. Da warfen sie sich vor ihm nieder und erwiesen ihm Ehre. Dann holten sie die Schätze hervor, die sie mitgebracht hatten, und gaben sie ihm: Gold, Weihrauch und Myrrhe. 
Matthäus 2,10-11

Die drei Weisen aus dem Morgenland müssen sich schon komisch vorgekommen sein – drei edle, vornehme und gebildete Männer fallen in einem dreckigen, übel riechenden Stall auf ihre Knie. Und das vor einem Säugling. Kein Palast, kein mächtiger, prunkvoller König - zumindest nicht äußerlich. Doch die Weisen sind sich trotzdem nicht zu schade, auf die Knie zu gehen. Sie präsentieren dem Baby sogar wertvolle Schätze.

Wenn ich das lese, stellen sich mir gleich folgende Fragen: "Bin ich mir zu schade für Jesus auf die Knie zu gehen?" und "Welche Schätze könnte ich ihm bringen?".

Ich beobachte mich manchmal dabei, dass es mir irgendwie unangenehm ist, zu Jesus ins "Nichts" zu reden oder sogar vor ihm auf die Knie zu fallen. Von außen sieht das vielleicht so aus, als würde ich vor einem Hirngespinst niederknien und Selbstgespräche führen. Klingt ähnlich naiv, wie vor einem Baby auf die Knie zu fallen und es anzubeten, oder?

Genauso naiv wie die Idee, Jesus etwas Wertvolles aus meinem Leben zu geben? Ich frage mich: Was sind Schätze die ich Jesus bringen könnte, um ihn damit anzubeten: Meine Zeit, meine Freundschaften, mein Geld, meine Worte, meine Gaben?

Leider vergesse ich oft die "Königlichkeit" dieses Säuglings und behandle Jesus mehr wie einen netten Kumpel. Dieser freundschaftliche Zugang ist wichtig. Aber gleichzeitig ist es auch wichtig zu sehen, dass Jesus auch König und Herr meines Lebens sein möchte. Deswegen will ich in diesem neuen Jahr Jesus meine „Schätze“ bringen und mir nicht zu schade sein, vor ihm niederzuknien.


Kommentare

Von Herbert am .

Vieles von dem, was so allgemein über die Weisen aus dem Morgenland gewusst wird, sind spätere Legenden. Im Text steht z.B. nicht, dass es drei waren. Auch von Königen ist nicht die Rede, sondern von Weisen. Ihre Namen Kaspar, Melchior und Balthasar sind spätere Zutaten.Ebenso wenig haben sie an der Krippe gestanden. Sie besuchten Jesus, Maria und Josef in einem Haus in Bethlehem. Vielleicht war Jesus zu diesem Zeitpunkt schon weit über ein Jahr alt. Denn Herodes lässt alle Kinder unter zwei Jahren umbringen. Über etwas mehr Präzision bei Auslegungen würde ih mich freuen.

Von Philippous am .

Es ist die gängige Auslegung, dass die Weisen zum Stall gekommen sind. Aber stimmt das überhaupt? Im Text steht "Sie gingen in das Haus" und nicht in den Stall.
Nun, Maria und Joseph haben bestimmt keine Wochen im Stall verbracht, sondern sind, nachdem die Volkszählung rum war und die Herbergen wieder leerer wurden, so schnell wie möglich umgezogen. Nach Hause zu reisen, war unter den Umständen wohl nicht empfehlenswert. Und als Zimmermann hat Joseph sicherlich auch in Bethlehem Arbeit mehr

Von hanna am .

Danke, für mich war es fast schon so selbstverständlich das die "drei Könige" aus dem Morgenland gekommen sind und angebetet haben, das ich schon gar keine weiteren fragen gestellt habe.
Ja ich weiß, es waren nicht unbedingt drei.
Ja ich weiß, es waren keine Könige.
Aber weiß ich wirklich wie das ist als gut situierte Person vor etwas geringem auf die Knie zu gehen und das nicht einmal dort wo der bodenrichtig sauber war.
Danke das ich dadurch wieder neu fragen an mich selbst stellen durfte wer Jesus wirklich war/ ist. Ganz Gott. Ganz Mensch. Unfassbar.

Von Inge Kruck am .

Vielen lieben Dank für diese wunderbare Andacht!

Von Ulrike am .

Die Weisen (plural) aus dem Morgenland waren mindestens zu zweit. Wer die Drei erfunden wissen wir nicht, koennen wir einfach von "mehreren" ausgehen? danke

Von marga a. am .

JESUS, hat den Himmel-Herrlichkeit verlassen um Mensch zu werden, unter uns gelebt,um uns Menschen zu retten vor dem ewigen Tod,(getrennt von Gott),durch seinen Tod am Kreuz hat Er,JESUS,uns aus der Verlorenheit
gerettet.Er ist auferstanden hat den Tod besiegt,sitzt jetzt zur rechten seines Vaters im Himmel.
Wenn wir Menschen, unsere Sünden,("getrennt sein von Gott")erkennen,und bereuen,vergibt ER JESUS, uns unsere Schuld und reinigt uns von allem Unrecht,das wir begangen haben.1.Joh.1,9 Amen.


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