Andacht zum vierten Advent

Von Ordnung und Unordnung

Gott bringt mit der Geburt Jesu Unruhe in das Leben der Menschen, gibt ihnen aber auch seinen Frieden. Ähnlich handelt er heute noch.

Lesen Sie für den Impuls Lukas 1,1-17.

"In guter Ordnung" will Lukas festhalten, was er von Jesus erfahren hat – und gleich beim ersten Bericht über das, was "sich unter uns ereignet und erfüllt hat", geht manches drunter und drüber.

Im Tempel von Jerusalem, dem Ort der Gegenwart Gottes, tut Zacharias Dienst, "ein Priester von der Ordnung Abija". Und er tut diesen Dienst "wie nach der Priesterordnung üblich". Auch die im Tempel versammelte Menge verrichtet ihren Gottesdienst ordentlich, das heißt: nach den in Gottes Gebot festgelegten Riten und zu den dort bestimmten Zeiten.

Dass trotzdem keineswegs alles seine Ordnung hat, erfahren wir gleich im ersten Vers der Geschichte. Zacharias und seine Frau Elisabet sind kinderlos – und Kinderlosigkeit galt als Makel, später wird sogar von der "Schmach" Elisabets die Rede sein (Lukas 1,25). Schon Sara hatte unter dieser Schmach zu leiden oder Hanna, später Mutter des Propheten Samuel.

Und der Engel Gottes? Mit seiner Ankündigung der Geburt eines Sohnes sorgt er für allergrößte Unordnung! Die Ordnung des Gottesdienstes gerät durcheinander angesichts seiner Erscheinung. Frauen in Elisabets Alter können menschlichem Wissen und Verstand zufolge keine Kinder mehr bekommen. Der amtierende Priester wird in Furcht und Schrecken versetzt.

Doch dann diese Worte: "Fürchte dich nicht, Zacharias." Schon oft haben Boten Gottes diese Worte ausgesprochen. Gott selbst hat der Bibel zufolge diese Worte an Menschen gerichtet, deren Leben in Unordnung geraten war, deren Glauben zu scheitern drohte.

Das "Fürchte dich nicht!", das der werdende Vater Zacharias zu hören bekommt, ist nicht nur für ihn, sondern für viele andere, ja für alle Welt Grund zur Freude. Ein mit Gottes Geist begabter Mensch soll der angekündigte Sohn sein, einer, der den Menschen Gott und seinen guten Willen nahe bringt – und so die Menschen Gott nahe bringt. Auf dass Gottes Wege bei den Menschen bereitet werden – und Gott selbst all das, was in dieser Welt in Unordnung und aus den Fugen geraten ist, in Ordnung bringt.

Gebet: Herr, du bringst Ordnung in mein Leben. Auch wenn vieles in Unordnung gerät, bist du bei mir. Du gibst den Frieden.


Der Impuls stammt aus dem Buch Mit der Bibel durch die Advents- und Weihnachtszeit. Wir danken dem Kreuz Verlag für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.

Mit der Bibel durch die Advents- und Weihnachtszeit
Kreuz Verlag
ISBN: 3451610515
Umfang: 160 S.
12,95 € (D)

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Kommentare

Von Heidrun P. am .

Das erinnert mich an das Sprichwort:
"Wenn du tust, was du immer tust, bekommst du, was du immer bekommst."
Und es erinnert mich auch sehr an den Film: "Und wieder ruft das Murmeltier", als dieser Suchende plötzlich erfährt, dass ein Tag ganz anders beginnt. Nämlich: die Frau, die er liebt, liegt beim morgendlichen Erwachen neben ihm. Er beginnt den Tag nicht wie unzählige Male allein.
Seine Worte sind: "Alles, was anders ist, ist gut." Und dieser Satz kommt mir oft im Leben in den Sinn. mehr


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