Andacht zum zweiten Advent

Die Hoffnung braucht das Wehe

Die Zustände in dieser Welt haben sich seit Jesu Geburt nicht verbessert. Haben sich die Propheten mit dem verheißenen Friedenskönig also geirrt?

Lesen Sie für den Impuls Jeremia 23,1-8

Mit „Wehe“ beginnt der erste Abschnitt – und das ist eine gute Nachricht. Nicht für die Könige, die hier als Hirten bezeichnet werden. Für die bedeutet es das Ende. Gut ist die Nachricht für das Volk, für Menschen, die darunter leiden, wenn die Regierenden kein Verantwortungsbewusstsein für das Land haben, kein Gefühl für die Menschen und keinen Drang zu Recht und Gerechtigkeit. Dass das ein Ende haben soll, ist eine gute Nachricht. Und dass das nicht nur der Lauf der Welt ist, sondern der Wille Gottes, lässt Hoffnung schöpfen. Bis heute.

Was danach kommt, beschreiben die weiteren Worte. Gott selber wird das Machtvakuum ausfüllen, sich der geschundenen Menschen annehmen, neue Herrscher einsetzen, bis hin zu dem einen, der ein Leben in Frieden garantiert. Äußere und innere Sicherheit kennzeichnen die neue Zeit. Verlockend das Bild vom sicheren Wohnen. Verlockend auch die Erwähnung von Recht und Gerechtigkeit. Wer das erleben darf, hat es gut.

Uns Christen macht diese Verheißung oft etwas hilflos. Irgendwie wollen wir sie auf Jesus beziehen, aber das ist gar nicht so leicht. Viel spricht dagegen. Die Kriege haben auch nach Christi Geburt nicht aufgehört, Recht und Gerechtigkeit sind immer noch wenigen vorbehalten, weder in Israel noch in der ganzen Welt ist ein Ende der Konflikte abzusehen. Dass Jesus selber dem von Jeremia entworfenen Bild nicht entspricht, ist unübersehbar. Dazu ist er zu arm, zu unaufdringlich, zu leise.

Die Frage ist nur: Was spricht dagegen, dass der, den Gott dem Tod entrissen hat, schließlich doch noch den ersehnten Frieden bringt? In unseren Kirchen wird die Verheißung des Jeremia am 1. Advent gehört und gelesen. Dazu passt, was Cyrill von Jerusalem schreibt: „Wir predigen nicht nur eine Ankunft Christi: Wir verkündigen auch eine zweite, eine noch viel herrlichere. Die eine war Offenbarung im Leid – die andere trägt das Diadem göttlicher Herrschaft. Bei der ersten Ankunft war er in Windeln gewickelt und lag in einer Krippe – bei der zweiten umkleidet er sich mit Licht. Bei der ersten Ankunft trug er das Kreuz – bei der zweiten wird er kommen in Herrlichkeit in Begleitung eines Heeres von Engeln. Wir halten uns nicht allein an die erste Ankunft – wir erwarten auch die zweite.“

Gebet: Gib Frieden, Herr, in dieser Welt. Hilf uns, in Frieden zu leben.


Der Impuls stammt aus dem Buch Mit der Bibel durch die Advents- und Weihnachtszeit. Wir danken dem Kreuz Verlag für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.

Mit der Bibel durch die Advents- und Weihnachtszeit
Kreuz Verlag
ISBN: 3451610515
Umfang: 160 S.
12,95 € (D)

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Kommentare

Von Paul S. am .

auf den ersten Blick scheint es so als würde sich nie was Ändern .Armut und Krieg sind in der Tat geblieben aber befestigte Stadtmauern brauchen wir nicht mehr !Jesus Christus hat die Gewaltlosigkeit neben der Nächstenliebe immer wieder beteuert , ja darum gefleht und gebittet .Dies macht deutlich das diese Gebote für uns Menschen von größter Bedeutung sind und die Welt doch nachhaltig verändert hat .Christus hat auch deutlich gemacht das der Mensch der sich Belehren lässt und Glaubt / Umkehrt mehr

Von ERF - Fan am .

Ja, viele Versprechungen Gottes stehen noch aus. Deshalb sagt Paulus, dass Hoffnung auf Jesus nicht zuschanden werden lässt.


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