Aufgefischt Lesezeit: ~ 3 min

Geistliche Übungen für ein gesundes Herz

Kann man sich auf die Stürme des Lebens vorbereiten? Michael Hyatt meint Ja und nennt vier geistliche Übungen für ein krisenfestes Herz.

Vor kurzem traf ich einen Leiter, der kurz davor war, seinen Mut zu verlieren. Seinen Blick habe ich schon hundert Mal gesehen (mehr als einmal sah ich ihn in meinem Spiegel).

Mein Freund stand unter Beschuss. Er hatte erst vor kurzem herausgefunden, dass einer der Vorstandsmitglieder sich stark dafür machte, ihn seines Postens zu entledigen. Schlimmer noch – bei einem seiner Kinder wurde eine chronische Erkrankung festgestellt. Infolgedessen kämpft er nun mit den typischen Stress-Symptomen – Schlaflosigkeit, Verdauungsstörungen und Rückenschmerzen.

Er war kurz davor, das Handtuch zu werfen und aufzugeben. Wer hätte ihm das schon verübelt? Das Leben ist hart.

Das ist auch der Grund, warum Leiter verstehen sollten, wie wichtig ihr Herz ist und warum sie es schützen müssen. In schweren Zeiten ist ein gesundes Herz lebenswichtig.

Wie können Leiter ein gesundes Herz entwickeln? Ich schlage diese vier geistlichen Übungen vor:

  1. Die Übung der Reflektion: Wir leben in einer hektischen und lauten Welt, die das Leben aus uns heraussaugt, wenn wir es zulassen. Darum ist es unerlässlich, dass wir uns bewusst an einen ruhigen Ort zurückziehen, an dem wir innehalten und reflektieren. Wenn Jesus das getan hat (Markus 1,35), wie viel wichtiger ist das für uns?
    Ich glaube, man erreicht das am besten, indem man regelmäßig in der Bibel liest und betet. Außerdem habe ich es als hilfreich empfunden, andere geistliche Bücher zu lesen, besonders die der Wüstenväter. Alles außerhalb unserer Zeit gibt uns eine Perspektive, die dringend nötig ist – wie C.S. Lewis in seiner Einführung zu „On the Incarnation von St. Athanasius schreibt.
     
  2. Die Übung der Erholung. Gott hat uns so erschaffen, dass wir Erholung brauchen. Ein Drittel der Tageszeit müssen wir herunterfahren. Wenn wir den von Gott gegeben Ausschalter nicht benutzen, werden wir auf schnellstem Wege, unsere Perspektive verlieren. Doch die Übung der Erholung zu praktizieren ist mehr als eine biologisch eingeleitete Pause. Es erfordert bewusste Entscheidungen: Ich muss mich entscheiden, an einem Tag in der Woche zu ruhen oder meinen Jahresurlaub auch wirklich zu nehmen. Ich glaube, dass es sogar Fasten miteinschließt. Denn damit verordnen wir unserem Körper einen Pause von der Tyrannei unseres Appetits.
     
  3. Die Übung der Freizeit. Es gibt einen Unterschied zwischen Vergnügen und Freizeit. Das Erstere hinterlässt uns müder als zuvor. (Sind Sie jemals in einen Freizeitpark gefahren und waren hinterher erschöpfter als am Anfang?). Freizeit jedoch erfrischt uns und baut uns auf.

    Freizeit ist jede Aktivität, die es uns ermöglicht, unsere Kreativität auszuleben. Für die einen ist dies Malen, Schreiben oder ein Musikinstrument zu spielen. Andere sind kreativ, wenn sie einen Motor neu konstruieren oder einen Kuchen backen. Diese Aktivitäten scheinen niemals dringend zu sein, aber sie sind sehr wichtig.
     
  4. Die Übung der Beziehungen. Das ist wahrscheinlich die wichtigste Übung. Wir sind erschaffen, um in Beziehung zu anderen zu leben. Es ist sogar so, dass das Fundament unseres Seins aus einer Beziehung heraus entstanden ist. Bevor die Welt erschaffen wurde, lebten Vater, Sohn und Heiliger Geist in perfekter Liebe und Einheit zusammen.

    In einer Welt, die von Social Media und unechten Beziehungen geprägt ist, müssen wir bewusst daran arbeiten, authentische Beziehungen aufzubauen und echte Gemeinschaft zu pflegen. Das bedeutet, Zeit zu schaffen, die man ganz bewusst mit der eigenen Familie und mit Freunden verbringt. Es bedeutet, die Initiative zu ergreifen und in diejenigen zu investieren, die wir lieben.

Welche Erfahrungen haben Sie mit geistlichen Übungen gemacht? Was hilft, Ihnen auf Ihr Herz und Ihre Beziehung zu Gott, Acht zu geben?


Michael Hyatt ist Blogger, Redner und ist Vorstandsvorsitzender von Thomas Nelson Publishers, nach eigenen Angaben das größte christlichen Verlagshaus der Welt.

© 2011, Michael S. Hyatt. All rights reserved. Originally published at www.michaelhyatt.com.


Kommentare

Von Claudia Voß am .

Sehr geehrter Herr Hyatt,
ich fand den Artikel sehr beeindruckend und werde ihn bei uns im Hauskreis vorstellen!
Liebe Grüße
Claudia Voß


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.