Glaube am Montag

Rein in die Suppe

"Salz der Erde", nennt Jesus seine Jünger und meint handfeste Weltver-änderer, die mitten in die Welt gehören. Das betont eine neue Initiative.

Sonntagvormittag. Anke sitzt im Gottesdienst ihrer Gemeinde. Thema der Predigt: Mit anderen über den Glauben reden. Als der Gottesdienst zu Ende ist, ergibt sich im Bistro auch gleich Gelegenheit zur Anwendung. Zwei Gäste sind da und geben sich interessiert. Als Anke zur Mittagszeit das Gemeindehaus verlässt, ist sie voller Euphorie. Glaube am Sonntag.

Montagmorgen. Anke kommt fünf Minuten zu spät ins Büro. Der Chef ist schlecht gelaunt. Es gibt Ärger mit einem Großkunden. Er äußert sich ungehalten über die Verspätung und fügt hinzu, von jemandem, der zur Kirche geht, könne man eigentlich mehr erwarten. Willkommen in der Wirklichkeit. Glaube am Montag. Gar nicht so einfach.

Was, wenn der Sonntag zu Ende ist?
Seit Jesus am ersten Tag der Woche auferstand, nimmt der Sonntag in der christlichen Tradition eine besondere Rolle als herausgehobener Ruhetag ein. Am Sonntag feiern Christen Gottesdienst und nehmen sich bewusst Zeit für Gott. Gerade deshalb ist der Sonntag aber auch eine Herausforderung. Nämlich dann, wenn er zu Ende ist und eine neue Woche beginnt. Wie lebt man als Christ seinen Glauben in einer oft rauen Geschäfts- und Arbeitswelt, in einer immer gottloseren Gesellschaft, in einer sich rasant wandelnden und hektischen Zeit?

Mit diesen Fragen befasst sich die Initiative „Glaube am Montag – Natürlich Christ sein 2012“. Nach dem Jahr der Stille 2010 startet die Aktion Anfang nächsten Jahres am 2. Januar, einem Montag natürlich. Gedacht als mehrjähriger Austauschprozess und gemeinsamer Denkprozess in Deutschland und der Schweiz. Ein Enddatum ist noch nicht festgelegt, die Aktion soll schließlich bleibende Veränderung bewirken. Ziel ist, Christen zu helfen, ihren Glauben in Beruf, Gesellschaft und Familie echt und unbefangen zu leben. Verantwortlich in Deutschland ist ein Leitungskreis von 29 Vertretern aus christlichen Werken und Verbänden, unter anderen auch Udo Vach von ERF Medien und Michael Klitzke von ProChrist. Den Vorsitz führt Ulrich Eggers vom SCM Bundes-Verlag.

Nicht von, aber in der Welt
„Ihr seid das Salz der Erde“, hat Jesus seinen Jüngern ins Stammbuch geschrieben. Christen sollen eine schal schmeckende Welt genießbar machen. Wie viel ist davon heute zu sehen? „Das Salz gehört in die Suppe“, sagt Ulrich Eggers. Seiner Meinung nach entfernen sich Christen oft aus normalen Alltagszusammenhängen. Also zum Beispiel aus nichtchristlichen Bekanntschaften in der Nachbarschaft oder dem Sportverein. Er gibt den Rat: Christen sollen zwar nicht „von der Welt sein“, aber doch mitten „in der Welt“. Und dazu ist Austausch, Übung, neue Selbstverständlichkeit, aber auch Profil und Klarheit nötig. Der Unternehmer Walter Dürr: „Viel zu lange haben sich die Gläubigen aus der Welt zurückgezogen und Politik, Wirtschaft und Erziehung als ‚zu wenig geistlich‘ angesehen. Wenn wir Gott Welt-los machen, dann dürfen wir nicht erstaunt sein, wenn die Welt Gott-los wird.“

Menschen erreichen, an die kein Pastor rankommt
Dem will „Glaube am Montag“ entgegenwirken. Zahlreiche Praxisvorschläge im Ideenheft oder auf der Website www.glaube-am-montag.de zeigen konkret, was gemeint ist. So gibt zum Beispiel im Teilbereich „Mein Glaube“ Birgit Fingerhut, langjährige Gesprächskreis-Leiterin und Mitarbeiterin bei Campus für Christus, Ratschläge für einen Hauskreis-Themenabend, der hilft, den Glauben an Jesus angemessen zur Sprache zu bringen. Es warten weitere frische Ideen in den Bereichen  „Arbeit und Ausbildung“, „Mitten in der Gesellschaft“ und „Gemeindearbeit“.

Unter „Familie und Freundeskreis“ bietet der Bibellesebund das Seminar „Erzähl mir von Gott“ an, um Eltern und Großeltern beim Erzählen und Vorlesen von biblischen Geschichten Hilfestellung zu geben.

Daneben enthält das Heft Interviews und Artikel, die das Grundanliegen der Initiative verdeutlichen. So schreibt etwa Timo Plutschinski, Geschäftsführer von „Christen in der Wirtschaft“, unter dem Titel „Den Beruf zur Berufung machen“: „Wir brauchen Christen im säkularen Berufsleben – in Wirtschaft, Medien, Bildung, Politik, Kultur u.v.m. -, die als Missionare am Arbeitsplatz für genau die Menschen da sein können, die kein Pastor dieser Welt erreicht.“

Und Ihr Montag in fünf Jahren?
Weitere Impulse zu mehr Glaube im Alltag geben eine Spezialausgabe der Zeitschrift „Aufatmen“, ein Andachtsbuch, eine Musik-CD und weitere Medien, die im SCM Verlag erscheinen.

„Glaube am Montag“ – ein groß angelegtes Projekt. Dazu braucht es eine Vision, die Birgit Fingerhut so formuliert: „2017 kennt jeder in unserem Land einen Christen, der sein Christsein glaubwürdig lebt und der in der Lage ist, über seinen Glauben verständlich Auskunft zu geben.“ Wie soll Ihr Montag in fünf Jahren aussehen?



Webseite: www.glaube-am-montag.de

Das Ideenheft zur Aktion bestellen

 

 

 

 

                                                                                                                                            Bild: Glaube am Montag
 


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