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Das Unsichtbare sehen

In Leid und Hilflosigkeit für Gottes kommende Güte zu danken, klingt absurd. Doch genau das macht eine lebendige Hoffnung aus.

Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen.
Psalm 17,7

Dieser Vers gehört zu Psalm 17, der in Wirklichkeit ein Gebet ist: Vor rund 3000 Jahren betete König David in diesen Worten zu Gott um Rettung vor den Feinden, die sich offen gegen Gott stellten und David bedrohten. Heute, Jahrhunderte später, ist keiner von uns ein König, aber Davids Lage können viele ohne weiteres nachvollziehen. Wenn ich mich ungerechten Vorwürfen, falschem Klatsch und Tratsch oder regelrechtem Mobbing ausgeliefert sehe - was empfinde ich? Was bitte ich von Gott?

Natürlich sehnt sich David nach Befreiung aus seiner Lage. Natürlich wünscht er sich, Gottes Güte auch in den konkreten Einzelheiten seines Alltags zu erfahren: „Beweise deine wunderbare Güte...“. Natürlich möchte David in seinem Leben sehen, wie gut Gott ist.

Aber noch ist es nicht soweit. Noch steckt David mittendrin im Chaos aus äußerer Bedrohung, inneren Zweifeln, gemischten Motiven und einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Zu sehen ist die Güte Gottes in seinem Alltag noch nicht. Und doch steht für David felsenfest: „Du [bist ein] Heiland derer, die dir vertrauen“.

David hat sich dazu entschlossen, seinem Gott zu vertrauen, bevor die Güte Gottes in seiner Situation sichtbar und begreifbar wird. Dass Gott uns retten und zutiefst Gutes für uns will - das hängt nicht davon ab, ob die Wohltaten Gottes für uns sichtbar werden. Sondern es steht und fällt mit dem Charakter Gottes: Gott ist ein „Heiland“, ein Retter. Während David die Worte betet, die wir als Psalm 17 kennen, sieht er das noch nicht in seinem Leben - aber er glaubt es.

Der Glaube schaut über das jetzt Sichtbare hinaus, und begreift die ewige Realität Gottes, die für unsere Augen unsichtbar ist. In seiner verzweifelten Lage ist das Davids Hoffnung. Was ist unsere?
 


Kommentare

Von Kerstin am .

Ich danke Ihnen auch für diesen schönen Beitrag zu Davids Psalm.
Ich denke, dass fast jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben Schweres erlebt. Manche klagen nur darüber, andere ziehen sich zurück und wiederum andere haben eine große Zuversicht und Vertrauen auf Gott.
Ich habe in den schweren Zeiten meines Lebens bislang die Bewahrung Gottes gespürt; doch meistens, ehrlich gesagt, erst hinterher verstanden, warum dieses oder jenes geschehen musste. Manches war gut für mich und anderes mehr

Von Gertrud am .

das Unzeitgemäße, zu danken, auch wenn es gerade schlecht geht oder sehr schwierig steht - das bewahrheitet sich bei mir immer wieder : siehe Psalm 50, 23. Immer, wenn ich mich zur Anbetung unseres HERRN durchringe, komme ich gestärkt weiter, JESUS greift ein!

Von Judith L. am .

Von der Kraft des Gebets
Das Gebet hat eine große Kraft:
Es macht ein bitteres Herz süß,
ein trauriges froh,
ein armes reich,
ein törichtes weise,
ein verzagtes kühn,
ein schwaches stark,
ein blindes sehend,
ein kaltes brennend.
Es zieht den großen Gott
in das kleine Herz,
es trägt die hungrige Seele
empor zu Gott, den lebendigen Quell,
und bringt zwei Liebende zusammen:
Gott und die Seele.
Gertrud von Helfta

Von Wolfgang N. am .

Danke für diesen Beitrag, lieber ERF.
Es tut so gut, nach diesem turbulenten Tag, nach allem, was ich heute erlebt habe, nach Hause zu kommen, HIER anzukommen und das zu lesen. Es ist wie ein Geschenk von oben, so, als ob GOTT selbst ruft und mir, besser: UNS sagen will "ICH bin bei euch und weiß, was euch bewegt. Habt keine Angst!."
Bin mit meinen Gedanken und meiner Fürbitte bei Waltraud W. (s.u.) und bei allen anderen Leserinnen und Lesern, die sich mit dem obigen Beitrag angesprochen fühlen. "Alles ist an GOTTES Segen....." (EG 352)
Ihr Wolfgang N.

Von Waltraud W. am .

genau in solch einer völlig hilflosen Lage befinde ich mich momentan und Ihre Zeilen haben mir ganz viel Mut gemacht, hoffentlich gebe ich nicht auf und die Angst übermann mich nicht, danke für die Möglichkeit,dass ich auf Jesu Gnade und seine unbeschreiblichen Möglichkeiten aufmerksam gemacht wurde.
Ihre Walltraud W.


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