Natürliche und geistliche Gaben

Ein Unikat Gottes

Das Thema Gaben hängt manchen zum Hals raus. Dabei fehlt mein einzigartiger Beitrag, wenn ich sie nicht kenne. Ein Grundlagenbeitrag.

Jeder Mensch ist einmalig. Das klingt zuerst einmal banal, ist aber auf den zweiten Blick höchst interessant. Schließlich geht es nicht nur darum, dass meine Nase ein Unikat ist. Als gesamte Persönlichkeit bin ich ein einmaliges Paket aus Begabungen, erlernten Fähigkeiten, Erfahrungen und so fort. Eine Kombination, die es in dieser Form niemals gegeben hat. Und nie mehr geben wird.

Diese Tatsache hat es in sich, schließlich macht mich das unendlich wertvoll. Nicht nur, weil Einzelstücke immer etwas Besonderes sind. Sondern weil ich Dinge tun kann, die auf diese Weise und in dieser Kombination keiner sonst zustande bringen kann. Ich habe meinen Mitmenschen und der Welt etwas zu geben, das niemand sonst geben kann.

Stellt sich die Frage, worin meine Einzigartigkeit genau besteht und was ich mit ihr anfange: Was soll ich tun, wo ist mein Platz? Diese Frage wird besonders spannend, wenn Gott ins Spiel kommt. Er hat mich so gemacht und gewollt, wie ich bin – und will mich bei seinem großen Plan mit dieser Welt dabei haben. Er möchte, dass sich mein einzigartiger Beitrag mit seiner faszinierenden Geschichte verbindet. Umso wichtiger zu wissen, welche Gaben ich habe und wie ich sie für Gott einsetzen kann.

Von was wir reden
Unter dem Begriff Gaben verstehen die meisten eine kognitive oder handwerkliche Fähigkeit: virtuos Klavier spielen, gut mit Menschen können, ein Ass in Mathe sein usw. Damit sind einige Gaben abgedeckt. Der Begriff umfasst aber eine weit größere Bedeutung.

Erstens kommen körperliche Begabungen hinzu. Professionelle Ausdauersportler brauchen die genetische Veranlagung, besonders viel Sauerstoff umzusetzen. Andere haben ein besonders widerstandsfähiges Immunsystem oder eine besonders stabile Psyche. Manche Menschen haben eine enorme Auffassungsgabe und können viele Informationen schnell aufnehmen. Aber egal ob psychisch, physisch oder kognitiv: Bei diesen Gaben handelt es sich um natürliche Gaben, die schon vor meiner Geburt in mir angelegt sind.

Auf diesen natürlichen Gaben kann ich natürlich aufbauen. Habe ich zum Beispiel ein gutes Gefühl für Sprachen, kann ich mir eine Fremdsprache gut aneignen. Es kostet meist trotzdem Schweiß und Tränen, um sich wirklich frei in einer fremden Sprache auszudrücken. Es wird aber deutlich: Will ich ein komplettes Bild meiner Begabungen, muss ich zweitens auch meine erlernten Fähigkeiten im Blick haben.

Für Christen folgt ein dritter Punkt: die geistlichen Gaben. Dabei handelt es sich um Fähigkeiten, die der Heilige Geist schenkt: gut lehren können, dienen, in Sprachen reden usw. Die Autoren der Bibel gehen davon aus, dass Christen ihre Gaben kennen und zum Nutzen christlicher Gemeinden einsetzen. Gerade als Christ, der seinem einzigartigen Auftrag auf die Spur kommen möchte, komme ich an meinen Geistesgaben nicht vorbei.

Gott liebt es, zu begaben
Gerade der letzte Punkt macht deutlich: Gott liebt es, Menschen zu begaben und in seinen großen Plan einzubinden. Er ist der kreative Schöpfer, der nicht nur die Möglichkeiten hat, Gaben zu verteilen. Er sorgt auch dafür, dass ich eine sinnvolle Aufgabe ausfüllen kann. Was ich kann, ist ihm nicht egal. Gerade wenn es um sein Reich geht, setzt er gerne gabenorientiert ein.

Das belegen zumindest einige Lebensgeschichten der Bibel. Nehemia scheint wie dafür gemacht zu sein, den Wiederaufbau der Stadtmauer generalstabsmäßig zu planen und durchzuführen (Neh 1-13). Auch Josef scheint zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, als er ein ganzes Volk vor dem Hungertod bewahrt (Gen 41, 37-49). Mit seiner exzellenten theologischen Ausbildung erweist sich Paulus als der richtige Mann, um die Frohe Botschaft in halb Europa zu verbreiten. All diese Menschen setzten ihre Gaben voll ein, spielten ihre Fähigkeiten aus und stellten diesen einzigartigen Beitrag Gott zur Verfügung. Und es ist völlig absurd zu denken, dass ihre Gaben für Gott egal waren.

Mein Glaube und meine natürlichen Gaben
Wenn ich nun alle meine Gaben anschaue, ergibt sich auf den ersten Blick eine Trennung: Die geistlichen Gaben sind für den Einsatz in der Gemeinde gedacht. Klar, was sollte jemand, der kein Christ ist, mit meiner Gabe der Zungenrede Rede anfangen können? Meine natürlichen Gaben kann ich hingegen auch für mich oder andere Menschen einsetzen. Die beiden Einsatzbereiche meiner geistlichen und natürlichen Gaben scheinen manchmal getrennt zu sein und wenig miteinander zu tun zu haben.

Allein die Beispiele von Joseph und Nehemia verdeutlichen hingegen, dass eine strikte Trennung künstlich, ja schädlich ist. Gott hat ihre natürlichen Gaben gebraucht – letztlich stammen sie von ihm, dem Schöpfer. Auch als Christ kann ich meine natürlichen Gaben sehr gut für Gott einsetzen. Habe ich von Natur aus ein besonderes Gespür für Zahlen, kann ich mich um finanzielle Belange der Gemeinde kümmern. In diesem Fall verbindet sich meine natürliche Gabe mit der Kraft des Heiligen Geistes. Er nimmt meine Gaben und Fähigkeiten in seinen Dienst. So kann ich sie zur Ehre Gottes und zum Besten der Menschen gebrauchen. Würde ich beide Bereiche trennen, würde meiner Gemeinde etwas entgehen.

Einen künstlichen Gegensatz zwischen natürlichen und geistlichen Gaben aufzubauen, ist also nicht zielführend. Natürliche Gaben sind nicht per se ungeistlich. Sie sind auch nicht schlechter als die geistlichen. Beide Bereiche ergeben das große Ganze, das ich für Gott einsetzen kann. Deshalb kann ich auch ganz entspannt von den gängigen Standardgaben absehen, die in Gemeinden meist gesucht werden, wie zum Beispiel predigen, moderieren, Seelsorge und praktische Hilfe. Eine Gemeinde braucht nämlich auch Leute, die organisieren, kontaktfreudig sind, Menschen begeistern, politisch denken, selbstdiszipliniert sind, sich in andere hineinversetzen, einen Sinn für Gerechtigkeit haben, das Potenzial in anderen Menschen sehen… eine im positiven Sinn unüberschaubare Vielfalt von Gaben wartet darauf, von mir entdeckt zu werden.

Mein Glaube und meine Geistesgaben
Die Schlüsselstellen zu den Geistesgaben liefern vor allem die Paulusbriefe (1Kor 7,7; 12,8-10.28; Röm 12,6-8; Eph 4, 11). Aber auch Petrus liefert kleine Hinweise (1Petr 4, 11). Ein Vergleich der Bibeltexte zeigt, dass sich die Aufzählungen unterscheiden. Der 1. Korintherbrief nennt 13 Gaben, der Römerbrief sieben. Paulus zählt im Epheserbrief fünf Gaben auf. Lediglich Prophetie kommt in allen Listen vor. Keine Aufzählung aber nennt alle Gaben auf einmal. Somit wird deutlich, dass Paulus und Petrus keine vollständigen Listen liefern, die alle Geistesgaben abdecken wollen. Das lässt vermuten, dass es noch mehr geistliche Gaben gibt.

Die Gaben, die die genannten Bibelstellen auflisten sind folgende:
• Prophetie (Weissagung, 1Kor 12, 10.28)
• Lehre (1Kor 12, 28)
• Wunder (1Kor 12, 9-10.28)
• Heilung (1Kor 12, 9.28)
• Zungenrede und deren Auslegen (1Kor 12, 10)
• Worte der Weisheit (1Kor 12, 8)
• Unterscheidung der Geister (1Kor 12,10)
• Wort der Erkenntnis (1Kor 12, 8)
• Glauben (1Kor 12, 9)
• Apostel (Eph 4, 11)
• Barmherzigkeit (Röm 12, 8)
• Dienen (Röm 12, 7; 1Kor 12, 28; Eph 4, 12)
• Ermahnung (Röm 12, 8)
• Evangelist (Eph 4, 11)
• Geben (Röm 12, 8)
• Hirte (Eph 4, 11)
• Manche Theologen führen auch die Gabe der Ehelosigkeit bzw. der Ehe auf (1Kor 7,7).

Geistesgaben: Eigenschaften, Einsatz und Funktion
Das Neue Testament liefert verschiedene Begriffe, die landläufig unter das Stichwort Geistesgaben fallen: Gaben (1Kor 12, 4), Offenbarung bzw. Manifestation des Heiligen Geistes (1Kor 12, 7), Wirkungen des Geistes (1Kor 12, 6) und Dienste (1Kor 12 5). Diese Begriffe meinen immer eine vom Heiligen Geist geschenkte Fähigkeit, die zum Nutzen, zur Erbauung und zum Wachstum einer christlichen Gemeinde dient. Das Dienen ist die Hauptschlagrichtung der Kernstellen, aber auch die Verbreitung des Evangeliums. Die sogenannten Gnadengaben rüsten Christen für ihre Aufgabe bis zur Wiederkunft Jesu aus (1Kor 1, 7; Eph 4, 12). Für egozentrische Selbstdarsteller sind die Geistesgaben nicht gedacht.

Diese Gaben verteilt der Heilige Geist nach freiem Ermessen (1Kor 12, 11.18), jedem Christen ist zumindest eine Gabe versprochen (1Petr 4, 10; 1Kor 12, 7). Allerdings scheint kein Christ alle Gaben zu haben, ansonsten wäre der Gedanke der gegenseitigen Ergänzung, den Paulus eng mit den Geistesgaben verknüpft, bedeutungslos (1Kor 12, 12-27).

Umkämpft, erbeten, verworfen
Die Geistesgaben bieten Stoff zur Diskussion. Allein die Frage, ob es sie heute überhaupt noch gibt, beantworten Theologen bis heute unterschiedlich. Manche sind der Meinung, dass einzelne Geistesgaben nur zur Zeit der ersten Christen notwendig waren, beispielsweise die Gabe der Heilung, der Wunder oder des Apostels. Die These: Diese Gaben sollten die Botschaft von Jesus besonders bekräftigen und durch besondere Zeichen bestätigen. Als sich der christliche Glaube verbreitet hatte, ab der zweiten Generation von Christen, wurden diese Gaben entbehrlich, so die Überzeugung (s.a. 1Kor 13, 8-13).

Allerdings scheinen die Gaben den Christen für die Zeit zwischen Jesu Himmelfahrt und seiner Wiederkunft gegeben zu sein (1Kor 1, 7). Da Jesus noch nicht wiedergekommen ist, sollten sie weiterhin ihre Berechtigung haben. Außerdem wenden sich einige Kernstellen an die zweite Generation von Christen, zum Beispiel im Epheserbrief und im 1. Petrusbrief. Stellt sich die Frage: Ab wann hört Urgemeinde auf, Urgemeinde zu sein – und ab welchem Zeitpunkt haben die Geistesgaben aufgehört?

Das ist aber nicht das einzige Spannungsfeld. Einige Christen machen den christlichen Glauben an einzelnen Geistesgaben fest, vor allem an der Zungenrede. Wer diese Gabe nicht hat, hat folglich nicht den Heiligen Geist und ist somit kein wirklicher Christ, so ihre Meinung. Außerdem sind sie der Überzeugung, dass man erst dann wirklich geistlich sein kann, wenn man die Geistesgaben habe und praktiziere.

Der 1. Korintherbrief straft solche Behauptungen Lügen. Hier rückt Paulus die Bedeutung der Geistesgaben ins rechte Verhältnis. Für die Christen in Korinth war die Zungenrede der Erweis wahrer Spiritualität (1Kor 14, 1-20). Allein das Verhalten der Korinther aber machte deutlich, dass auch Menschen, die Geistesgaben praktizieren, sehr ungeistlich sein können (1Kor 3, 1-4). Christen können gar in Sprachen beten, ohne geistlich zu sein. In diesem Kontext macht Paulus klar: Christ ist, wer Jesus seinen Herrn nennt (1Kor 12, 3) – ganz egal, ob er in Zungen betet oder nicht.

Paulus erinnert seine Leser daran, dass man nicht erst dann geistlich ist – oder überhaupt Christ -, wenn man eine bestimmte geistliche Gabe hat. Ich kann als Christ geistliche Aufgaben übernehmen, auch wenn ich nicht diese oder jene spezielle Geistesgabe habe. Andererseits kann ich die Geistesgaben nicht völlig durch geistliche Reife ersetzen. Geistliche Begabung ist und bleibt wichtig.

Welche Bedeutung wir ihnen beimessen sollten
Über mehrere Jahrhunderte waren die Geistesgaben kein großes Thema. Zwar spielte der Heilige Geist in den Zeiten von Reformation und der großen Erweckungen im 18 Jh. eine große Rolle. Dennoch kam es erst im 20 Jh. wieder zu einem größeren Interesse an den Geistesgaben. Deshalb müssen Christen heute zum Teil neu lernen, darüber nachzudenken und den Geistesgaben den Platz einräumen, der ihnen zusteht.

Spannend ist die Frage, wie viel Platz das ist. Zumal dieser umkämpft ist. Erstens schränkt Paulus die Bedeutung der Geistesgaben durch einen längeren Einschub im 1. Korintherbrief ein. Ein ganzes Kapitel lang erklärt er, dass die Geistesgaben ihre Berechtigung haben, die Liebe aber der Königsweg ist (1Kor 12, 31 – 14, 1). Außerdem thematisiert Paulus im Galaterbrief die Frucht des Heiligen Geistes (Gal 5, 22-23). In welchem Verhältnis stehen hierzu die Gaben des Geistes?

Fakt ist: Alle Christen, ob nun mit wenig oder vielen Geistesgaben, sollen die Frucht des Heiligen Geistes haben. Außerdem scheint ein gesundes Verhältnis von Gaben und Frucht des Geistes sinnvoll. Die Frucht des Geistes zeugt von einer reifen, christusgemäßen Persönlichkeit eines Christen. Die Gaben helfen, dass gereifte Christen einander in Liebe dienen und wohltun. Beides ist also vonnöten. Wo die Frucht des Geistes ohne die Gaben des Geistes wirkt, wird Glaube steril, besserwisserisch und gesetzlich. Umgekehrt besteht die Gefahr, dass die Gaben mehr zerstören aus aufbauen.

Wie ich meinen Gaben auf die Spur komme
Wenn mich Gott begabt hat und ich einen wichtigen Beitrag in seiner Geschichte liefern kann, stellt sich die Frage: Wie finde ich heraus, was meine Gaben sind? Wenn ich hier nicht Bescheid weiß, werde ich nur schwer meinen Weg und meine Aufgabe finden.

Als erstes brauche ich ein gutes Gespür für mich selbst. Worin gehe ich auf, bei welcher Tätigkeit vergesse ich die Zeit? Worin wäre ich bereit, regelmäßig Zeit und Geld zu investieren? Anhand dieser Fragen kann ich meinen Gaben auf die Spur kommen. Denn in den Bereichen, die mir liegen, in denen ich effektiv bin, sind meine Gaben sicher nicht weit.

Gleichzeitig brauche ich ein gutes Gespür für Gottes Reden. Was hat Gott schon gesegnet? Wo haben mir andere Christen gespiegelt, dass ich ein Segen war? Welche Arbeit legt mir Gott aufs Herz? Bestätigung von anderen Menschen deutet auch darauf hin, dass ich einer Gabe auf der Spur bin. Sie können mir sehr dabei helfen, meine Gaben kennen zu lernen. Darüber hinaus hilft es, Gott immer wieder zu fragen, was in einer Gemeinde am meisten benötigt wird. Wo muss sie am meisten aufgebaut werden? Wo gibt es noch Möglichkeiten mitzuarbeiten? Der Bedarf sollte nicht das ausschlaggebende Kriterium sein, kann aber einen entscheidenden Hinweis geben.

Eine gute Mischung aus Praxis und Theorie wird mir zudem helfen. Die Theorie kann ich mir durch allerhand hilfreiche Literatur aneignen. Unzählige Bücher befassen sich mit den Stärken bestimmter Charaktereigenschaften, andere helfen, die Geistesgaben zu entdecken, wieder andere haben mehr den Einsatz meiner Gaben im Kontext meiner Berufung im Blick.

Allerdings brauche ich praktische Erfahrungen, um einschätzen zu können, was mir liegt und was nicht. Was mit gelingt und was nicht. Das heißt: Üben, üben, üben. Durchaus in Bereichen, die mir zuerst einmal nicht zusagen. Denn wie kann ich sagen, dass ich etwas nicht kann, wenn ich es noch nicht ausprobiert habe? Warum nicht einfach mal sehen, wo Gott seinen Segen schenkt? So kann ich im Gemeindekontext in der Sonntagsschule anfangen, meinen Glauben sprachfähig zu machen. Oder einen Ältesten der Gemeinde begleiten, um zu erfahren, was Seelsorge und Verantwortung bedeuten. Hierzu gehört manchmal eine Portion Mut. Meine Gaben entdecke ich aber am ehesten ganz praxisnah und bodenständig. Auf den Zettel vom Himmel werde ich vergeblich warten.

Ein guter Mix aus Konstanz und Abenteuer ist zudem nützlich. Mal ist es an der Zeit, gut hauszuhalten und die bekannten Gaben auszubauen und zu verfeinern. Denn Gaben können sich entwickeln, ich kann daran arbeiten – aus manchen Gaben erwächst sogar eine Berufung. Allerdings brauche ich hin und wieder eine Spielwiese, um neue Impulse zu bekommen. Ich sollte mich also niemals völlig festlegen, sondern auch einmal etwas übernehmen, was mir nicht sofort ins Auge springt und zu mir passen könnte. Warum nicht auch einmal etwas Verrücktes?

Letztlich brauche ich die richtige Einstellung zu meinen Gaben. Sie sind mir nicht nur zu meinem eigenen Nutzen von Gott gegeben. Gerade in der Gemeinde sollte ich mich von einen Konsumdenken verabschieden und anfangen – oder weitermachen – selbst mitzugestalten. Wer sich nur bedienen lässt, wird seine Gaben nicht entdecken. Dabei sollte ich zuletzt auf das Prestige schauen. Zwar sind Predigen oder Moderieren für jeden sichtbar, aber vielleicht nicht meine Gabe. Vielleicht werde ich mehr Segen erleben, wenn ich Tätigkeiten übernehme, die keiner sieht – ich aber einen großen Beitrag leisten kann.

Bei alledem ist das Hören auf Gott und ein Leben, das auf ihn ausgerichtet ist, das Wichtigste. Wichtiger, als die einzelnen Gaben bis ins Detail zu finden. Das gilt auch für die Geistesgaben. Zwei Passagen der Bibel, in denen die Geistesgaben vorkommen, beginnen nicht ohne Grund mit der Aufforderung, ein würdiges und hingegebenes Leben zu führen (1Kor 12; Eph 4). Meine Hingabe an Gott ist der Schlüssel, um den Gaben und Fähigkeiten auf die Spur zu kommen, die Gott mir gegeben hat.

Ausblick: Was das Ganze bringt
Lohnt sich dieser ganze Aufwand? Auf jeden Fall! Schließlich ist es Gott, der die verschiedenen Gaben geschaffen hat und verteilt. Gerade eine Gemeinde lebt von der gegenseitigen Ergänzung. Vernachlässige ich meine Gaben oder mache ich mir erst gar nicht die Mühe, sie zu entdecken, fehlt mein einzigartiger Beitrag. Nicht umsonst gebraucht Paulus im Zusammenhang mit den Gaben das Bild eine Körpers (vgl. 1Kor 12, 12 - 27). Effektiv Gemeinde bauen gelingt am besten, wenn alle Glieder dieses Leibes ihre Gaben einbringen und ihren Teil dazu beitragen, damit ein großes Ganzes entsteht. Gott zur Ehre.


Kommentare

Von Dennis am .

Ausgewogen" (siehe bisherige Kommentare) trifft es genau auf den Punkt. Der Artikel ist sehr hilfreich!
Vielen Dank dafür!

Von Gunther R. am .

Dank fuer die kompetenten Ausfuehrungen, ausgewogen und gut verstaendlich!

Von Herbert am .

Herzlichen Dank für diesen guten und ausgewogenen Beitrag.

Von Renate am .

Danke für diese umfassende, klare und verständliche Darlegung!


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