Nachgedacht

Nackte Tatsachen

Bauch, Beine, Po - am Strand werden alle Problemzonen sichtbar. Andreas Meißner schaut genau hin und entdeckt nicht nur Körperfett.

Schön – endlich Urlaub! Diesmal gings nach Kreta. Ein klein wenig bange war uns schon vorher, von wegen zur Zeit der Geldkrise als Deutsche im Land der Griechen – aber die Bedenken waren umsonst. Im Gegenteil, wir haben viele nette Griechen bzw. Kreter kennen gelernt. Hatten eine gute Unterkunft, klasse kulinarische Versorgung und… einen freundlichen Sandstrand am postkartenblauen Meer. Und dort – hmm, wie soll man es galant ausdrücken? – dort konnte man, ob man wollte oder nicht, die Feinheiten der menschlichen Anatomie bewundern.

Strandblicke

Es war heiss, keine Wolke am Himmel. Die Urlauber waren natürlich möglichst minimal bekleidet. Und fast so zu sehen, wie sie sonst nur unter der Dusche stehen. Nein, hier geht es nicht um moralische Appelle, wie viel oder wie wenig Textilien noch erlaubt wären. Es geht um nackte Tatsachen. Was da alles an Röllchen und Formaten sichtbar wurde, Bäuche vor sich hergeschoben und überproportionale Gliedmaßen gebräunt wurden – wow, ein gutes Beobachtungsfeld für jahrzehntelange Fehlernährung. Irgendwo mussten die Kalorien ja einen Platz finden…

Es war schon erschreckend (natürlich auch für mich), der Wahrheit so unverblümt mal ins Auge zu schauen. Und ich habe mir mal wieder vorgenommen, was gegen die Ausbeulungen im Bauchbereich zu unternehmen. Sieht ja wirklich nicht so toll aus…

Zugedeckt

Der Schock der schonungslosen Anblicke – er war nur dort am Strand möglich, eben bei Minimalbekleidung. Sonst sind ja die “Erweiterungen” oft sehr geschickt verdeckt. Da werden Kleidungsstücke so drapiert, dass die Unförmigkeiten möglichst im Gesamtbild wenig oder gar nicht auffallen. Ich glaube, die Mode bietet unendliche Möglichkeiten, unappetitliche Stellen geschickt zu kaschieren. Nach außen hin sieht es dann meistens ganz gut aus. Bis zum nächsten Strandurlaub…

Und Gott?

Irgendwann auf meiner Liege unterm Sonnenschutz am Strand kam mir dann dieser Gedanke, wie Gott uns wohl oft sieht. Nicht nur äußerlich, sondern - da er ja einen ganz anderen “Durchblick” hat - auch innerlich. Antworten fand ich in der Bibel. Hier nur zwei Beispiele:

“Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.” (Hebräer 4, 13)

“Du sagst: ›Ich bin reich und habe alles im Überfluss, es fehlt mir an nichts‹, und dabei merkst du nicht, in was für einem jämmerlichen und erbärmlichen Zustand du bist – arm, blind und nackt.” (Offenbarung 3, 17, NGÜ