Nachgedacht

Geistliche Wohlstandsgesellschaft

Wann haben Sie sich eigentlich das letzte Mal mit anderen Christen nachts um zwei Uhr um's Radio versammelt, um eine Predigt anzuhören?

Wenn es Ihnen wie geht mir, dann müssen Sie wahrscheinlich sagen: „Ähm, das hab ich eigentlich noch nie gemacht.“ Warum sollte man auch?

Dabei gibt es Christen, die genau das tun. Und zwar wieder und wieder und immer wieder. Als ich neulich begeisterte Rückmeldungen von Menschen las, die christliche Rundfunkprogramme des Radio- und Medienmissionswerks TWR hörten, hat mich das sehr nachdenklich gemacht. Da schreibt zum Beispiel eine Familie aus Rumänien:

„Ich höre TWR Rumänien mit großer Freude. Jede Nacht höre ich zusammen mit meiner ganzen Familie und wir freuen uns über die geistliche Nahrung, die Gott uns durch die Sendungen von DDB (Durch die Bibel) anbietet. Wir haben noch weitere Nachbarn, die Ihre Sendung hören. Wenn abends die Zeit für die Sendung kommt, treffen sich einige Familien und hören die Botschaft gemeinsam. Wir danken Ihnen, dass Sie für uns arbeiten.“

Unendlich viele Möglichkeiten

Wenn ich an meine Möglichkeiten denke, meinen Glauben zu vertiefen, werde ich echt demütig. Wenn ich eine Predigt hören möchte, muss ich nicht bis zum nächsten Sonntag warten. Ich wähle einfach ein Podcast-Angebot und kann mit einem Klick den besten Predigern weltweit zuhören. Wenn ich ein spannendes Buch sehe, kann ich es mir mit einem Klick auf mein elektronisches Lesegerät herunterladen. Ich nenne eine Hörbibel mein Eigen, die es mir erlaubt, mich auch mal unterwegs, mit der Heiligen Schrift zu beschäftigen. Ich kann auf Kongresse und Seminare fahren, die mir helfen, die Bibel besser zu verstehen, zu lernen, wie man Gemeinde baut oder wie man Glauben im Alltag leben kann.

Gemessen an meinen Möglichkeiten müsste ich eigentlich ein geistlicher Superheld sein. Bin ich aber nicht. Denn oft nutze ich diese Möglichkeiten gar nicht. Weil mit die Zeit fehlt. Oder ich einfach zu müde bin. Ich möchte jetzt keinem geistlichen Aktionismus das Wort reden. Glaube wächst nicht proportional mit der Menge geistlichen Inputs. Davon kann jeder ein Lied singen, der öfter christliche Seminare oder Konferenzen besucht.

Liebesbotschaft Gottes

Und doch möchte ich neu dankbar sein über die vielen Möglichkeiten, die ich habe. Und sie nutzen. Nicht aus Zwang, nicht aus geistlichem Leistungsdruck. Ich möchte sie als das sehen, was sie sind: Eine Liebesbotschaft Gottes, der mir unendlich viele Möglichkeiten anbietet, ihn besser und besser kennen und lieben zu lernen. Vielleicht so, wie das eine Hörerin aus Israel beschreibt:

„Jede Nacht schalte ich in meinem Zimmer das Radio an und höre meinen Freund (die Sendung DDB), bevor ich schlafe. Die geistliche Ermutigung, die ich dadurch täglich bekomme, lässt meine Beziehung zu Gott wachsen. Sie sind meine Umarmung, die mich vor dem Einschlafen friedlich in Gottes Arme führt.“


Weitere Infos zu TWR und ERF International


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