Themenwoche Unterordnung Teil 2

Tanz des Königs

Wer sich unterordnen will, muss üben, üben, üben. Jesus hat meisterhaft vorgemacht, wie das geht.

Im ersten Teil des Artikels (Verlockung zum Tanz des Lebens) erfahren Sie etwas über die positiven Seiten der Unterordnung und in welchen Lebensbereichen sie eine Rolle spielt. Hier lesen Sie, was die innere Voraussetzung ist, um sich unterordnen zu können und wie Jesus das gemacht hat.

Zwischen Demut und Diabolos

Petrus, Autor zweier Briefe im Neuen Testament, zeigt wie Unterordnung im positiven Sinn funktioniert. Als Beispiel wählt er dafür den dritten Grundschritt der Unterordnung, den Paso Doble1 in der christlichen Gemeinde. Er schreibt:

„Und nun ein Wort an euch, die ihr Älteste in den Gemeinden seid. Sorgt gut für die Herde Gottes, die euch anvertraut ist. Kümmert euch nicht um sie, um euch Vorteile zu verschaffen, sondern weil ihr Gott gerne dienen wollt. Dabei sollt ihr die Menschen, die eurer Leitung unterstellt sind, nicht bevormunden, sondern sie durch euer gutes Beispiel leiten. Ihr jüngeren Männer, ordnet euch den Ältesten unter! Ihr alle sollt einander demütig dienen, denn »Gott stellt sich den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er Gnade«! Deshalb beugt euch demütig unter die Hand Gottes, dann wird er euch ehren, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Überlasst all eure Sorgen Gott, denn er sorgt sich um alles, was euch betrifft! Seid besonnen und wachsam und jederzeit auf einen Angriff durch den Teufel, euren Feind, gefasst! Wie ein brüllender Löwe streift er umher und sucht nach einem Opfer, das er verschlingen kann.“ (aus 1. Petrus 5,1-9)

Dieser Text zeigt deutlich, was Unterordnung ist und was nicht: Sie hat nichts mit Bevormundung oder Ausbeutung zu tun, sondern mit Fürsorge und Vorbildcharakter. Die Ältesten und die übrigen Gemeindemitglieder sind gegenseitig dazu aufgefordert, demütig zu sein und sich umeinander zu kümmern. Demut – das ist neben Unterordnung wieder ein sperriger Begriff. Beide gehören jedoch zusammen. Wer demütig ist, tut nichts anderes, als seine eigenen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen. Er weiß, dass er nicht alleine die Weisheit mit Löffeln gefressen hat, sondern Korrektur und Unterstützung braucht. Er akzeptiert, dass er Gott oder anderen Personen gegenüber verantwortlich ist und dass er nicht alleine Herr seines Lebens ist. Ein demütiger Mensch kann sich Vorgesetzten oder Leitern unterordnen, weil er daran glaubt, dass die Choreographie als Ganzes wunderschön aussieht und er auf seinem Platz nicht zu kurz kommt. Im Gegenteil: Ein solcher Mensch entfaltet seine künstlerischen Fähigkeiten und seine Ausdrucksformen seiner Position entsprechend und hilft seinen Mittänzern dabei, das gleiche zu tun.

Wo das passiert, geschieht das Unerwartete: Das Tanzen macht auf einmal Spaß! Das Publikum und insbesondere der Choreograph sind begeistert. Petrus drückt das fromm damit aus, dass Gott uns ehrt und wir unsere Sorgen ihm überlassen können. Interessanterweise steht dieser bekannte Text über das Sorgenmachen ausgerechnet im Zusammenhang mit Unterordnung und den Angriffen des Diabolos, dem großen Durcheinanderbringer. Kann es sein, dass wir uns viel zu viele Sorgen machen, weil wir unsere Tanzschritte selbst immer wieder neu erfinden und für unsere Position kämpfen müssen? Kann es sein, dass wir so oft aus dem Takt kommen, weil wir uns auf gar keinen Fall von anderen raten lassen wollen, was gerade dran ist?

Bibelstellen zum Vertiefen: Jakobus 4,6-7; Epheser 5,21;Philipper 2,1-5