Gedanken zum Monatsspruch im Juni Lesezeit: ~ 2 min

Nur wer sät, kann auch ernten

Wer gibt, hat weniger und wer für sich behält, hat viel – meint die menschliche Logik. Die Bibel sieht das anders. Gedanken zu Sprüche 11,24.

Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr; ein andrer kargt, wo er nicht soll, und wird doch ärmer.
Sprüche 11,24

Letzten Frühling hatte ich Grassamen gesät. Den Samen mit Erde vermengt und gleichmäßig auf dem zuvor umgegrabenen Boden verteilt. Anschließend festgestampft und gegossen. Nun begann eine Zeit des regelmäßigen Gießens, morgens und abends. Nach ein paar Tagen fragte ich mich: "Macht das überhaupt Sinn? Da wächst doch eh nichts. Mach dich nicht lächerlich! Hör auf!" Doch das beständige Gießen und Warten lohnte sich. Plötzlich, nach mehreren Wochen, spross der Rasen munter drauf los und begrünte die behandelte Fläche. Das Ende war ein dichter grüner, saftiger Rasen. Ist es bei anderen Sachen, gerade auch bei geistlichen Dingen, nicht ebenso?

Vom einen Extrem ins andere

Wir Menschen neigen zu Extremen: Entweder Dinge zu horten, zu sammeln und zu pflegen oder zu verschwenderisch zu sein. Beide Dinge hält uns das Wort Gottes, die Bibel, immer wieder als Spiegel vor Augen. Sie macht uns deutlich, dass beide Lebenseinstellungen nicht erstrebenswert sind.

Ein Beispiel für Habgier finden wir in Lukas 12,15–21. Jesus verurteilt die Habgier ganz klar und verdeutlicht seine Aussage mit dem Gleichnis vom reichen Kornbauern. Der Apostel Paulus führt den Geiz im ersten Korintherbrief als negatives Beispiel an (1.Korinther 5,9-11) und auch der obige Monatsspruch wendet sich in seinem zweiten Teil gegen das Knausern. Man könnte noch  Matthäus 19,22 anführen, das Gleichnis vom Reichen Jüngling, der sich nicht von seinem Besitz trennen will. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn verbildlicht das andere Extrem (Lukas 15,11-32). Es zeigt, dass auch Verschwendung nicht auf die To do - Liste eines Christen gehört.

Weniger ist mehr, oder wie aus mehr nie weniger wird.

Der Monatsspruch aus Sprüche 11,24 macht ein besonderes Prinzip in der Bibel deutlich, das weder zu dem einen, noch zu dem anderen Extrem gehört und einen Bruch für die menschliche Logik bedeutet. Ein klarer Fall für Aristoteles, der vertreten hat, dass A nicht zugleich minus A sein kann.

Die Bibel bringt dieses Prinzip dennoch an vielen Stellen immer wieder auf die Tagesordnung: So zum Beispiel bei der Witwe, die den Propheten Elia versorgt, und trotz Armut und Not genügend Mehl und Öl im Haus hat (1.Könige 17,1-24). Oder Jesus Christus selbst, der mit ein paar wenigen Broten und Fischen tausende Menschen sättigte (z.B. Matthäus 15,32-39). So hat er selbst auch versprochen: Wenn wir ihm ganz vertrauen und nach seinen Geboten leben, werden wir das wahre Leben, das wirklich zufrieden macht, finden (Matthäus 10,39). Andere mögen denken, dass wir unser Leben vergeblich leben. Aber ‘austeilen’ meint hier den Samen des Glaubens (wie den Grassamen) zu verteilen, damit er sich vervielfältigt und Frucht bringt (Rasen).

Jesus lehrt uns, unser Leben daran zu messen, wie wir weitergeben, nicht daran, wie wir anhäufen. Wir sollen uns aufs Opfern konzentrieren, nicht darauf, wie wir Gewinne machen. Auf Zeit für andere, nicht auf Zeit für uns selbst. Gott segnet diese Lebenseinstellung (2. Korinther 9,6). Ich lade Sie dazu ein, es auszuprobieren.
 


Kommentare

Von elisa5 am .

Danke erst mal fuer den Tipp mit dem Rasen saen: ich wusste nicht, dass man zuerst den Samen mit Erde vermischt und dann aussaet. Bisher hab ich immer direkt den Samen ausgesaet, aber das bringt relativ wenig Erfolg. Durch das Vermischen ist es sicher viel einfacher, dass der Samen sich verwurzelt und die Ameisen haben auch weniger Chancen, ihn wegzutragen. Dass ich da nicht selber draufgekommen bin !! Echt Danke !! Achso: und JA, mit dem Glauben ist es vielleicht aehnlich. Damit er aufgeht mehr

Von Bernd S. am .

John Wesley schieb: "Verdiene, so viel du kannst, spare, so viel du kannst, gib, so viel du kannst."
In den Gemeinden und Missionswerken gäbe es keine finanziellen Engpässe, wenn sich alle Christen an dieses einfache Prinzip hielten.
Das Problem unserer Kirchen und Gemeinden ist in erster Linie der Geiz und der damit verbundene Dienst am Götzen Mammon.
Die Andacht von Herrn Zander finde ich daher sehr wichtig.


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