Andacht

Das Zeichen Jonas

Woher wissen wir, dass Jesus Gottes Sohn war? Jesus selbst meint, das "Zeichen Jona" ist Beweis genug. Gedanken zu Matthäus 12,39-41.

Pünktlich zu Ostern finden wir sie ihn den Medien: die Auferstehungstheorien. Gerne würde man wissen, was damals wirklich geschah. Doch übernatürliche Dinge lassen sich weder in menschliche Denkmuster pressen noch experimentell nachweisen. Daher scheitert jeder Versuch, die Göttlichkeit Jesu und damit die Auferstehung zu beweisen. Genauso ist jede Theorie, die das Gegenteil behauptet, lückenhaft und spekulativ. Wäre das Leben nicht einfacher, wenn wir einen eindeutigen Beweis hätten?

Der moderne, aufgeklärte Mensch ist nicht der erste, der gerne stichfeste Beweise hätte. Die Menschen zurzeit Jesu kannten zwar weder N24 noch Wikipedia, aber sie waren alles andere als ungebildet und naiv. Die gebildetsten Männer der israelischen Gesellschaft waren die religiösen Führer, die Pharisäer. Auch sie wollten es schwarz auf weiß und fordern Jesus auf: Wenn du wirklich Gottes Sohn bist, dann beweisen es uns (Matthäus 12, 38). Jesus reagiert auf diese Bitte ziemlich krass: „Ein Zeichen verlangt diese Generation, die doch böse ist und sich von Gott abgewandt hat.“ (Vers 39)

Auf der Suche nach einem Beweis

Nun fallen mir auf Anhieb einige Dinge ein, die wohl schlimmer sind, als ein Zeichen zu erbitten. Wo lag das Problem? Die Antwort findet sich in den Zeilen zuvor: Jesus heilt die verkrüppelte Hand eines Mannes – vor den Augen der Pharisäer (Matthäus 12,1-14), er heilt daraufhin alle Kranke, die an diesem Tag zu ihm kommen – vor den Augen der Pharisäer (Verse 15 u.16) und er treibt einem blinden und stummen Mann einen Dämon aus – ebenfalls vor den Augen der Pharisäer (Verse 22-28). Der Mann kann daraufhin wieder sehen und sprechen. Sie sahen es mit eigenen Augen, sie hatten es schwarz auf weiß - und glaubten trotzdem nicht.

Ich frage mich: Welcher Beweis würde ausreichen, um die Existenz Gottes oder Jesu Göttlichkeit zu beweisen? Wären wir überzeugt, wenn uns Jesus in einer Vision erscheinen würde? Wenn unser kranker Freund urplötzlich gesund wird oder wenn Gott den Mond in bunten Farben blinken lassen würde? Ich behaupte Nein! Denn für alles ließe sich eine rationale Erklärung finden: Die Vision ist ein seltsamer Traum, die Spontanheilung ein Zufall und der bunte Mond eine optische Täuschung. Wie die Pharisäer würden wir immer mehr fordern und doch nicht glauben.

Ein Beweis muss reichen: das Zeichen Jonas

Jesus sagt in den darauffolgenden Versen ganz klar, welches Zeichen er dem Menschen gibt:

„Aber es wird ihr kein Zeichen gegeben werden, nur das des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte in der Tiefe der Erde sein. Im Gericht werden die Leute von Ninive gegen die heutige Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie sind auf Jonas Predigt hin umgekehrt – und hier ist einer, der mehr ist als Jona!“
(Matthäus 12, 39-41; vgl. Matthäus 16, 1-4, Lukas 11,29-32)

Jesus stellt hier einen einfachen Vergleich auf. Er vergleicht ein Ereignis des Alten Testaments mit seiner kurz bevorstehenden Kreuzigung und Auferstehung. So wie der Prophet Jona drei Tage im Bauch des Fisches verbrachte und dann an Land gespuckt wurde, so wird Jesus drei Tage tot sein und danach auferstehen. Die Bewohner von Ninive, zu denen Gott den Propheten Jona schickte, wandten sich auf dessen Predigt hin Gott zu. Sie bereuten ihre Taten und kleideten sich in Sack und Asche. Das war das äußerliche Zeichen ihrer Buße. Nun steht vor den Pharisäern einer, der viel größer ist als Jona: Gottes Sohn in Person. Er tut nicht nur unzählige Wunder, sondern steht nach seiner Kreuzigung von den Toten auf. Diese Auferstehung war das „Zeichen Jona“, das Jesus ihnen gab.

Jesus erschien nach seiner Auferstehung mehreren hundert Menschen (1 Korinther 15,4-6). Aber was war mit denen, die den auferstandenen Jesus und somit „das Zeichen“ nicht gesehen hatten? Sie waren auf die Berichte der Augenzeugen angewiesen und auf das, was sie an Auswirkungen im Leben der Menschen beobachteten. Die Folgen waren nicht zu übersehen: Immer mehr Menschen schlossen sich den Jüngern an, es bildeten sich Gemeinden, die Wunder Jesu wurden fortgeführt, Kranke geheilt und Dämonen ausgetrieben. Jesus war leiblich nicht mehr da, aber die Bewegung, die ihm folgte, war ebenfalls ein klares Zeichen für die Glaubwürdigkeit der Auferstehung.

Es wird deutlich: Den Menschen damals ging es nicht anders als uns heute. Auch sie waren sowohl von den Berichten der Augenzeugen als auch von den Lebenszeugnissen anderer Menschen abhängig. Auch der Großteil von ihnen sah Jesus nicht leibhaftig. Sie waren auf den Glauben angewiesen genauso wie wir heute.

Gott kann man nicht beweisen, aber erleben

Wir haben ebenfalls  mehr als die Berichte der Augenzeugen in der Bibel. Jeder einzelne Christ ist ein Zeuge dafür, dass die Bewegung, die Jesus vor über 2000 Jahren angestoßen hat, heute immer noch lebt – dass Jesus noch lebt. Das, was Jesus predigte, wird heute noch fortgeführt, wenn auch von fehlerhaften Menschen. Mein Fazit: Wir können die Auferstehung nicht beweisen, aber wir können die Auswirkungen heute noch im Leben von Menschen sehen und erleben. Und noch mehr: Ich kann Jesus persönlich erfahren, ganz individuell.


Probieren Sie den Glauben doch einfach mal aus. Lesen Sie die Bibel und testen Sie das persönliche Gebet. Finden Sie für sich persönlich heraus, ob etwas dran ist an dem, was die Bibel verspricht. Das Jesus-Experiment kann Ihnen dabei helfen, erste Schritte zu tun und den Glauben einfach mal zu wagen.


Kommentare

Von Antonios K. am .

Was ist mit den drei Nächten?

Von Ingelore Bekaan am .

Es steht uns frei, zu glauben oder nicht, aber wer an Jesus glaubt und auf ihn vertraut, hat auf jeden Fall den besseren Teil gewählt!
Vielen Dank für die gute Andacht.


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