Online-Workshop

Der Perfektionist im Auftrag des Herrn

War Lukas Perfektionist? Wer sein Evangelium genauer anschaut, kann sich des Eindrucks an mancher Stelle nicht erwehren. Gut so!

Dieser Mann wollte es genau wissen. Deshalb schrieb er auch ein wenig mehr als die anderen. Mehr als Johannes, selbst wenn man sein Evangelium, seine Briefe und die Offenbarung zusammennimmt. Auch mehr als Paulus, der immerhin 13 Briefe im Neuen Testament hinterlassen hat. Lukas hat nicht nur das längste Evangelium verfasst, sieht man einmal von der Anzahl der Kapitel ab und zählt die Verse. Sein Doppelwerk aus Lukasevangelium und Apostelgeschichte bildet zudem gemeinsam das umfangreichste neutestamentliche Werk aus der Feder eines Autors.

Strenge Kriterien für Augenzeugen
Dann die Einleitung! Sie ist in astreinem, exzellentem Griechisch geschrieben. Wie von selbst erhebt das Evangelium damit den Anspruch, ein Stück Weltliteratur zu sein, nicht zuletzt für die gebildete, damalige Leserschaft. Damit macht Lukas schon in diesen ersten Versen deutlich: Der christliche Glaube hat nicht weniger verdient als die Weltbühne.

Damit nicht genug. Wie kein anderer Evangelist legt Lukas seine Vorgehensweise offen. Erstens gibt er sich nicht mit Hörensagen zufrieden, sondern wendet sich direkt an die Augenzeugen. Zweitens legt er an deren Glaubwürdigkeit strenge Kriterien: Sie müssen Jesus von Anfang an begleitet haben, das Leben und die Botschaft Jesu also nicht nur bruchstückhaft kennen (vgl. Lukas 1,2). Und sie müssen Diener des Wortes gewesen sein, also Apostel bzw. Jünger im engeren Sinn gewesen sein (vgl. Lukas 1,2). Die gesamten ersten Verse lassen sich mit einem Wort zusammenfassen: sorgfältig (vgl. Lukas 1,3).

 

Halbwissen hat hier ein Ende
Diese Sorgfalt hört nicht nach den ersten Versen auf. Das Auftreten von Johannes des Täufers datiert Lukas mit nicht weniger als sechs historischen Zeitangaben (vgl. Lukas 3,1-2). Auch sonst liefert Lukas mehr Hintergründe über Institutionen, Gebräuche, Geographie und Geschichte als die anderen Evangelien. Selbst der Archäologe und Althistoriker Sir William Ramsey (1851 – 1939), der eigentlich Lukas als Historiker widerlegen wollte, kam zu dem Ergebnis, dass Lukas kein einziger historischer oder geographischer Fehler unterlaufen war– und wurde daraufhin Christ.

Womit ein Hauptanliegen des Evangeliums deutlich wird: Lukas wollte einen historisch korrekten Bericht liefern, der eine gesunde Grundlage für einen tragfähigen Glauben an Jesus Christus liefert. Das macht das Evangelium so interessant für heute. Etliche Menschen sind schon mit dem christlichen Glauben in Berührung gekommen, halten die zugrundeliegenden Texte aber für märchenhaft oder wissen nur teilweise über Jesus Bescheid. Diesem unter Umständen gefährlichen Halbwissen hat das Lukasevangelium einiges entgegenzusetzen.

Fundiert, gut verständlich, kostenlos
Ein näherer Blick in das Evangelium lohnt sich! Eine Möglichkeit dazu ist der passende Workshop von ERF Online. Er wird auf www.mehrglauben.de angeboten und beruht auf der Sendereihe „Durch die Bibel“ des amerikanischen Pastors J. Vernon McGee (1904-1988). In kompetenter und gut verständlicher Weise bringt er den biblischen Text näher und hilft ihn zu verstehen. Es ist die Stärke des Kommentars, dass er den damaligen Kontext, die kulturellen Begebenheiten und die biblischen Ursprachen berücksichtigt.

Der Online-Kurs startet am 04. Februar 2011 und ist in 40 Lektionen gegliedert, die im Abstand von zwei Tagen per E-Mail versendet werden – ein wenig Ausdauer ist also durchaus gefordert. Während des Kurses besteht die Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen. Der Workshop ist kostenlos, eine Teilnahme ist ausschließlich über das Internet möglich. Anmelden können Sie sich hier.


Kommentare

Von Ruppenthal Edith am .

Allgemeines von Lucas:
Name bedeuted "der Leuchtende"; soll den Märtyrertod erlitten haben.
Aus dem Zusammenhang Kol.4.10-14 war er kein Jude und er war Arzt. Darum hat er eine sorgfältige Zusammentragung der Augenzeugenberichte uns gegeben. Er hatte eine genaue Beobachtungsgabe und eine treffende Darstellung. Er war Grieche in Antiochien(Syrien) und schrieb das Luk-Ev an eine hochangesehen Persönlichkeit Theophilus (Italien)? Nach der damaligen Sitte war der hochwohlgeborene Theoph. gerade mehr

Von Jürgen am .

So paradox es klingen mag, hat doch der Unglaube einiger, wirklich mit Unwissenheit zu tun, wie das Beispiel von Ramsey sehr anschaulich zeigt. Wird Unwissenheit absichtlich kultiviert, damit Unglaube daraus entsteht? Wenn ich mir unser Schulsystem ansehen, in das Jahr für Jahr -sehr individuell veranlagte und hoch motivierte, teilweise auch schon sehr gläubige- Kinder eingeschult werden, von denen dann die meisten später als uniformierte (Modetrends) und manipulierte (identisches Auftreten, mehr


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