Andacht Lesezeit: ~ 3 min

„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“

Ein alternatives Erfolgs-Konzept: „Nichts macht erfolgreicher als Erfolg“. Unser Erfolg macht uns attraktiv. Und attraktiv wollen wir doch sein? Wir setzen uns für unseren Erfolg ein, mit aller Kraft und unserer ganzen Energie. Unsere Gesellschaft setzt auf Siegertypen. Da zu wollen wir doch gehören, oder? Verlierer sind nicht gefragt. Sieger stehen im Mittelpunkt. Um Verlierer machen wir lieber einen großen Bogen, sie passen nicht in unser Denkmuster.

„Nichts macht erfolgreicher als Erfolg“. Unser Erfolg macht uns attraktiv. Und attraktiv wollen wir doch sein? Wir setzen uns für unseren Erfolg ein, mit aller Kraft und unserer ganzen Energie. Unsere Gesellschaft setzt auf Siegertypen. Da zu wollen wir doch gehören, oder? Verlierer sind nicht gefragt. Sieger stehen im Mittelpunkt. Um Verlierer machen wir lieber einen großen Bogen, sie passen nicht in unser Denkmuster.

Haben Sie das auch schon erlebt? Sie setzen sich mit Ihrer ganzen Energie für eine Sache ein, die Ihnen wichtig ist oder zumindest wichtig erscheint. Sei es im Beruf, in der Gesellschaft oder Gemeinde. Erste Erfolge stellen sich ein. Sie fühlen sich bestätigt und engagieren sich noch intensiver. Sie gehen an ihr Limit und manches Mal überschreiten Sie Ihre Grenzen. Sie setzen sich unter Druck, denn Sie wollen den Erfolg. Sie wissen: »Erfolg ist machbar, ich muss nur das Letzte aus mir herausholen!«

Und dann?

Es mag sein, dass wir in solchen Situationen zunächst tatsächlich erfolgreich sind. Und dieser Erfolg bestätigt uns darin, dass es richtig ist, das Letzte zu geben. Aber wir zahlen vielfach einen zu hohen Preis dafür.

Anfangs wird uns das vielleicht gar nicht direkt bewusst. Unser Erfolg bestätigt und motiviert uns immer wieder neu, an unsere Grenzen zu gehen und diese um des Erfolges willen – möglicherweise auch unbewusst – zu überschreiten. So kann es passieren, dass wir ausgebrannt sind, eine große Leere in uns spüren und möglicherweise sogar in ein „Loch“ fallen, aus dem wir uns nicht mehr selbst befreien können. Wir haben sogar einen Namen dafür: »Burnout-Syndrom« nennen wir das.

Und dann? Oftmals ist in solchen Situationen guter Rat teuer. Manches Mal sogar im wahrsten Sinn des Wortes. Gegebenenfalls benötigen wir dann professionelle Hilfe.

In Gottes guter Botschaft finden wir Hinweise, damit wir es erst gar nicht so weit kommen lassen:
Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
2. Korinther 12,9.

Das heißt nichts anderes, als dass es im Kern gar nicht um unser Engagement geht und dass Erfolg nicht wirklich machbar ist. Im Kern geht es darum, dass die Kraft Gottes in und durch mich wirkt. Es kommt gar nicht auf meine Stärke an, sondern darauf, dass ich mich „in meiner Schwachheit“ Gott zur Verfügung stelle. Dann kann und wird er durch mich wirken.

Nein, das heißt nicht, dass wir uns nicht engagieren und nichts tun sollen. Gott will uns gebrauchen. Dazu gehört auch unser Engagement. Allerdings sollen und müssen wir unsere Kräfte nicht überschreiten. Gott kennt unsere Kraft und auch die Grenzen unserer Kraft. Er kennt sogar unsere Schwachheit! Und er will und wird daraus etwas machen.

Martin L. Landmesser

Jahrgang 1952, verheiratet mit Anita, drei erwachsene Töchter, Bankkaufmann, Studium der Betriebswirtschaft, Ausbildung zum Verkaufs- und Managementtrainer, Direktor der Akademie Bayerischer Genossenschaften, Mitarbeit in der Evangelisch-Lutherischen Kirche als Lektor und 2. Vorsitzender des Evangelischen Bildungswerkes Neumarkt in der Oberpfalz ([email protected]).

Bild: privat

 

Aus „Christ und Wirtschaft“ 2/06
Mit freundlicher Genehmigung


Lassen wir uns darauf ein!?

Dann können wir viel entspannter leben. Wir müssen nicht mehr verkrampfen, sondern dürfen uns in allen Lebenssituationen auf die Kraft Gottes verlassen.

Wer sich darauf einlässt, der wird Erstaunliches erleben und eine ganz neue Dimension des „Erfolgs“ erfahren. Und das kann jeder lernen, sich zu engagieren, ohne sich zu verausgaben. Wer zur Quelle des Lebens zurückkehrt, lernt zum einen sich zu engagieren, ohne seine gesunden Grenzen der Kraft zu überschreiten und zum anderen innezuhalten, ohne sich völlig zurückzuziehen. 


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