Andachten 2010

Gedanken zum Monatsspruch im September

Weltweit hungern 950 Millionen Menschen. Müsste mir da nicht jeder Bissen im Hals stecken bleiben? Gedanken zum Monatsspruch im September.

„Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.“ (Prediger 3,13)

Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Mensch genug zu essen und zu trinken hat. Laut Angaben der Welthungerhilfe müssen 950 Millionen Menschen weltweit hungern. Klingen die Worte aus dem Buch "Prediger" angesichts weltweiter Ernährungskatastrophen nicht zynisch? Was ist mit all den Menschen, die nichts zu essen und zu trinken haben? Wo ist da die Gabe Gottes? Hat der Prediger vielleicht seine Gedanken zu Gott und der Welt mit einer rosaroten Brille verfasst?

Bei genauem Hinschauen fällt auf, dass der Verfasser des Buches kein Schönfärber ist. Ganz im Gegenteil. Ihm ist schmerzlich bewusst, dass er sich in einer gefallenen Welt befindet. Er weiß, dass es keine Garantie für ein glückliches Leben gibt, auch nicht für Menschen, die an Gott glauben und seine Gebote befolgen (8,12b -14).

Dennoch fordert er seine Zuhörer zur Ehrfurcht vor Gott auf (12,13.14). Er ist überzeugt, dass menschliches Handeln in einem größeren Zusammenhang steht: Von der Ewigkeit her strahlt ein Licht in das menschliche Herz. (3,11). Deshalb bin ich aufgerufen, mein Leben im Licht der Gebote Gottes zu betrachten und mich zu fragen: Wie kann ich Gottes Reich in dieser Welt voranbringen, ein Reich, in dem es gute Nachrichten für Arme gibt (Lk 14,18)? Wie kann ich also ganz persönlich dazu beitragen, dass Menschen nicht mehr hungern müssen und Hoffnung für ihr Leben haben?
Als Bürger dieses Gottesreich darf ich dann auch das Gute, das Gott mir schenkt, genießen und „Danke“ dafür sagen.  


Kommentare

Von Bertram Hein am .

Halo aus Paraguay.
Ich wohne also an dem Ende der Welt wo oft Spenden aus den Industrieländern eintreffen um angeblich "Hungernde Menschen"geholfen werden soll. Zuerst etwas positives: Wir sahen auf "Gott sei Danke" ein gutes, ermutigendes Beispiel von einem gewissen Sänger - Harter glaube ich war sein Name - der ein Patenkind in Uganda - Joseph - unterstützte, und auch selber besuchte. Lobenswert. (Solange dem Spender beim Besuch im Zielland nicht ein Kulturschock erwischt.)
Negatives und mehr

Von Michael Gerster am .

@marijke
Ich geb dir völlig recht. Was du beschreibst ist auch der erste Gedanke, der mir beim Lesen des Verses kam. Wenn man allerdings mal den Text in der Elberfelder Bibel liest, wird vielleicht deutlich, was ich meine: "Aber auch, dass jeder Mensch isst und trinkt und Gutes sieht bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes."
Dazu dacht ich eben: Es ist ja nicht so, dass jeder Mensch isst und trinkt. Was ist denn mit den Menschen, die nichts zu essen haben? Wenn Gott dir und mir, die wir mehr

Von marijke am .

sorry sorry, aber mir fällt dazu nur eins ein: thema verfehlt. auch wenn der inhalt voll stimmt und ich sonst die beiträge von michael gerster gerne lese (vor allem den über glück, der war überragend) - in diesem text gehts doch darum, dass es eine gabe Gottes ist, trotz aller mühen und plagen fröhlichkeit, hoffnung und zuversicht zu bewahren. und die brauchen wir ja dringend, grade wir außen satten innen durcheinandergewirbelten mitteleuropäer. nix für ungut :))

Von Richard E. Wehner am .

...ein sehr guter Beitrag!
Möge der HERR allen Lesern die geistlichen Augen öffnen, damit sie dies verstehen und ihren Lebenswandel korrigieren.


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.