Bundesratstagung der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden

Deutlicher Rückgang bei den Mitgliederzahlen und bei den Taufen

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Mitgliederrückgang hinnehmen müssen. Er hat fast 1.000 Mitglieder verloren, ein Minus um etwa 1,1 Prozent. Er hat nun 84.098 Mitglieder. Zugleich sank die Zahl der Taufen um 14,3 Prozent auf 1.992 und damit erstmals unter die „Grenze“ von 2000.

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Mitgliederrückgang hinnehmen müssen. Er hat fast 1.000 Mitglieder verloren, ein Minus um etwa 1,1 Prozent. Er hat nun 84.098 Mitglieder. Zugleich sank die Zahl der Taufen um 14,3 Prozent auf 1.992 und damit erstmals unter die „Grenze“ von 2.000.

Durch den Empfang der Gläubigentaufe wird man Mitglied in dieser größten deutschen Freikirche. Sie präsentierte diese Zahlen auf ihrer vom 22. bis 24. Mai in Kassel tagenden Bundesratstagung (Synode). Der Präsident des Bundes, Diakoniedirektor Emanuel Brandt (Hamburg), reagierte mit großer Betroffenheit auf die Entwicklung: „Diese statistischen Angaben fordern uns heraus, unser missionarisches Engagement zu verstärken.“ Zwar seien die Gründe für die Entwicklung nachvollziehbar, dennoch müsse man sich auch die selbstkritische Frage nach dem eigenen Versagen stellen. Brandt regte an, die Bildungsarbeit zu intensiveren, die Seelsorgeangebote auszuweiten und Gemeinden zu helfen, ihre Gottesdienste einladender zu gestalten. Zugleich rief er dazu auf, sich durch Fruchtlosigkeit und Erfolglosigkeit nicht in eine Depression führen zu lassen: „Fischet ein Neues!“, meinte er unter Hinweis auf eine Aufforderung von Jesus Christus nach einem erfolglosen Fischzug an seine Jünger.

Zwei russlanddeutsche Gemeinden traten aus

Zuvor hatte der Leiter des Dienstbereichs Gemeindeentwicklung, Friedrich Schneider (Oldenburg), darauf hingewiesen, dass der Einbruch bei den Mitgliederzahlen nach Jahren der beinahe unveränderter Stagnation vor allem auf den Austritt von zwei russlanddeutschen Gemeinden und größeren Gemeindegruppen zurückzuführen sei. Eine weitere Ursache seien starke Schwankungen bei der Mitgliederentwicklung ausländischer Gemeinden sowie eine hohe Zahl von Streichungen, Austritten und Entlassungen – insgesamt 3003 Mitglieder. Auch bei den Überweisungen in eine Gemeinde des eigenen Bundes, etwa nach einem Umzug, habe man festgestellt, „dass nicht alle Gemeindeglieder bei einem Ortswechsel wieder in einer Baptistengemeinde landen“, sagte Schneider. Er bedauerte, dass offenbar zahlreiche Gemeinden in einer „internen Krise“ stecken, so dass sich Mitglieder abwendeten: „Das absorbiert viele Kräfte.“ Betroffenheit bei den über 600 Delegierten löste Schneiders Hinweis auf die Langzeitentwicklung des Bundes aus. 1995 hatte die Freikirche noch fast 88.000 Mitglieder. Seitdem hat sie fast 4.000 Mitglieder verloren, ein Minus von insgesamt 4,5 Prozent.

Brüdergemeinden legen zu

Gerade die Entwicklung der Taufzahlen ist nicht zufriedenstellend. Noch nie wurden so wenige Menschen in den 836 Gemeinden der Freikirche getauft wie im letzten Jahr, so Schneider. Kaum Veränderungen gab es in der Altersstruktur. 17 Prozent aller Mitglieder sind bis 30 Jahre alt, 49 Prozent zwischen 31 und 60 Jahren und 33 Prozent darüber. Schneider: „Wir machen eine familienbezogene Arbeit.“ Aus der Bundesstatistik geht ferner hervor, dass die innerhalb der Freikirche tätige Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden (AGB) sich von dem Gesamttrend deutlich absetzt. Bei den Mitgliederzahlen konnten die 132 Brüdergemeinden ein leichtes Plus in Höhe von 0,6 Prozent auf 9113 verzeichnen. Allerdings ging die Zahl der Taufen überdurchschnittlich um 22 Prozent auf 240 zurück.

Quelle: www.idea.de

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