Bibellese-Material für Ihren Hauskreis: Markus 11,12-25

Steigen Sie mit den Bibellese-Hilfen des Bibellesebundes gemeinsam im Hauskreis tiefer in die Bibellese ein - Hier finden Sie die Materialien für die Bibellese zu Markus 11,12-25

Erklärung zu Markus 11,12-25 - ab 12. Februar

Erklärungen

12-14: Die Verfluchung des 'Feigenbaums' ist zunächst unverständlich, doch „in Palästina trägt der Feigenbaum dreimal jährlich Früchte […] Wenn im April die Endknospen der Zweige die neuen Jahrestriebe formen und dort die ersten Blätter sprießen, sitzen unter diesen Trieben kleine junge Feigen, die sog. Vorfeigen (paggim). […] Sie sind nicht saftig, werden aber trotzdem gegessen, da es zu dieser Zeit keine anderen Früchte gibt. Wo sie fehlen, ist der Baum unfruchtbar“ (Lexikon zur Bibel).

Indem Jesus statt Früchte nur Blätter findet, wird ihm der 'Feigenbaum' zum Bild für Israel (vgl. Hos 9,10). Auf die Frage, warum Gott von seinem Volk Frucht erwarten kann, antwortet Jesus mit dem folgenden Gleichnis (12,1-11).

15-17: Unter 'Tempel' ist der etwa 100 x 200 m große Vorhof zu verstehen, der auch für Heiden zugänglich war. Hier wurden Opfertiere angeboten. Je nach ihren finanziellen Möglichkeiten konnten die Pilger Tauben, Schafe oder Rinder erwerben, die dann von den Priestern am Altar geopfert wurden. Um kaufen zu können, mussten die Münzen bei den Wechslern in jüdisches Geld umgetauscht werden. Ihre Stände hatten sie von der Tempelverwaltung gepachtet. Rabbiner und Priester verdienten reichlich an diesem Handel. Der jüdische Geschichtsschreiber Josephus (37-100) berichtet, dass sie sogar Gewalt anwendeten, um an ihr Geld zu kommen. Aus dem Haus des Gebets (Jes 56,7) war ein Wirtschaftsunternehmen geworden. Von daher ist Jesu Wort von der 'Räuberhöhle' zu verstehen (vgl. Jer 7,11).

18: 'Schriftgelehrte' und 'Hohepriester' genossen als theologische und religiöse Autorität hohes Ansehen. Jesu Angriff auf dem Tempelmarkt war keine Affekthandlung, sondern eine wohlüberlegte Herausforderung ihrer Macht und ihres Ansehens.

20-25: Petrus und seine Mitjünger sehen im Schicksal des Feigenbaums nur ein Zeichen der göttlichen Vollmacht ihres Meisters. Jesus macht ihnen klar, dass sie mit festem Glauben, der nicht an der Erhörung zweifelt, auch wunderbare Dinge tun können (vgl. Mt 14,31b; 18,19).

Fragen

Beobachten

* Warum verflucht Jesus den Feigenbaum?
* Wer wird aus dem Vorhof des Tempels vertrieben?
* Mit welchem Schriftwort begründet Jesus sein Verhalten?
* Wie reagieren die Hohenpriester und Schriftgelehrten darauf?
* Was geschieht mit dem verfluchten Feigenbaum?
* Welche unfasslichen Möglichkeiten räumt der Herr denen ein, die von Herzen glauben?

Verstehen
* Welches Wort ist der Schlüssel zum Verständnis dieses Ereignisses?
* Mit welchen Erwartungen kommen die Pilger, die meist eine weite und gefährliche Reise hinter sich haben, zum Tempel?
Tipp: Psalm 5,8; 27,4; 42,3; 48,10.
* Weshalb können ihre Erwartungen nicht erfüllt werden? Tipp: Psalm 46,11a.
* Warum wird Jesus, der sonst nur vollmächtig #redete#, bei seinem Besuch im Tempel handgreiflich?
Tipp: Johannes 2,17.
* Woraus geht hervor, dass Jesus die Tempelreinigung möglicherweise vorher geplant hatte?
Tipp: Markus 11,11.
* Warum fühlen sich ausgerechnet die Theologen (Schriftgelehrten) und Priester von der Tempelreinigung herausgefordert? Jesus konnte doch sein Verhalten mit der Schrift begründen.
* Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem vertrockneten Feigenbaum und der Tempelreinigung?
* Aus welchem Grund blieb Israel, das wie kein anderes Volk Gottes Fürsorge erfahren hatte, Gott die Frucht schuldig?
* Wie würde es sich zeigen, wenn Menschen, die von Gott erwartete Frucht bringen?
Tipp: Johannes 15,8-10.
* Was ist das für ein Glaube, der Berge versetzen kann (vgl. Mt 17,19-20)?
* Warum legt Jesus so viel Wert darauf, dass Gott wohlgefällige Beter immer vergebungsbereit sein sollen?
* Was hat es zu bedeuten, dass die Tempelreinigung eingebettet liegt in der Geschichte vom Feigenbaum?

Anwenden
* Welche Verbindungen bestehen zwischen dem Tempel und unseren Gotteshäusern?
* Was würde Jesus vorfinden, wenn er heute in unsere Gottesdienste käme?
* Was sagen Sie zu der Behauptung, den heutigen Gottesdienstbesuchern sei die Ehrfurcht vor dem Heiligen verloren gegangen?
* Wie denken Sie über das geschäftliche Leben in den Wallfahrtsorten?
* Was müsste Jesus aus unserem Leben entfernen, damit es für Gott fruchtbar werden kann?
* Sollen wir als Christen, um unseren Glauben zu prüfen, ähnliche Experimente machen, wie sie Jesus angedeutet hat (23)? Tipp: Bedenken Sie dabei auch Matthäus 4,7.

Anregungen
* Versetzen Sie sich in die Lage eines Reporters, der zufällig die Tempelreinigung miterlebt und einen Bericht für die Radiosendung „Aus Religion und Gesellschaft“ schreibt. Verwenden diesen Bericht für den Einstieg ins Gespräch.

* Sprechen Sie über folgendes Zitat:

'Erst wenn der letzte Bibelvers in der Werbung missbraucht, der letzte Choral verulkt, der letzte Kirchenraum zertrampelt ist, werdet ihr erkennen, dass ihr ohne heilige Räume, Worte und Klänge nicht leben könnt.'
Margot Käßmann, Bischöfin

* Als Abschlussgebet zwei Strophen aus dem Lied von Heinrich Georg Neuß (1703):
1. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, schließ zu der Sünde Tor und Tür; vertreibe sie und lass nicht zu, dass sie in meinem Herzen ruh.
2. Dir öffn ich, Jesu, meine Tür, ach komm und wohne du bei mir; treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus.



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