Bibellese-Material für Ihren Hauskreis: Markus 2,18-22

Steigen Sie mit den Bibellese-Hilfen des Bibellesebundes gemeinsam im Hauskreis tiefer in die Bibellese ein - Hier finden Sie die Materialien für die Bibellese zu Markus 2,18-22

Erklärung zu Markus 2,18-22 - ab 10. Januar


Erklärungen

18-19: "Hoch-Zeit"
Am Anfang des Markusevangeliums macht Jesus klar, dass er der ist, mit dem die von Gott verheißene Heilszeit endlich angebrochen ist. Schon im Alten Testament und in der jüdischen Tradition wird die messianische Heilszeit unter dem Bild der Hochzeit Gottes mit seinem Volk dargestellt. Daran knüpft Jesus an. Deshalb können seine Jünger nicht in Buße und Trauer fasten, sondern sollen feiern wie bei einer orientalischen Hochzeit.

Diese war sprichwörtlich. Adolf Pohl schreibt in seinem Markuskommentar zur Stelle: „Hörte er [der Jude, Anm. d. Autors] das Stichwort ‚Hochzeit’, stand ihm überschwängliche Freude vor Augen. Freude, die alles beiseite schob. Schriftgelehrte unterbrachen ihr Thorastudium, Feinde söhnten sich aus, Bettler wurden freigehalten. Man schlug die Pauke, warf Nüsse unter die Menschen, tanzte in der Prozession vor der Braut her und besang ihre Schönheit. Sieben Tage wurde gefeiert und geschmaust. […] Die Hochzeit selbst war einer der wenigen Durchbrüche, sie ‚brach’ eben auch das jüdische Fasten.“

Jesus will also sagen: Diese Hochzeit wird jetzt gefeiert. Die Seinen stehen nicht unter dem Zeichen des Mangels, sondern der Fülle; nicht unter dem Zeichen der Trauer, sondern der Freude. Sie brauchen sich keinen Weg zu Gott in Unruhe und Angst und durch Fasten zu bahnen, denn Gott selbst hat die Bahn gebrochen zu den Menschen: Mitten unter ihnen steht Jesus, der messianische Bräutigam.

20: "Aus-Zeit"
Aber Jesus weiß von Anfang an, wie sein Weg enden wird. Die Jünger werden Gottes Gericht mit fassungslosem Entsetzen am Karfreitag erleben, und es wird ihnen den Magen umdrehen. Aber das hebt die angebrochene Heilszeit nicht auf, sondern erfüllt sie, weil durch den Tod Jesu am Kreuz die Vergebung der Schuld erwirkt und – ohne menschliche Leistungen, wie zum Beispiel das Fasten – die Verbindung mit Gott geschenkt wird.

21-22: "Neu-Zeit"
Das Neue ist da, und es weist das Alte in die Schranken. Das unterstreichen die beiden Gleichnisse vom neuen Flicken aufs alte Kleid und vom neuen, schäumenden Wein in alten Schläuchen. Flüssigkeiten bewahrte man damals häufig in zugenähten Schafs- oder Ziegenbälgen auf, die im Laufe der Zeit brüchig wurden.

Jesus will mit diesen Bildern keine allgemeine Weisheit weitergeben wie: Neu und Alt passen eben nicht zusammen. Was will er denn sagen? Karl Barth schreibt: „Nun aber ist das Neue Jesu eben das in befreiendem Gegensatz zur ganzen Welt und so auch zu allen ihren Ordnungen offenbar gewordene und hereingebrochene Reich Gottes.“ Diesen „befreienden Gegensatz zur ganzen Welt“ zu verkündigen und zu leben bleibt Aufgabe der christlichen Gemeinde, bis Jesus, der Bräutigam, wiederkommt und die Hochzeit des Lammes beginnt (Offb 19,7).

Fragen

Beobachten
* Welche Geschichte steht vor, welche nach diesem Text?
* Inwiefern unterscheidet sich Jesus in diesen drei Geschichten von seinen Zeitgenossen?
* Wie oft kommt das Wort „fasten“ im Text vor?
* Welche Bilder gebraucht Jesus?

Verstehen
* Jesus rechnet in Matthäus 6,16-18 mit der Möglichkeit des Fastens – und auch die erste Gemeinde hat gefastet (Apg 13,2; 14,23). Warum lehnt Jesus hier das Fasten für seine Jünger ab?
* Jesus vergleicht sein Kommen mit dem eines Bräutigams und die Zeit der Nachfolge mit der Freude einer Hochzeit. Worüber können und sollen die Jünger sich damals freuen?
* Was will Jesus mit den beiden Bildern von Vers 21 und 22 aussagen und was nicht?
* Der Theologe Martin Kähler formulierte: „Evangelien sind Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung." Wo klingt hier etwas von Jesu Passion an? Tipp: Vers 20.
* Worin besteht das Neue, das mit Jesus gekommen ist?

Anwenden
* Warum ist es ein Fehlschluss, aufgrund von Vers 19 zu meinen, Christen sollten heute nicht fasten?
* Jesus ist auferstanden. Er kommt wieder. Die Hochzeit des Lammes steht bevor. Warum freuen wir uns in der Regel darüber viel zu wenig? Freude über Gottes Gnade kann man nicht befehlen, aber vielleicht hervorlocken? Wie?
* Worin liegt der „befreiende Gegensatz“ der Gemeinde Jesu zur Welt?
* Worin soll sich die Gemeinde Jesu nicht der Welt anpassen, sondern sich von ihr absetzen?

Anregungen

Wir feiern ein (Hochzeits-)Fest der Gegenwart Jesu. „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20).

Dekoration: Den Raum festmäßig bzw. hochzeitmäßig ausschmücken. Tischkarten mit Bibelsprüchen herstellen und verteilen.

Aktion: Jemand backt oder besorgt eine Hochzeitstorte.
Getränke: Alkoholfreier Sekt in festlichen Gläsern.

Lied: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude

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