Service-Artikel

Umgang mit Trauer

Was die Bibel zum Tod eines geliebten Menschen sagt und wie wir Trost erfahren können.

Der Tod eines geliebten Menschen wirft bei den Hinterbliebenen nicht selten eine Reihe von Fragen auf, wie etwa…

Was sagt die Bibel zum Tod eines Menschen und wie kann man als Christ überhaupt damit umgehen?
Wie kann man den Tod und Verlust akzeptieren lernen?
Was wird mit der Lücke im Leben –wer oder was kann sie ausfüllen, und wie lange dauert es, bis man damit leben kann?
Wie kann man einem Christen helfen, der einen geliebten Menschen verloren hat?

 

Ich befürchte, dass es auf viele dieser Fragen keine allgemein gültigen Antworten gibt. Der Umgang mit dem Sterben einer geliebten Person ist auch für mich unglaublich schwierig und hat viel mit extremen Gefühlen zu tun, die ich nicht wegdiskutieren oder schönreden kann. Wie lange es dauert, bis „man damit leben kann“ und wann oder ob überhaupt sich die Lücke wieder schließt, kann ich nicht beantworten.

In den meisten Fällen wird wohl nie der Zeitpunkt eintreten, an dem gar kein Schmerz mehr da ist und man sich in bestimmten Situationen nicht mehr leer oder verlassen fühlt. Aber das hängt natürlich auch von der persönlichen Beziehung zu der Person ab, die gestorben ist. Bei meiner Mutter wird das anders aussehen als bei meiner Tante.


Billiger Trost?


Ziemlich billig kann der Trost empfunden werden, wenn gesagt wird, dass Gott alles gut machen wird und dass wir den Menschen unter Umständen wiedersehen werden. Oder noch schlimmer, dass die Zeit alle Wunden heilt. Ich glaube dennoch ohne Zweifel, dass Gott einmal alles gut machen wird – und wenn der Verstorbene Christ war, werde ich ihn selbstverständlich bei Gott wieder sehen. Aber in der Situation der Trauer und des Verlustes ist das manchmal zu wenig, weil der geliebte Mensch ja trotzdem nicht mehr da ist.


Was sagt die Bibel über den Tod?


Zu der Frage, was die Bibel zum Tod eines Menschen sagt, der uns nahe steht, gäbe es eine Menge zu sagen. Ich kann hier einzelne Punkte nur anreißen und ermutige jeden, selbst weiter zu forschen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern Jesus, der Auferstandene. Wenn wir das verstehen und eine wirkliche Beziehung zu ihm haben, ist das der beste Trost, den wir haben können.
 

In der Bibel wird der Tod als Folge der Trennung der Menschen von Gott gesehen. Weil sich die Menschen von ihm abwandten, mussten sie sterben. Der Tod ist Gottes Gericht über das Nein der Menschen zu ihm.(vgl. 1. Mose 2,17, Römer 6,13).

Ich bin aber voller Zuversicht und würde am liebsten sogleich von meinem Körper getrennt und beim Herrn zu Hause sein.

Paulus rechnete hier fest damit, Jesus nach seinem Tod zu begegnen und dies war für ihn Anlass genug, sich zu wünschen, dass es schon soweit wäre. In Hebräer 11,35 wird beschrieben, dass Menschen trotz Verfolgung und Folter am Glauben festhielten, weil die Hoffnung auf ihre Auferstehung ihnen die Kraft dazu gab.

Bei aller Trauer über den Verlust eines Menschen, der uns wichtig war, ist dennoch der Gedanke tröstlich, dass wir ihn bei Jesus wieder sehen werden. Er ist nicht für immer weg, das Band ist nicht für immer zerschnitten, sondern wir werden uns wieder in die Arme nehmen dürfen und alle Not und Trauer wird zu Ende sein.

Gerade diese Hoffnung unterscheidet die Christen von den Nichtchristen, wie Paulus den Christen in Tessalonich schreibt:

Ihr braucht nicht traurig zu sein wie die übrigen Menschen, die keine Hoffnung haben. (1.Thessalonicher 4,13)

Trauer um gestorbene Angehörige und Freunde hat sowohl im Alten wie im Neuen Testament seinen Platz. Beispiele aus dem Alten Testament sind David, der über Saul und seinen besten Freund Jonathan (2. Samuel 1,11-27) und an anderer Stelle über seinen Sohn trauert (2. Samuel 19,1 und 5) und Hiob, dessen Kinder alle auf einmal starben (Hiob 1, 18 und 19).

Und auch im Neuen Testament gibt es eine ganze Reihe an Beispielen: Der Tod von Stephanus wird beklagt (Apostelgeschichte 8,2), die Ältesten weinen, weil sie Paulus nicht wieder sehen werden und Jesus weint über den Tod seines Freundes Lazarus (Johannes 11,35) – und das sogar, obwohl er ihn kurze Zeit später von den Toten auferwecken würde.

Die Bibel verurteilt Trauer an keiner Stelle. Auch das Wissen um das ewige Leben führt nicht dazu, dass Trauern verboten oder in ein schlechtes Licht gerückt würde.

Menschen sind von Gott für Beziehungen geschaffen. Ohne Beziehungen ist ein Mensch kein Mensch. Wenn nun eine Beziehung zerbricht, ist das immer schlimm. Wie viel mehr, wenn dies durch den Tod, zumindest für diese Welt, unwiderruflich geschieht. Trauer ist nicht zuletzt ein Hinweis dafür, dass der Tod nicht „natürlich“ ist. Der Mensch lehnt sich dagegen auf, weil er der tiefste Ausdruck dafür ist, dass etwas grundsätzlich nicht mehr in Ordnung ist.

Wenn das geschieht, wenn das Vergängliche mit Unvergänglichkeit überkleidet wird und das Sterbliche mit Unsterblichkeit, dann wird das Prophetenwort (Jesaja 25,8; Hosea 13,14) wahr: »Der Tod ist vernichtet! Der Sieg ist vollkommen! Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist deine Macht?« Die Macht des Todes kommt von der Sünde. Die Sünde aber hat ihre Kraft aus dem Gesetz. (1.Korinther 15, 54 - 56)


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Kommentare

Von Beate S. am .

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