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Gott hat losgelassen

Lange gingen mir die Bilder von Beslan, von erschütterten Schülern aus Erfurt und auch die Bilder der explodierenden Flugzeuge am 11. September 2001 nicht aus dem Kopf. Die Nachrichten überschwemmen uns ja seit geraumer Zeit mit Meldungen von Terror, Geiselnahmen, Bluttaten und Selbstmordattentaten.

Lange gingen mir die Bilder von Beslan, von erschütterten Schülern aus Erfurt und auch die Bilder der explodierenden Flugzeuge am 11. September 2001 nicht aus dem Kopf. Die Nachrichten überschwemmen uns ja seit geraumer Zeit mit Meldungen von Terror, Geiselnahmen, Bluttaten und Selbstmordattentaten.

Seit „9/11“, dem „11. September“, scheint das Böse endgültig Überhand zu gewinnen. Was, wenn es eine Schule hier, direkt bei uns gewesen wäre? Was, wenn es Frankfurt erwischt hätte und wenn sich plötzlich in unseren Pendelzügen Menschen in die Luft sprengen? Ich male mir das lieber nicht aus. Aber das Massaker im Gymnasium von Erfurt war ja nicht unbedingt weit weg. Der Terror kommt näher.

Auch mir kommt immer wieder die Frage, warum Gott das zullässt? Warum darf es soweit kommen? Warum greift er nicht ein, verhindert das nicht? Will er nun doch nicht, dass alle Menschen errettet werden und ihn als Wahrheit erkennen? Die Antwort, die ich fand, ist einfach und erschreckend zugleich:


Gott hat losgelassen.

Er lässt uns unsere eigenen Wege gehen und lässt uns gewähren. Er bietet keinen Einhalt, hilft nicht, schreitet nicht ein, weil nur wenige Menschen etwas von ihm wissen wollen. Warum sollte er denen helfen, die nicht nach ihm fragen? Hat er nicht 2000 Jahre lang die Menschen gerufen, ihm und seinem Sohn Jesus nachzufolgen? Meine Antwort lautet: Gott hat die Hand der Menschen losgelassen, die sich unbedingt losreißen wollten und alle haben darunter zu leiden.

Wie Eltern manchmal vor ihren pubertierenden Kindern kapitulieren müssen, überlässt Gott die Menschen nun seinem Schicksal. Wie Eltern nur noch sorgenvoll und unter Tränen zusehen können, was ihre „Ableger“ als nächstes anstellen, so steht Gott auch da und lässt die gehen, die partout nicht nach seinen Vorgaben und Leitlinien leben wollen. Und er lebt in der Hoffnung, dass seine Kinder irgendwann zur Einsicht kommen. Bis dahin erlebt die Welt ein nie gekanntes Chaos aus Terror, Unterdrückung, Machtspielen und den Folgen daraus.

Verdammte Freiheit

Nein, Gott bindet uns nicht an sich. Und er „klammert“ auch nicht, wie ein verlassener Liebhaber. Liebe kann nicht erzwungen werden. Darum ließ er los und muss nun zusehen, wie seine geliebten Menschen sich gegenseitig die Köpfe einschlagen. Dabei hat er Tränen in den Augen und reicht uns immer wieder die Hand, dass wir sie doch wieder nehmen würden. Er will sogar den von uns verursachten den Schmerz mit uns teilen. Liebevoll und sehnsüchtig wartet er darauf, dass wir Menschen endlich zur Besinnung kommen.

Gott ließ uns auf unseren eigenen Wunsch hin los! So wie schon Adam und Eva sind wir frei für unsere eigenen Wege, frei für eigene Werte, frei für eigene Götter, frei zur Selbstverwirklichung. Und täglich wird uns der Schrecken dieser gottlosen Freiheit vor Augen gemalt. Gottlosigkeit ist eine verdammte Freiheit.

Aber Gott steht neben uns und streckt seine Arme aus. Er möchte uns väterlich an sich drücken.

Seine Antwort auf unseren Hass ist seine unendliche Liebe, die Jesus Christus gelebt hat.
Seine Antwort auf unser Freiheitsstreben ist eine Freiheit, die echten Freiraum gibt.
Seine Antwort auf unsere Tränen ist sein Erbarmen, das uns auch im tiefsten Tal des Todes nicht loslässt.

Gott will uns nicht los sein, er will uns aber auch nicht zwingen.

Darum schuf er einen neuen Himmel und eine neue Welt. Er hat Durch Jesus Christus den Weg dorthin für uns frei gemacht. Seitdem lädt er uns ein, wirbt, damit wir ihm wieder folgen. Dieser Weg muss nicht frei sein von Katastrophen und Leid, aber es ist ein Weg mit sicherem Ende, mit einem sicheren Ziel.

Unser Leben auf dieser Erde wird vermutlich durch viel Leid und Terror gestört. Manche Katastrophe wird kommen. Das ist keine große Prophetie, das wusste schon König David. Der Mann, der auch als »Mann nach dem Herzen Gottes« bezeichnet wird, sang in einem seiner Lieder (Psalm 23) den Weg mit Gott:

Und muss ich auch durchs finstere Tal - ich fürchte kein Unheil! Du, Herr, bist ja bei mir; du schützt mich und du führst mich, das macht mir Mut.

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