Jahresanfangsdepri

Nun ist es also wieder da, das neue Jahr. Und wieder sind mir keine guten Vorsätze eingefallen. Im Gegenteil, ich fühle mich eher ausgebrannt und müde. Hänge meinen Träumen hinterher, kämpfe mit Schulproblemen. Obwohl ich weiß, dass es mir gut geht und viele mich beneiden, ringe ich um Zufriedenheit und Dankbarkeit und fühle mich dabei schuldig.

Nun ist es also wieder da, das neue Jahr. Und wieder sind mir keine guten Vorsätze eingefallen. Im Gegenteil, ich fühle mich eher ausgebrannt und müde. Hänge meinen Träumen hinterher, kämpfe mit Schulproblemen. Obwohl ich weiß, dass es mir gut geht und viele mich beneiden, ringe ich um Zufriedenheit und Dankbarkeit und fühle mich dabei schuldig.

Andere scheinen das irgendwie besser hinzukriegen mit den "5 Sprachen der Liebe", mit Ihrem Alltag, Ihren Kindern oder Ihrem Vertrauen in Gott. Und ich lasse mich schon wieder, trotz besseren Wissens, aufs Vergleichen ein und gerate mal wieder in Panik, gesellschaftlichen und geistlichen Leistungsvorgaben nicht zu genügen, zu wenig zu bewegen.

Getröstet hat mich dabei in der letzten Zeit insbesondere ein wunderschönes Buch namens "Du bist einmalig" von Max Lucado, der die Parabel der Wemmicks erzählt:

  "Die Wemmicks sind ein kleines Volk von Holzpuppen. Den ganzen Tag, jeden Tag, taten die Wemmciks das Gleiche: Sie steckten einander Aufkleber an. Die Schönen, Begabten, Sportlichen und die, die tolle Dinge tun konnten bekamen Sternchen. Andere konnten nur sehr wenig, sie bekamen Punkte. Punchinello gehörte dazu. Er hatte bald schon so viele Punkte, dass die anderen kamen und ihm, ganz ohne Grund, noch mehr ansteckten". Das machte Punchinello traurig...

Ich weiß nicht, wie es Ihnen mit dieser Geschichte geht. Mich hat sie sehr betroffen gemacht. Wie schnell beurteile und bewerte ich andere und mich, übernehme Normen unserer Gesellschaft von einem scheinbar erfolgreichen, sinnvollen Leben.

Zum Beispiel Kinder: Schon von Geburt an werden sie in ein Bewertungsschemas gesteckt: Der "Apgar Test" nach der Geburt, die Vorsorge- und Schuluntersuchungen, das Notensystem. Der Rahmen für Norm wird immer enger gesteckt, fällt aus dem Raster, ist man verhaltens- oder wahrnehmungsgestört. So gut und wichtig Therapien und individuelle Fördermaßnahmen sein mögen, macht es mich doch wütend und traurig. Sind Schulnoten das einzige Kriterium für ein erfolgreiches Leben? Oder Sternchen, die ich für besondere, sportliche, geistliche, soziale Leistungen und Engagement bekomme?

Gott sei Dank, die Geschichte der Wemmicks geht weiter:

  Eines Tages traf Punchinello ein Mädchen, an dem keine Punkte und Sternchen haften blieben. Auf die Frage Warum antwortetet sie, dass sie jeden Tag den Holzschnitzer Eli besuche. Nach einigem Zögern macht er sich auf den Weg zu Ihm. Eli begrüßt ihn mit seinem Namen. "Es sieht so aus, als ob du schlechte Noten bekommen hast", meinte Eli, "aber mir ist das egal, was die anderen über dich denken. Und dir sollte das auch egal sein. Wichtig ist, dass Du einmalig bist und ich dich lieb habe, so wie du bist. Die Aufkleber haften nur, wenn sie für dich wichtig sind. Je mehr du meiner Liebe vertraust, desto weniger bedeuten dir die Aufkleber der anderen". Nicht alles verstand Punchinello, doch in seinem Herzen dachte er: "Ich glaube, er meint es ernst". Und als er das dachte, fiel ein Aufkleber auf den Boden."

Mich freut diese Geschichte, zeigt sie doch gleichnishaft, dass Gott uns liebt. Wir sind etwas sehr Kostbares in Gottes Augen. Wunderbare, einmalige Schätze, nicht immer perfekt, doch mit der zugesicherten Aussicht, dass wir alle zu einer wunderbaren Blume heranwachsen werden, die ihren ureigensten Platz in Gottes bunter Blumenwiese hat!

Und was sagt Gott zu meiner »Jahresanfangsdepri«?

  Ach, weißt Du: Mir ist egal, ob du deinen Anforderungen nicht gerecht wirst. Das hindert mich jedenfalls nicht, Dich gern zu haben. Ich find Dich klasse!

Das macht mich Frei! Getrost! und Hoffnungsvoll! für das gerade angebrochene Jahr 2006! Und das wünsche ich Dir auch!

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