Abschied

Tatsächlich
tatsächlich du gehst
du gehst
gehst weg
aus meinem Leben
einfach so

Tatsächlich
tatsächlich du gehst
du gehst
gehst weg
aus meinem Leben
einfach so

Du
gehst
Und ich fühle mich allein
un- un-unendlich
Allein
und falle
falle
FALLE
mein Gott
Wo bist du?
WARUM
lässt Du mich
alleine

Plötzlich
ganz plötzlich
und sehr sanft
bist du da
Gott
und hältst mich fest
ich
falle
in Dir
und komme stufenweise
in kleinen
winzigkleinen
Schritten wieder hoch
ans Licht

Schrittweise
langsam
und
Ja
kaum wage ich es auszusprechen
weiß ich es
sage ich es
es ist
AUS
endgültig
Schluss

Endgültig
ich weine
und doch weiß ich
dass die Anspannung
von mir fällt
Traurigkeit
unendlich tiefe Traurigkeit
bleibt

Menschen umarmen mich
ich fühle mich nicht mehr so alleine
ein winziger Schritt
der mir hilft
und doch
muss ich die nächsten Schritte
alleine gehen
Alleine

Nein Nein Nein
NEIN
das will ich
nicht
und doch
will ich
weiß ich
dass Du mir hilfst
Gott
indem Du Zeit schenkst
liebevolle Begegnungen
verarbeiten
Heilung
und deinen Frieden

Lass es Advent werden
mach Du mich
ruhig
in meiner Sehnsucht
den Weg finden
den Du Herr, lenkst
ich danke Dir
Traurig
       
                        (Elke, 1988)



Fast 20 Jahre ist es her, dass ich dieses Gedicht geschrieben habe. Jetzt fand ich es wieder. Viel ist seitdem passiert. Ich bin seit 17 Jahren verheiratet, mit einem wunderbaren Mann, der mich liebt, so wie ich bin, und den ich liebe und wir es gemeinsam immer weiter lernen, Beziehung zu leben. Das war nicht immer einfach. Nach der Trennung von meinem Exfreund musste ich vieles verarbeiten, Heilungsprozesse dauerten länger. Der Verlust von mir selber in einer so von Abhängigkeit geprägten Beziehung war sehr schmerzhaft. Lange konnte ich mir das nicht verzeihen. Wobei der leidenschaftliche Kick, immer am Abgrund zu taumeln, auch etwas hatte, aber letztendlich zerstörerisch war. Leidenschaft, Freundschaft und Liebe im Alltag zu erhalten, zu pflegen und wieder zu entdecken, ist nicht immer einfach. Doch ich möchte hiermit jeden dazu ermutigen. Es lohnt sich. Ermutigung auch dazu, sich von ungesunden, selbst zerstörerischen Beziehungen zu trennen. Denn Gott liebt uns unendlich und möchte nicht, dass wir uns aufgeben und verlieren. Ich bin froh, dass Gott ein Gott der Liebe und Freiheit ist. Und der mich und uns reich beschenkt hat. Danke.

Kommentare

Von Junia am .

Hallo liebe Rita,
ich wünsche Dir Kraft auf diesem Weg, Gottes spürbare Liebe, Menschen, die Dir Wertschätzung zeigen und entgegen bringen. Du bist es wert und wunderbar geschaffen. Vertrauen ist da immer schwer und ein Prozess, überfordere Dich nicht und lass Dir Zeit.

Liebe Grüße
Elke

Von Rita am .

Dein Gedicht und dein Bericht hat mir sehr gut geholfen ,weil ich in der selben Situation bin ,in der du auch warst . Ich hoffe auf eine bessere Zeit und vertraue auf Gott ,was mir manchmal schwer fällt.


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