Zukünftig sollen afghanische Christen nach Südkorea kommen

Nach Wochen der Angst und Ungewissheit kamen die koreanischen Christen frei. Ein Taliban-Sprecher sagte, Südkorea habe zugesagt, eine Reihe von Bedingungen zu erfüllen. So werde das Land bis Ende des Jahres seine in Afghanistan stationierten Soldaten abziehen. Wie koreanische Christen diese Meldung aufnehmen, erklärt Pastor Park von der koreanischen Gemeinde in Frankfurt am Main.

Nach Wochen der Angst und Ungewissheit kamen die koreanischen Christen frei. Ein Taliban-Sprecher sagte, Südkorea habe zugesagt, eine Reihe von Bedingungen zu erfüllen. So werde das Land bis Ende des Jahres seine in Afghanistan stationierten Soldaten abziehen. Wie koreanische Christen diese Meldung aufnehmen, erklärt Pastor Park von der koreanischen Gemeinde in Frankfurt am Main.

• Wie hat Ihre Gemeinde hier und wie haben Christen in Südkorea die Entführung erlebt, wie begleitet?

Wir haben in der Gemeinde für die Christen gebetet. Und ich habe dem Pastor der Gemeinde in Korea eine E-Mail geschrieben und ihn ermutigt. Er hatte sich ja öffentlich dafür entschuldigt, dass er die Christen seiner Gemeinde nach Afghanistan geschickt hatte. Er hätte sich nicht entschuldigen brauchen, habe ich ihm geschrieben. Es war richtig die Missionare nach Afghanistan zu schicken. Mission darf nie aufhören.

• Warum engagieren sich ausgerechnet Christen aus Südkorea so sehr in Afghanistan?

Christen aus Südkorea missionieren überall auf der Welt, nicht nur in Afghanistan.
Mission ist für Christen in Südkorea einfach sehr wichtig. Nach den USA kommen die meisten Missionare auf der Welt aus Südkorea, obwohl Südkorea ein sehr kleines Land ist. In den Gemeinden ist es selbstverständlich, Missionare hinaus zu schicken. Deshalb waren auch schon etliche Gruppen in Afghanistan.

• Eine der Forderungen der Taliban war es, dass die Regierung in Seoul die Missionstätigkeit von Christen aus Südkorea unterbindet. Angeblich habe Südkorea dem zugestimmt. Werden sich die koreanischen Christen daran halten?

Ich weiß es natürlich nicht. Aber inzwischen ist es so, dass sich viele Afghanen durch die Mission der Koreaner bekehrt haben. Jetzt haben die koreanischen Gemeinden die Idee, diese Menschen nach Korea zu holen, um sie dort theologisch zu schulen. Dann sollen sie als Missionare in ihre Heimat zurückkehren. Das ist viel besser, als Christen aus Korea nach Afghanistan zu schicken. Da ist das Problem mit der Sprache auch nicht so groß.
Und ich habe schon in Korea angerufen und E-Mails geschickt. Ich habe vorgeschlagen, dass Koreaner lieber hier in Deutschland unter Muslimen missionieren sollen. Das ist nicht so gefährlich. In Frankfurt haben wir 194 Nationen und auch Afghanen. Das wäre auch eine Möglichkeit.

Um ihre Freilassung zu erreichen hatte Südkorea versichert, seine Soldaten wie geplant bis zum Jahresende aus Afghanistan abzuziehen und jegliche missionarische Arbeit einzustellen, wie ein Präsidentensprecher in Seoul mitteilte. Die ursprünglich 23 Angehörigen einer christlichen Hilfsorganisation waren am 19. Juli verschleppt worden. Zwei Männer wurden später getötet, zwei Frauen freigelassen. Die Taliban forderten nicht nur den Abzug der südkoreanischen Truppen, sondern auch die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen. Letzteres haben die afghanischen Behörden stets abgelehnt.
Weiterhin in Geiselhaft ist ein 62-jähriger deutscher Bauingenieur, der am 18. Juli in der Provinz Wardak verschleppt worden war. Sein ebenfalls entführter Kollege erlitt in der Gefangenschaft einen Schwächeanfall und wurde erschossen.