Interview

Himmel, Hölle, Heilsgewissheit: Wer gibt mir Sicherheit?

Am Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu und damit den endgültigen Sieg über Schuld, Tod und Gottesferne. Wer sich auf ein Leben mit Jesus einlässt, darf sich sicher sein, dass er die Ewigkeit mit Gott verbringen wird. In Zeiten, in denen das Christsein nicht ganz so erfolgreich ist und man mit seinen Fehlern konfrontiert wird, zweifeln manche Christen an ihrer Errettung. Warum eigentlich? Ein Interview mit Pfarrerin Elke Drossmann über die Frage: "Wie sicher kann ich mir sein, dass ich gerettet bin?"

Am Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu und damit den endgültigen Sieg über Schuld, Tod und Gottesferne. Wer sich auf ein Leben mit Jesus einlässt, darf sich sicher sein, dass er die Ewigkeit mit Gott verbringen wird. In Zeiten, in denen das Christsein nicht ganz so erfolgreich ist und man mit seinen Fehlern konfrontiert wird, zweifeln manche Christen an ihrer Errettung. Warum eigentlich? Ein Interview mit Pfarrerin Elke Drossmann über die Frage: "Wie sicher kann ich mir sein, dass ich gerettet bin?

Frau Drossmann, warum zweifeln manche Christen immer wieder an Ihrer Errettung?

Ich glaube es sind zwei Punkte. Zum einen haben manche Christen insgeheim Angst. Und diese Angst ist stärker als das Vertrauen zu Gott. Wenn sie dann Sünde in ihrem Leben entdecken, werden sie plötzlich unsicher und fragen sich: „Wenn ich gerettet bin, dann dürften mir diese Sünden eigentlich nicht mehr passieren!“.
Der andere Punkt ist, dass auf unterschiedlichen Evangelisationen unterschiedliche Themen angesprochen werden. Wenn ein Christ nun merkt: „Diese Sünden tue ich ja auch ständig!“, dann hat er vielleicht das Gefühl, dass bei seiner ersten Bekehrung ein bestimmter Bereich seines Lebens gar nicht zur Sprache kam und deshalb die Bekehrung erneuert werden muss, um vollständig gerettet und „perfekt“ zu sein.

Hängt meine Erlösung denn davon ab, dass ich wirklich jede einzelne Sünde vor Gott ausbreite und ihm alles aufzähle, was ich in meinem Leben falsch gemacht habe?

Das Problem bei dieser immer wieder neuen Entscheidung ist, dass ich dabei auf mich schaue und nicht auf Gott. Wenn ich nur auf Gott schaue, fange ich an zu verstehen, dass er mir mit Jesus bereits das vollständige Heil geschenkt hat. Wenn ich den Glauben und und die Vergebung Gottes von der Beziehung zu Jesus her betrachte, brauche ich mich nicht „immer wieder neu“ zu entscheiden. In einer Beziehung ist zwar nicht immer alles perfekt – aber Jesus ist perfekt! Er hat die Erlösung vollbracht und daran ändert sich nichts mehr - auch wenn ich noch dreimal bei einem Bekehrungsaufruf nach vorne renne und Buße tue.

Was kann jemand tun, der sich nach dieser Sicherheit sehnt, aber doch immer wieder ins Zweifeln gerät?

Ein Blick in die Apostelgeschichte (Kapitel 8) kann da bestimmt weiterhelfen. Da liest nämlich der Kämmerer aus dem Buch Jesaja die Stelle, wo von einem Schaf die Rede ist, das geschlachtet wird. Philippus kommt dazu und fragt ihn: „Verstehst Du, was Du da liest?“ Und er versteht es eben nicht. Philippus erklärt es ihm so deutlich, dass er glaubt und sich auf der Stelle taufen lässt. Wir würden ihn vielleicht erstmal einen Bibelkurs besuchen lassen, damit er die wichtigsten Regeln und Dogmen lernt. Vorher kann er doch gar nicht Christ werden. Aber der Kämmerer weiß nichts, außer, dass Jesus für ihn gestorben ist. Und das reicht vollkommen.

Frage: Der Kämmerer hatte Philipus, der ihm die Bibel ausgelegt hat. Wenn ich jetzt unsicher bin und in der Bibel Orientierung suche, dann finde ich auch Verse wie "Schaffet, dass ihr selig werdet" (Philliper 2). Wenn ich solch einen Vers lese, dann kann das einem doch erst einmal Angst machen, oder?

Der Vers geht ja weiter. Direkt dahinter steht ja: „Gott ist es, der in euch beides wirkt, das Wollen und das Vollbringen“. Aber welchen Vers nehme ich für mich in Anspruch? Ich glaube, da hilft wirklich nur, auch auf Jesus zu schauen: Wie verhält sich Jesus? Wie zeigt er sich? Es ist sicher menschlich zu meinen, was Jesus getan hat, reicht nicht. Petrus ist ein gutes Beispiel: Jesus will ihm die Füße waschen, doch er sagt: „das geht doch nicht. Wenn, dann muss ich dir die Füße waschen“ Aber er nimmt es an, eben weil es nötig ist für sein Heil, aber dann reichen ihm nicht nur die Füße und Petrus fordert von Jesus: „dann wasche mich ganz.“ Aber Jesus sagt, „es reicht, wenn ich dir nur die Füße wasche.“ Wir müssen lernen, das, was Jesus sagt, ihm wirklich auch zu glauben.

Frage: Gibt es einen Bibelvers der dir im Zusammenhang mit der Frage nach der Heilsgewissheit besonders wichtig ist?

Ganz eindeutig Römer 8. Hier sagt Paulus, es kann uns nichts von Gott trennen. Keine Gewalten, keine Mächte, keine Verfolgung: Nichts kann uns von Jesus trennen. Oder Johannes 10, wo Jesus sagt: „Niemand kann sie aus meiner Hand reißen.“ Es gibt eigentlich nichts Sichereres, als bei Jesus zu sein. Alles was mir begegnet, was mich ins Zweifeln ziehen könnte, ist nicht stärker, als Jesus selbst.

Die klassische Stelle für mich, wenn es um die Frage nach der Heilsgewissheit geht, ist die vom Verbrecher am Kreuz: Da erkennt ein Mensch in den letzten Stunden seines Lebens: Dass ich hier hänge, ist gerecht, der aber, der hat nichts Böses getan. Was er nicht sagt, ist: Komm in mein Herz, ich gebe dir mein Leben, er spricht also kein klassisches Übergabegebet. Trotzdem sagt Jesus zu ihm:" Heute wirst du mit mir im Paradies sein!"

Es gibt verschiedene Arten, wie man Jesus sein Leben geben kann. Es gibt verschiedene Formulierungen. Das Entscheidende aber ist: Wenn die Beziehung da ist, dann ist sie da, egal, wie ich sie begonnen habe. Und da wir Menschen unterschiedlich sind, gibt es auch ganz viele Möglichkeiten, so einen Anfang mit Gott zu machen. Es gibt auch das Beispiel, wo ein Mensch im Tempel sagt: Herr, sei mir Sünder gnädig und das ist der Anfang seiner Beziehung zu Gott. Immer wenn wir unser Heil an uns festmachen, an unseren Bemühungen, an unserem Willen, dann stehen wir auf unsicherem Grund. Dann kommen wir ins Zweifeln: „Hatte ich das richtige Motiv? Habe ich die richtigen Worte gefunden?“ Es wird immer etwas geben, was nicht perfekt war, von dem wir glauben, dass es nicht vor Gott bestehen kann. Wenn ich aber mein Heil an Jesus festmache, dann ist das vollkommen ausreichend, nämlich aus dem Grund, weil Jesus vollkommen ist. Im Prinzip kann man sagen, es gibt kein Heil außerhalb von Jesus.

Wie würdest du so ein Anfangs-Gebet sprechen?

Zum Beispiel so: Jesus, ich danke dir, dass es dich gibt! Ich nehme dein Geschenk an, ich möchte dein Kind sein, ich möchte dein Freund sein und ich möchte mit dir leben. Ich freue mich, dass ich durch dich zu Gottes Familie gehöre.

Frau Drossmann, vielen Dank für das Gespräch.