Bibellese-Material für Ihren Hauskreis

Steigen Sie mit den Bibellese-Hilfen des Bibellesebundes gemeinsam im Hauskreis tiefer in die Bibellese ein - Hier finden Sie die Materialien für die Bibellese vom 21. - 26. März, entnommen aus Orientierung Plus, dem Bibellese-Magazin mit Anregungen für Haus- und Bibelkreise.

Erklärungen zu Römer 11,11-32 (21. - 26. März)Quelle: Das Bibellese-Material für Hauskreise stammt aus Orientierung PLUS, der Bibellese-Zeitschrift des Bibellesebundes mit 32 Extraseiten für die Hauskreis-Arbeit

In den Kapiteln 9-11 geht es um Gottes Treue zu seinem auserwählten Volk Israel. Paulus antwortet hier auf die Frage, was aus Israel werden wird, nachdem es Jesus als den Messias verworfen hat. Das ist eine Frage, die von Bibelauslegern unterschiedlich beantwortet wird.

Zwei verbreitete Auffassungen:

1. Israel als Volk spielt in Gottes Heilsplan keine Rolle mehr. An seine Stelle ist das geistliche Israel getreten, die neutestamentliche Gemeinde.

2. Israel ist für eine bestimmte Zeit auf ein Abstellgleis geschoben worden. Die neutestamentliche Gemeinde ist entstanden. In der Zukunft (nach der „Entrückung“) wird es heilsgeschichtlich zweigleisig weitergehen: Die Gemeinde wird im Himmel bei Christus sein, während das inzwischen bekehrte Israel auf der Erde mit Christus herrschen wird.

Paulus zeigt in Römer 11 etwas anderes …

 

15: Dass hier nicht eine endgültige #Verwerfung# gemeint sein kann, wird schon aus dem Anfang des 11. Kapitels deutlich, dann aber auch aus den folgenden Ausführungen (bes. Vers 25-26).

 

16: Mit der Erstlingsgabe vom Teig spielt Paulus auf eine Anweisung im Gesetz an (4. Mose 15,18-21). Vermutlich weisen Erstlingsgabe und Wurzel auf Abraham hin, den Stammvater des Gottesvolkes. Er ist ja der Vater sowohl der Juden als auch der gläubigen Nichtjuden (vgl. Röm 4,11-12; Gal 3,7.29).

 

17: Israel wurde schon im Alten Testament als Ölbaum bezeichnet (Jer 11,16).

 

17-24: Hier finden wir einige wichtige Leitlinien zum Verständnis des Verhältnisses von Israel und der Gemeinde:

1. Gottes Volk bildet zu allen Zeiten eine Einheit (ein Ölbaum, nicht zwei).

2. Nicht alle „Juden-Zweige“ sind ausgebrochen worden (5.17).

3. „Heiden-Zweige“ sind dazu gekommen, haben nicht etwa die Juden abgelöst.

4. Die ausgebrochenen „Juden-Zweige“ werden wieder eingepfropft werden – zu den bereits vorhandenen „Juden-“ und „Heiden-Zweigen“ hinzu.

5. Davon, dass die vorhandenen Zweige automatisch ausgebrochen werden, wenn die anderen wieder eingepfropft werden, schreibt Paulus hier nichts.

 

26: Ganz Israel soll ausdrücken, dass das Volk in seiner Gesamtheit betroffen ist, nicht (wie bis dahin) nur Einzelne oder kleine Gruppen aus ihm.

 

Fragen

 

Beobachten

* Welche Folgen hat Israels Fall für andere gehabt?

* Was erfahren wir über das Ausmaß der Verstockung Israels – zeitlich und mengenmäßig?

* Mit welchem Bild wird uns die Einheit des Gottesvolkes vor Augen geführt?

* Wie argumentiert Paulus, um die Heidenchristen vor einer Überheblichkeit den Juden gegenüber zu bewahren?

* Was für einen Plan hat Gott mit Israel?

* In welchen Versen kommt Paulus’ Liebe zu seinen Landsleuten zum Ausdruck?

 

Verstehen

* „Gott hat das Volk Israel abgeschrieben!“, behaupten manche. Was meint Paulus dazu?

* Was lehrt das Bild vom Ölbaum über das Verhältnis von Israel und der Gemeinde?

* Was hat die Verstockung des größten Teils Israels für einen Sinn in Gottes Plan?

* Hier wird der Ölbaum zu einem Bild für Gottes Volk. Welche anderen Bilder werden sonst noch in der Bibel dafür gebraucht?

Tipp: Johannes 10,16; 1. Korinther 12,13; Epheser 2,11-22.

 

Anwenden

* Was haben wir Israel zu verdanken?

* Welche Haltung sollten wir diesem Volk gegenüber einnehmen?

* Welche „Erfolgschancen“ hat Judenmission zum jetzigen Zeitpunkt der Heilsgeschichte (14.25-26)?

* Wie verändert sich unser Bibellesen (speziell des Alten Testaments), wenn wir teilbekommen haben an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums (vgl. Gal 3,29!)?

 

Anregungen

* Ein langer, gewöhnungsbedürftiger Bibeltext. Es empfiehlt sich daher, ihn in drei Abschnitte zu gliedern (11-16; 17-24; 25-32) und diese dann jeweils mit eigenen Worten wiedergeben zu lassen.

Auch die Beobachtungsfragen helfen, sich mit dem Text vertraut zu machen.

 

* Übertragen Sie gemeinsam das Gleichnis / Bild vom Ölbaum und halten Sie das Ergebnis auf einer großen Pappe o. Ä. fest.