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Bibellese-Material für Ihren Hauskreis

Steigen Sie mit den Bibellese-Hilfen des Bibellesebundes gemeinsam im Hauskreis tiefer in die Bibellese ein - Hier finden Sie die Materialien für die Bibellese vom 16. - 20. März, entnommen aus Orientierung Plus, dem Bibellese-Magazin mit Anregungen für Haus- und Bibelkreise.

Erklärungen zu Römer 10,1-13 (16. - 20. März)

Dieser Abschnitt gehört zu dem Teil des Römerbriefs (Kap. 9-11), in dem sich Paulus mit der Frage auseinandersetzt, was aus Israel wird, nachdem es Jesus als Messias verworfen hat. Nach allem, was er um seines Glaubens an Christus willen von seinen Landsleuten erleiden musste (Apg 14,19; 23,12; 2. Kor 11,24.26;) und was er vorher im Römerbrief über sie geschrieben hat, könnte man annehmen, Israel sei für ihn ein hoffnungsloser Fall.

2: Der Apostel nimmt hier den Gedanken von Kapitel 9,31 wieder auf. Ihr Eifer für Gott ist nichts Schlechtes, sondern etwas Anerkennenswertes, doch er hindert seine Landsleute daran, gerettet zu werden, weil er in die falsche Richtung geht.
Eifer bezeichnet das Einhalten des Gesetzes bis ins kleinste Detail, wie es in den Synagogengemeinden, besonders aber bei den strenggläubigen Pharisäern gelehrt wurde. Paulus hatte ja selbst einmal zu ihnen gehört (Apg 23,6) und ging in seinem Eifer weit über das pharisäische Normalmaß hinaus (Apg 9,1-2).

3: Der Eifer für das Gesetz macht die Juden blind für die Gerechtigkeit, die ihnen Gott anbietet und die sie sich nicht verdienen, sondern nur schenken lassen können (Phil 3,9). Ihr Verhalten ist kein verzeihlicher Irrtum, sondern Schuld.

4: Ende kann sowohl zeitbezogen (Heilslinie von Abraham bis Christus), als auch zielbezogen (Erfüllung des Gesetzes) verstanden werden. Über das Ziel / Ende des Gesetzes siehe Galater 3,24-25 und Epheser 2,15.

5-6: An Informationen über den verheißenen Christus fehlte es den Juden nicht. Ihr Mangel an Erkenntnis geht tiefer (Apg 7,51; 13,46; Lk 19,14). Sie wollen es nicht wahrhaben, dass das ganze Gesetz eine Vorbereitung auf Christus gewesen ist.

6-8: Ein rätselhaftes Wort. Hilfe zum Verständnis: Die von Gott angebotene Gerechtigkeit hat in Christus Gestalt angenommen (1. Kor 1,30). Man braucht ihn nicht von irgendwoher zu holen. Er ist im verkündigten Wort Gottes (Evangelium) gegenwärtig.

11-12: Paulus wiederholt einen Teil des alttestamentlichen Wortes, das er in Kapitel 9,33 zitiert hat, um klarzustellen, dass die Gerechtigkeit aus Glauben Juden und Nichtjuden unter dem einen Vater im Himmel vereint (Eph 2,14-18).

13: Der im Alten Testament verwendete Gottesname wird im griechischen Neuen Testament mit „Herr“ wiedergegeben. Ein sehr altes Glaubensbekenntnis der Christen lautete: „Jesus Christus ist unser Herr“ (1,3). Diesen Namen anrufen heißt gerettet werden (Joel 3,5; Apg 2,21).

Fragen

Beobachten
* Welchen sehnlichen Wunsch hat Paulus, wenn er an sein Volk Israel denkt?

* Wie beurteilt er ihren Eifer für das ihnen von Gott gegebene Gesetz?

* Was bedeutet das Kommen Jesu für die Gesetzesfrömmigkeit?

* Mit welchem alttestamentlichen Zitat begründet Paulus die neue Gerechtigkeit?

* Welchen „Treffpunkt“ für Juden und Nichtjuden nennt Paulus?

Verstehen
* Warum tritt Paulus so leidenschaftlich vor Gott dafür ein, dass sein Volk Jesus als Messias erkennt und annimmt?

* Worauf kommt es an, wenn ein Mensch zum Glauben gekommen ist?

* Wie ist es zu erklären, dass gerade superfromme Menschen meinen, sie müssten durch gute Werke Gottes Wohlgefallen erlangen?

* Wieso macht dieses Bestreben blind für die Gerechtigkeit aus dem Glauben?

* Wenn Christus des Gesetzes Ende bzw. Erfüllung ist: Welche Bedeutung haben dann noch die Zehn Gebote auf dem Glaubensweg?

* Die Juden brachten Jesus in ihrem Eifer für das Gesetz „unwissend“ (Apg 3,17) ans Kreuz und erfüllten damit sogar den Willen Gottes (Apg 4,27-28). Inwiefern sind sie schuldig geworden? Bedenken Sie dazu auch Apostelgeschichte 17,30.

* Warum ist es nicht möglich, den Glauben an Jesus Christus, der zunächst Herzenssache ist, für sich zu behalten?
Tipp: Matthäus 10,32 und Apostelgeschichte 1,8.

* Auf welche Weise erfahren Christen aus allen Nationen den Reichtum ihres himmlischen Vaters, wenn sie ihn anrufen?

Anwenden
* Warum sollen wir als Christen anhaltend dafür beten, dass Israel Jesus als seinen Messias erkennt und annimmt?
Tipp: Römer 11,15.25-26.

* Wie können wir Gott dafür danken, dass er uns gerecht sein lässt, ohne dass wir es verdient hätten oder es uns verdienen könnten?

* Weshalb haben wir oft Hemmungen, ganz offen und entspannt über unseren Glauben an Jesus Christus zu sprechen?

* Wie steht es um die guten Werke in unserem Leben, die Jesus von uns erwartet (Mt 5,16)?

Anregungen
Zu Beginn zusammentragen, was jedem einfällt, wenn er an das alttestamentliche Gesetz denkt. Darauf hinweisen, dass es für Israel zuerst keine Belastung war, sondern Freude und Trost (Ps 119,18.70.92 u. a.). Wie ist die Veränderung zu erklären?
Schon die Urgemeinde musste sich damit auseinandersetzen und kam zu dem Ergebnis, dass es sich um ein Joch handelte (Apg 15,10). Wie der Apostel Paulus darüber dachte, erfahren wir in Römer 10,1-13 (Text lesen). Für das weitere Gespräch die Hinweise unter „Erklärungen“ und „Verstehen“ verwenden.

 

 

Quelle: Das Bibellese-Material für Hauskreise stammt aus Orientierung PLUS, der Bibellese-Zeitschrift des Bibellesebundes mit 32 Extraseiten für die Hauskreis-Arbeit